TAXISPALAIS und Cinematograph
Filmvorführung "The Inheritance" (2021) und Gespräch mit Elizabeth A. Povinelli

Elizabeth A. Povinelli, The Inheritance (Film Still), 2021
  • Elizabeth A. Povinelli, The Inheritance (Film Still), 2021
  • Foto: Elizabeth A. Povinelli
  • hochgeladen von Christina Werner

Filmvorführung The Inheritance (2021) und Gespräch mit Elizabeth A. Povinelli im Cinematograph

Eine Kooperation des TAXISPALAIS Kunsthalle Tirol mit dem Cinematograph im Rahmen der Ausstellung GÖTTINNEN. Film und Veranstaltung finden in englischer Sprache statt.

Freitag, 18. März 2022, 19 Uhr
Eintritt 8,90 €, ermäßigt 7,60 €
Reservierung www.leokino.at

Elizabeth A. Povinelli (Professorin für Anthropologie und Gender Studies, Columbia University; Karrabing Film Collective) zeigt ihren Film The Inheritance und spricht im Anschluss mit Nina Tabassomi (Direktorin TAXISPALAIS).

In ihrem Videoessay The Inheritance spürt Elizabeth A. Povinelli der Frage nach, wie das Erbe einer Gemeinschaft aus einer weißen Perspektive erzählt werden kann, ohne dabei die Unterschiede zwischen grundsätzlich verschiedenen Formen der Enteignung, Gewalt und Vertreibung zu negieren. Sie untersucht die Gegenwärtigkeit gebrochener Geschichten ihrer Vorfahren in ihrem eigenen Leben und die Enteignung, der der Povinelli-Clan Anfang des 19. Jahrhunderts in einem Dorf in der heutigen italienischen Region Trentino-Südtirol ausgesetzt war. Diese Art von Enteignung zielte jedoch eher auf Proletarisierung denn auf Vernichtung, von der wiederum indigene Gemeinschaften wie beispielsweise Mitglieder der Karrabing-Familie betroffen waren (siehe deren zwei Videos in der Ausstellung GÖTTINNEN), zu der heute auch Povinelli gehört. Wie kann von Ethnizität, Verwandtschaft und Zugehörigkeit in einer Weise gesprochen werden, die es einerseits erlaubt, Verbindungen zwischen unterschiedlichen traumatisierten Gemeinschaften zu knüpfen, und anderseits, das Bewusstsein für Differenzen hinsichtlich von Machtkonstellationen und Gewalterfahrungen aufrechtzuerhalten? Die Lösung, die Povinelli vorschlägt, besteht in einer Form des sensiblen Geschichtenerzählens, das sich nicht nur der weißen Vorherrschaft und dem Nationalismus widersetzt, sondern auch allen Formen naiver Identifikation mit indigenen Gemeinschaften, die Opfer kolonialer Siedlergewalt wurden, widersteht.

Die Ausstellung GÖTTINNEN, kuratiert von Nina Tabasomi entsteht prozessual. Die Arbeiten von Elisabeth von Samsonow und dem Karrabing Film Collective sind bereits in TAXISPALAIS eingezogen. Die Werke von Tejal Shah und Emeka Ogboh folgen noch im Zwei-Wochen-Rhythmus. Dazwischen zeigt Ursula Beiler Performances. Das Publikum erhält mit einem Ticket viermaligen Zutritt. Es kann dem Aufbau der Arbeiten beiwohnen und wird über Newsletter informiert, sobald eine neue Arbeit fertig installiert ist. Zum Finissage-Wochenende feiern wir ein Fest, sofern die Pandemie es zulässt.

KÜNSTLER*INNEN Ursula Beiler, Karrabing Film Collective, Emeka Ogboh, Elisabeth von Samsonow, Tejal Shah

KARRABING FILM COLLECTIVE im TAXISPALAIS
The Mermaids, Mirror Worlds, 2018, Zwei-Kanal-Videoinstallation, 34:50 Min.
Just because you don’t see it…, 2020, HD-Video, 2:26 Min.

GÖTTINNEN +++ DAUER 4. Februar – 1. Mai 2022 +++ ORT TAXISPALAIS Kunsthalle Tirol, Maria-Theresien-Straße 45, 6020 Innsbruck +++ ÖFFNUNGSZEITEN Di – So 11 – 18 Uhr, Do 11 – 20 Uhr, Mo geschlossen +++ INFORMATION www.taxispalais.art www.taxispalais.art und www.facebook.com/taxispalais +++ EINTRITT 6 Euro / ermäßigt 4 Euro +++ EINTRITT GRUPPEN AB 10 PERSONEN 4 Euro / pro Person +++ EINTRITT FREI Donnerstags ab 18 Uhr, Menschen mit besonderen Bedürfnissen, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre.

BILDSUJET Elizabeth A. Povinelli, The Inheritance (Film Still), 2021

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