Zustimmung und Ablehnung
Was Österreicher von den Klimarat-Vorschlägen halten

Die Produktion und Konsum tierischer Produkte deutlich zu reduzieren und gleichzeitig vegetarische und vegane Ernährung zu fördern, war ein Vorschlag des Klimarats, den viele Österreicher ablehnen.
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  • Die Produktion und Konsum tierischer Produkte deutlich zu reduzieren und gleichzeitig vegetarische und vegane Ernährung zu fördern, war ein Vorschlag des Klimarats, den viele Österreicher ablehnen.
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Am Wochenende hat sich der Klimarat zum fünften und vorletzten Mal getroffen, um die Klimaschutz-Vorschläge des Gremiums auf ihre Praxistauglichkeit zu überprüfen.

ÖSTERREICH. Bis 2040 will Österreich klimaneutral werden, hierfür sollen 100 repräsentativ ausgewählte Bürger Vorschläge erarbeiten. Ein Team von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen bewertete die vorgeschlagenen Empfehlungen des Klimarats. "Einige Handlungsfelder sind gut Richtung Ziel unterwegs, bei anderen reichen die erarbeiteten Vorschläge aus wissenschaftlicher Sicht noch nicht aus", konstatierte Sebastian Seebauer vom Grazer Joanneum Research. 

Neben dem Feedback der Wissenschafterinnen und Wissenschafter hatte der Klimarat, der als eine Art "Mini-Österreich" umweltpolitische Empfehlungen an die Politik erarbeiten soll, auch die Ergebnisse der landesweiten Online-Beteiligung einzuarbeiten. 6.000 Personen haben die Möglichkeit genutzt, ihre Meinung zu den bisher erarbeiteten Ideen des Klimarats abzugeben und zusätzlich 5.000 eigene Vorschläge gemacht.

Strengere Klimaschutzvorgaben bei den Raumordnungsgesetzen wünschen sich viele Österreicher, damit weniger zubetoniert wird.
  • Strengere Klimaschutzvorgaben bei den Raumordnungsgesetzen wünschen sich viele Österreicher, damit weniger zubetoniert wird.
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Fleischverzicht umstritten

Größte Uneinigkeit zeigte sich laut Aussendung des Klimarats beim Vorschlag, die Produktion und den Konsum tierischer Produkte, insbesondere Fleisch deutlich zu reduzieren und gleichzeitig vegetarische und vegane Ernährung zu unterstützen und zu fördern. Auf weniger taube Ohren stieß der Vorschlag, dass Obst und Gemüse, das nicht der Norm entspricht, gleichwertig in den Handel kommen solle, um die Vernichtung von Lebensmitteln zu verringern. Ebenso fand die Forderung, dass es für Konsument: innen einfacher sein müsse, sich bewusst, regional und nachhaltig zu ernähren, große Zustimmung.

Zwist bei Tausch alter Heizungen

Auf breite Akzeptanz stieß der Vorschlag, eine EU-weite Kerosinsteuer einzuführen. Für die Empfehlung des Klimarats, die Raumordnungskompetenzen der Bürgermeister:innen auf Landesebene zu verschieben, konnten sich ebenso viele Teilnehmer:innen der Umfrage begeistern. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h im Ortsgebiet einzuführen lehnte  eine kleinere Gruppe von Teilnehmenden ab. Ähnlich war es auch beim Vorschlag nach der Beschränkung auf 100 km/h auf Autobahnen. Sehr große Zustimmung fand der Vorschlag, dass sich Österreich für eine EU-weite Umsetzung der Kerosinsteuer einsetzen soll. Besonders umstritten war hingegen die Idee, Eigentümer zur klimafreundlichen Sanierung von Häusern und zum Tausch alter Heizungen zu verpflichten.

Beim sechsten und letzten Treffen des Klimarats am 11. und 12. Juni in Salzburg sollen die 100 Bürgerinnen und Bürger ihre Empfehlungen an die Politik beschließen. Der anschließend erstellte Bericht soll Anfang Juli 2022 der Öffentlichkeit präsentiert werden.

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