"Früher war alles besser"
Frauen und Technik bereichern die Feuerwehr
- Die FF Stainz hat aktuell 15 weibliche Mitglieder.
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In der Serie "Früher war alles besser" vergleicht MeinBezirk die Vergangenheit mit der Gegenwart. Was hat sich verändert? Dieses Mal widmen wir uns dem Feuerwehrwesen im Bezirk Deutschlandsberg.
BEZIRK DEUTSCHLANDSBERG. Die Feuerwehren im Bezirk Deutschlandsberg sind mit der Zeit, mit den Aufgaben und mit den Menschen in der Region mitgewachsen. "Vor allem in der Entwicklung der Technik hat sich vieles getan, das Meiste im positiven Sinn", überlegt Bereichsfeuerwehrkommandant OBR Josef Gaich, der bereits seit 45 Jahren Feuerwehrmitglied ist. Laut ihm hat die Unterstützung durch Computer und andere elektronische Hilfsmittel sowohl zur Erleichterung im Einsatz als auch zur Sicherheit der Mannschaft beigetragen.
Entwicklung der Mitgliederzahl
Derzeit sind in den Reihen der Feuerwehren im Bezirk Deutschlandsberg etwa 3.800 Personen gemeldet, ungefähr 400 davon sind Jugendliche und rund 400 Feuerwehrseniorinnen und -senioren. "Diese Mitgliederzahl hat sich in den letzten zehn Jahren mit plus/minus 100 Personen eingependelt", verrät uns Gaich. Laut ihm hat die Gesamt-Mitgliederzahl vor ca. zwölf Jahren einen Sprung nach oben erfahren, denn dort wurde das Eintrittsalter von zwölf auf zehn Jahre herabgesenkt und somit die Zahl der Jugendlichen in den Wehren um etwa 30 Prozent gesteigert.
- Bereichsfeuerwehrkommandant OBR Josef Gaich ist bereits seit 45 Jahren ein Mitglied der Feuerwehr.
- Foto: Gaich
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Frauen in der Wehr
"Sehr positiv ist der Umstand zu werten, dass aktuell ca. 400 weibliche Mitglieder im gesamten Bezirk ihren Dienst in den Wehren versehen", berichtet Gaich. Hier sei eine starke Altersdifferenz zu beobachten: Etwa 100 Mädchen sind im Dienst der Feuerwehrjugend, von den restlichen 300 Damen sind mehr als die Hälfte jünger als 35 Jahre.
Vor etwa 30 Jahren habe es noch sehr wenige Frauen bei der Feuerwehr gegeben: nur etwa 50 im gesamten Bezirk Deutschlandsberg. "Davor wurde jenen Wehren, die sich mit dem Thema 'Frauen in der Feuerwehr' beschäftigten, auch nicht unbedingt weitergeholfen", erinnert sich der Bereichsfeuerwehrkommandant. Er erzählt von einer Episode aus dem Jahr 1980: Damals hat die Wehr Michlgleinz eine zehnköpfige Damengruppe gehabt, diese durfte beim Landesleistungsbewerb, der damals in Deutschlandsberg ausgetragen wurde, nicht antreten.
"Erst ab der Jahrtausendwende begann sich der Anteil an Frauen in der Feuerwehr zu erhöhen, was sich auch auf die Gesamtmitgliederzahl auswirkte. Waren es in den 1980er-Jahren etwas mehr als 3.000 'Herren', die im Mitgliederstand aufschienen, so waren es um die Jahrtausendwende 3.400 bis 3.500 und in den letzten Jahren wie erwähnt um die 3.800 Personen in den Reihen der Feuerwehren des Bezirks."
OBR Josef Gaich, Bereichsfeuerwehrkommandant
- Alina Hohensinger: Frauen bei der Feuerwehr sind schon lange keine Rarität mehr.
- Foto: privat
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Ein positives Beispiel
Die 25-jährige Alina Hohensinger ist seit dem Jahr 2019 bei der Freiwilligen Feuerwehr Stainz, zwischenzeitlich war sie außerdem ein Mitglied der Betriebsfeuerwehr Magna Powertrain. "Bei uns gibt es schon länger sehr aktive weibliche Feuerwehrmitglieder. Dementsprechend ist es 'normal', dass wir Frauen aktiv im Feuerwehrdienst dabei sind. Wir sind auch in allen Bereichen bei uns vertreten", berichtet Hohensinger von der FF Stainz, die aktuell 15 Mädchen und Frauen im Team hat.
"Ich glaube, dass es gut ist, wenn Frauen Teil der Feuerwehr und des Einsatzdienstes sind. Wir haben teilweise andere Stärken und Fähigkeiten als Männer, die wir aber gut nutzen können und dementsprechend ergänzend wirken."
Alina Hohensinger, FF Stainz
"Wir werden gleich wie Männer dort eingesetzt, wo unsere Stärken liegen. Natürlich muss man sich beweisen, aber das müssen die männlichen Kameraden auch, wenn sie zur Feuerwehr kommen. Ich habe immer die Möglichkeit bekommen, dass ich mich weiterentwickle und wurde gefördert", meint die junge Feuerwehrfrau. Besonders am Herzen liegt ihr das "SvE-Team", das für die Stressverarbeitung nach belastenden Einsätzen im Bereich Deutschlandsberg zuständig ist. Bei dessen Einführung durfte und darf sie maßgeblich beitragen und unterstützen. "Hier sieht man vielleicht allgemein im Vergleich zu früher, dass nicht nur die körperliche Gesundheit für die Feuerwehren wichtig ist, sondern auch die psychische", meint Hohensinger.
Zumindest in ihrer Feuerwehr ist eine Frau keine Rarität mehr, dennoch meint sie: "In manchen Einsätzen bekommt man von der Zivilbevölkerung schon die eine oder andere 'spannende' Frage bzw. Ansage zu hören. Aber wir sind ein Team. Kameradschaft unterscheidet nicht zwischen Geschlechtern." Im Vergleich zu früher glaubt sie, dass Frauen es heute leichter haben, Teil der Feuerwehr zu werden – ohne komische Blicke zu ernten.
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