Feriencamps fraglich
„Vermissen Bekenntnis der Politik zu Kindern“

„Die Situation für Kinder- und Jugendorganisationen ist derzeit schwierig! Es fehlt die Planungsgrundlage für Sommerlager“, so Magdalena Schwarz, Geschäftsführerin der Bundesjugendvertretung.
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Der Sommer naht, am. 3. Juli starten die Schüler im Osten Österreichs in die Ferien, die Eltern stehen erneut vor neun Wochen Betreuungsproblem: Denn ob Camps heuer stattfinden können und unter welchen Voraussetzungen, das ist alles unklar.

ÖSTERREICH. „Die Situation für Kinder- und Jugendorganisationen ist derzeit schwierig! Es fehlt die Planungsgrundlage für Sommerlager“, so Magdalena Schwarz, Geschäftsführerin der Bundesjugendvertretung: „Es ist verständlich, dass man derzeit aus epidemiologischer Sicht nicht sagen kann, ob Ferienlager stattfinden werden können. Da die Vorbereitungen aber schon jetzt beginnen müssen, brauchen wir eine Planungsperspektive, um Ehrenamtliche zu motivieren, da Stornokosten eine große Belastung für die Organisationen darstellen können. Seitens der Alpenvereinsjugend Österreich fordert man klare Richtlinien für den Sommer. Denn das Corona-Jahr heb Spuren bei den Jugendlichen hinterlassen. Was sie jetzt bräuchten, heißt es in einer Aussendung, nach endlosen Tagen drinnen, mit Distance Learning und mit stark eingeschränkten sozialen Kontakten, seien Freiräume und Tage draußen. Es geht um die psychische und körperliche Gesundheit von Kinder und Jugendlichen.

„Vermissen Bekenntnis der Politik zu Kindern“

„Was unseren Jugendlichen aktuell fehlt? Das-Gemeinsam-Draußen-Unterwegs-Sein. Das trägt zu einer stabilen psychischen Entwicklung bei und schafft soziale Kontakte!“, so Nicole Slupetzky, Bundesjugendleiterin und Vize-Präsidentin des Österreichischen Alpenvereins: „Eine Altersgrenze bis 18 Jahre für die Jugendarbeit ist an dieser Stelle einfach realitätsfremd. Die Luft in den Sektionen und Ortsgruppen ist teilweise raus und viele Jugendleiter verlieren aufgrund aller Beschränkungen und Hürden den Kontakt zu ihren Jugendlichen, der hinsichtlich der aktuellen Situation wichtiger denn je wäre!“ Der Apell der Alpenvereinsjugend Österreich ist daher ganz klar: Es braucht endlich ein klares Bekenntnis und den vollen Einsatz der Politik für Kinder und Jugendlichen. Gefordert werden klare Rahmenbedingungen für Sommerlager und Feriencamps für alle Jugendorganisationen Österreichs.

Petition "Sorgenfreier Sommer für alle Kinder“

Auch die Bundesjugendvertretung vermisst Vorgaben: Zwar seien für Mitte Mai Öffnungsschritte angekündigt worden, doch wie es mit den rechtlichen Grundlagen für außerschulische Kinder- und Jugendarbeit und insbesondere für Angebote von Kinder- und Jugendorganisationen während der Sommerferien aussehen wird, bleibe weiterhin offen. Ein breites Bündnis aus Kinder- und Jugendorganisationen (darunter Österreichische Alpenvereinsjugend, Österreichische Bundesjugendvertretung, Österreichische Blasmusikjugend, Evangelische Jugend Österreich, Katholische Jugend Österreich, Katholische Jungschar Österreich, Österreichische Kinderfreunde und Rote Falken Österreich, musiccamps, Naturfreundejugend Österreich, Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs) fordert nun eine rasche Entscheidungen in Bezug auf Feriencamps für Kinder und Jugendliche seitens der Politik. „Kinder und Jugendliche leiden stark an den psychischen Folgen der Pandemie. Es gibt kaum Räume für Austausch mit Gleichaltrigen. Die Belastungsgrenzen sind bei vielen bereits überschritten. Die Kinder- und Jugendarbeit bietet hier dringend notwendige Entlastung“, erklärt Sabrina Prochaska, Vorsitzende der Bundesjugendvertretung.

„Sind zu Hygienekonzepten bereit“

„Wenn wir jetzt nichts tun, wird die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zum Kollateralschaden der Corona-Schutzmaßnahmen“, warnen Julia Zierlinger und Ingrid Haab, die Vorsitzenden der Roten Falken Österreich und verweisen auf zahlreiche Studien zur psychischen Belastung von Kindern während der Corona-Krise. „Kinder und Jugendliche vermissen ihre Freunde. Viele von ihnen vereinsamen“, führt Magdalena Moser, Bundesjugendratsvorsitzende der Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs, an. „Das sind dabei oft die einzigen Angebote, die auch für Kinder und Jugendliche aus armutsbetroffenen Familien leistbar sind”, erklärt Barbara Grüner, Bundesvorsitzende der Katholischen Jungschar Österreichs. Feriencamps würden gerade in solch schwierigen Zeiten nicht nur Erholung, sondern auch Möglichkeiten zur Entwicklung für junge Menschen schaffen: „Wir sind bereit, Hygienekonzepte auf Basis effizienter Teststrategien zu erarbeiten und umzusetzen“, versichert Helmut Schmid, Bundesjugendreferent der Österreichischen Blasmusikjugend. „Dazu brauchen wir aber endlich rechtliche Klarheit.“

Öffnungen dürfen Kinder nicht gefährden

Die Bundesregierung müsse sich jetzt mit Thema auseinandersetzen und Planungssicherheit für die zahlreichen Kinder- und Jugendorganisationen schaffen: „Jeder Tag, der vergeht, gefährdet die Planungen dieser wichtigen Angebote“, sagt Stefan Loidl, Bundesvorsitzender der Naturfreundejugend und fordert eine rasche Entscheidung bis spätestens Ende Mai. „Gleichzeitig darf aber die Vielzahl an derzeitigen Öffnungsschritten in weiten Teilen des Landes einen unbeschwerten Sommer für Kinder, Jugendliche und ihre Familien nicht gefährden”, warnt Christian Oxonitsch, Bundesvorsitzender der Kinderfreunde Österreich.

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