Schwarze Sulm: Der Kampf ist noch nicht zu Ende

Auch die Grünen sowie Vertreter des WWF u.a. machen sich um das Naturjuwel "Schwarze Sulm" stark.
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Seit nunmehr 15 Jahren ist der Kampf um die Schwarze Sulm im Gange. Alle Umweltorganisationen, von WWF über Riverwatch bis hin zur AG zum Schutz der Koralpe, ziehen dabei an einem Strang und wollen die Errichtung des geplanten Kraftwerks verhindern. Nach dem höchstgerichtlichen Urteilen vom Mai stünde dem Bau des Kraftwerks nichts mehr ihm Wege.

Bewilligungen ausständig

"Eine endgültige wasserrechtliche sowie forstrechtliche Bewilligung für den Bau steht aber noch aus", so Sabine Jungwirth von den Grünen beim einem Pressegespräch in Schwanberg. Franz Zirngast von der "AG zum Schutz der Koralpe" ist seit der ersten Stunde ein Gegner des geplanten Kraftwerks. "Ich denke dabei vor allem an die Kinder und die nächsten Generationen", so Zirngast. Aufgrund der ausstehenden Bewilligungen wird derzeit an der Schwarzen Sulm auch noch nicht gearbeitet.

Richtungsweisendes Projekt

Generell wird die Schwarze Sulm als Präzedenzfall gesehen: "Darf hier gebaut werden, kann auch in allen anderen Naturschutzgebieten Europas gebaut werden. Dies gilt es zu verhindern", sind sich alle Beteiligten einig. "Ich bin der Überzeugung, dass das Kraftwerksprojekt nicht in einen derart sensiblen Naturraum passt, der sich durch Naturdenkmale, geschützte Arten und das Europaschutzgebiet besonders auszeichnet", so Ute Pöllinger, Umweltanwältin. Für alle Anwesenden ist klar: "Jetzt ist die Politik am Zug, um das Projekt zu verhindern und die Schwarze Sulm unbebaut zu belassen." Man darf gespannt sein, wie es weitergeht.

Großes Fest

Nach dem Pressegespräch wurde zum großen "Fest für die Schwarze Sulm" geladen. Nach einer naturschutzfachlichen Wanderung entlang des Flusses stand auch eine Fotoausstellung, ein Impulsreferat und eine Podiumsdiskussion auf dem Programm. Zahlreiche Interessierte aus nah und fern nahmen an der Veranstaltung teil.

Das Match um den steirischen Naturfluss geht in die Verlängerung

Und der Effekt hat gestern Abend das Blatt gewendet: Der Gemeinderat sprach sich mit 14:3 Stimmen gegen die Inanspruchnahme von zwei Gemeindegrundstücken aus, die für das private Kraftwerk benötigt werden würden.
Der WWF wertet das Erdrutsch-Ergebnis dieser Abstimmung als großen Erfolg für die Natur, der für die Weitsicht der Gemeindevertreter spricht: „Wir gratulieren dem Gemeinderat zu dieser klugen Entscheidung“, freut sich WWF-Flussexperte Gebhard Tschavoll. „Das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung für eine nachhaltige Zukunft der Schwarzen Sulm.“

Das geplante Projekt steht im Konflikt mit mehreren Prädikaten, die das Naturjuwel Schwarze Sulm auszeichnen: 1998 verpflichteten sich das Umwelt- und Landwirtschaftsministerium und der WWF gemeinsam, sie als „Flussheiligtum“, also besonders wertvolle heimische Flussstrecke, dauerhaft vor Eingriffen zu schützen. Außerdem ist der Naturfluss als Natura 2000 - Europaschutzgebiet und in zwei Bereichen als Naturdenkmal ausgewiesen.
„Die Zukunft der Schwarzen Sulm liegt nicht in Rohren, sondern in ihrem viel größerem Potenzial als einzigartiger Naturfluss“, so die Hoffnung des WWF und aller naturbegeisterten Menschen, nach dem gestrigen Abstimmungserfolg.“

Autor:

Eva Heinrich aus Leibnitz

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