6.760 Neuinfektionen
Omikron-Varianten BA.4 und BA.5 haben Österreich erreicht
- In Österreich breitet sich ein neuer Omikron-Subtyp aus. BA.4 und BA.5 sind erstmals in Wien, Steiermark und Salzburg nachgewiesen.
- Foto: ÖBB/Prinz
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Erste Fälle der Variante BA.4 und ein Fall der Variante BA.5 wurden in Wien nachgewiesen. Die Stadt Wien hat das Gesundheitsministerium am Mittwoch darüber informiert. Auch in der Steiermark und in Salzburg wurden einzelne Fälle identifiziert. Diese Subvarianten sollen Experten zufolge gegenüber BA.2 einen Wachstumsvorteil haben.
ÖSTERREICH. In Wien gab es bereits in der Kalenderwoche 16, also zwischen 18. und 24. April, 24 Nachweise der Variante BA.4 und einen Nachweis von BA.5. "Wir haben es am Radar, aber es beunruhigt uns derzeit nicht. Diese 24 Fälle hängen als ein/mehrere Cluster über mehrere Ecken miteinander zusammen, lokal sehr begrenzt. Plus: Der Trend geht weiter zurück", schrieb der Sprecher des Wiener Gesundheitsstadtrats Peter Hacker (SPÖ), Mario Dujakovic, auf Twitter.
"Wir beobachten die Situation sehr genau. Die laufenden Sequenzierungen geben uns einen guten Überblick über die Verbreitung der Varianten", meinte auch Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne). Aktuell gebe es keinen Handlungsbedarf. Die Studienlage zu den beiden neuen Varianten sei aber noch dünn.
- Hinweise auf schwere Krankheitsverläufe gibt es laut Bergthaler bisher nicht.
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Neue Immunvarianten mit Wachstumsvorteil
Für mehr Informationen zahlt es sich aus, einen Blick auf die Südhalbkugel zu werfen. Dort steuert die südliche Hemisphäre gerade auf die kalte Jahreszeit zu. Die Südhalbkugel ist eine Art Laboratorium für das, was bei uns dann im Herbst passieren könnte. In Südafrika etwa, baut sich gerade die fünfte Infektionswelle auf, hauptverantwortlich dafür sind die Omikron-Varianten BA.4 und BA.5, sagt Virologe Andreas Bergthaler von der MedUni Wien im Ö1-Morgenjournal. Es gibt bereits "ausreichend epidemiologische Daten, die suggerieren, dass diese Subvarianten einen Wachstumsvorteil haben gegenüber BA.2. und Mutationen enthalten, die zum Teil schon von anderen Varianten bekannt waren, zum Beispiel Delta." Diese Varianten werden auch mit Immun-Escape (Immunflucht) assoziiert.
Blick auf den Herbst
Hinweise auf schwerere Krankheitsverläufe gibt es bisher nicht. Und ob das Ganze auf Europa übertragbar ist, bleibt ebenfalls offen. Klar ist jedenfalls: Die Entwicklung des Virus wird weitergehen. Andreas Bergthaler hat kürzlich mit einem Autorenteam die möglichen Szenarien für Herbst und Winter abgesteckt, sie reichen vom Idealszenario: „Das Virus mutiert sich in die Harmlosigkeit“ bis hin zum denkbar schlimmsten Fall „Die Pandemie eskaliert“. Im ungünstigsten Fall gibt es eine Rekombination zwischen dem SARS-Coronavirus 2 und einem anderen Coronaviurs, zum Beispiel dem MERS-Virus, das bei Kamelen vorkommt. "Aber das scheint mir doch sehr unwahrscheinlich", meint der Experte.
Maßnahmen müssen skalierbar sein
Wahrscheinlicher werden die gemäßigten Szenarien autreten, die in etwa so verlaufen werden, wie die letzte Omikron-Welle. Das heißt: Neue Mutationen, neue Infektionen, aber keine Überlastung der Intensivstationen. Vorbereiten kann man sich jedenfalls. Bergthaler fordert: Im Gesundheitsbereich braucht es mehr Personal, für Schulen braucht es endlich effektive Entlüftungsanlagen. Die bestehenden Test- und Überwachungssysteme und auch das Impfen müssen skalierbar sein. Heißt: "Dass wir abhängig davon, welches Szenario uns dann wirklich begegnet, doch dann relativ rasch die Tests auch wieder rauffahren können."
6.760 Neuinfektionen am Mittwoch
6760 Corona-Neuinfektionen sind in den vergangenen 24 Stunden in Österreich gemeldet worden. Vor einer Woche waren es noch 8239 neue Fälle. 17 weitere Menschen, die mit dem Virus infiziert waren, starben. Auf den Intensivstationen wurden drei neue Patienten aufgenommen, damit werden 83 Corona-Patienten intensivmedizinisch behandelt.
Neuinfektionen in den Bundesländern seit der gestrigen Meldung:
Burgenland: 211
Kärnten: 214
Niederösterreich: 1.355
Oberösterreich: 1.186
Salzburg: 341
Steiermark: 610
Tirol: 357
Vorarlberg: 247
Wien: 2.239
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