Wer helfen will, kauft im Ort
Trip durch ein Corona-gebremstes Stainz

Lebenswichtige Einrichtungen – hier die Apotheke - sind offen
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  • hochgeladen von Gerhard Langmann

Einleitend: Man kommt nicht umhin, der Regierungsmannschaft ob ihrer besonnenen Vorgangsweise Respekt zu zollen. „Die Bestimmungen sind hart und einschneidend“, sieht Bgm Walter Eichmann im Zusammenstehen der Bevölkerung die einzige Chance, dem Dilemma einigermaßen gut zu entkommen.
Senioren und gesundheitlich vorbelastete Menschen sind die am meisten gefährdete Bevölkerungsgruppe. Kontakte möglichst zu reduzieren, lautet das Credo aller Gesundheitsexperten. Das Seniorenhaus Stainz reagierte mit einer Besuchersperre, im Vorfeld wurde – wie in der Homepage zu lesen – bereits eine lückenlose Registrierung der Besucher vorgenommen. Mit einer Verstärkung der Zustelldienste wollen die Lebensmittelgeschäfte eine Versorgung der Senioren gewährleisten. Sie erhalten dabei einen Beistand: Die Marktgemeinde stellt Mitarbeiter bei, um allfällige Engpässe in der Belieferung zu vermeiden.
Vollkommen zum Stillstand gekommen ist das sportliche Geschehen. „Wir haben den Trainingsbetrieb vollkommen eingestellt“, denkt Sportclub-Obmann Kurt Moser an die Gesundheit von Spielern und Trainern. Dass dadurch eine Verzerrung der Meisterschaft erfolgt, glaubt er nicht: „Der Fußballverband wird eine gerechte Lösung finden.“ Leere Turnsäle gibt es auch beim Turnverein. „Das ist man den Mitgliedern schuldig“, hofft Sportwart Günther Fließer auf eine Fortsetzung der Aktivitäten nach den Osterferien.
Das Vereinsleben – immer wieder als wichtige soziale Säule der Gesellschaft bezeichnet – erlebt derzeit einen Tiefpunkt. „Der Landesverband hat sogar die Proben untersagt“, hat Obmann Kevin Schwarzl unverzüglich die Jahreshauptversammlung des Musikvereins abgesagt. Denselben Schritt setzte der ESV Rassach, der zudem das Hobby-Duo-Turnier Ende März und das Schnitzelsemmelturnier Anfang April auf unbestimmte Zeit verschob. Ebenfalls ein Opfer der Krise wurde die Pfadfindergruppe Frauental-Rassach, die ihre Mitgliederversammlung aussetzte. Betroffen sind auch der Flascherlzug und die Stainzer Museen, deren Start nun zeitlich ungewiss ist.
Leidtragender der Corona-Maßnahmen ist auch der Kulturbetrieb. Leben Sie noch oder strumpfen Sie schon? hätte der Titel der Uschy-Maier-Produktion gelautet, der ebenso wie das Broadlahn-Konzert beim Rauch-Hof, das Frühlingsstimmen-Konzert der Chorgemeinschaft, das Lauschkonzert von Gemeinsam in Stainz und die „Unverträglichkeiten“ der Theatergruppe Stainz der Absage anheimfiel. „Momentan ist Funkstille“, will „StainZeit“-Frontmann Peter Nöhrer die Entwicklung abwarten. Betroffen sind auch Schulveranstaltungen: Das Bezirkssingen an der Neuen Mittelschule und die Musical-Aufführung an der Volksschule Stainz wird es erst nach Beruhigung der Lage geben.
Nicht absehbar sind momentan die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Wirtschaft. „Alle Lager sind voll“, appelliert „Stainzer Wirtschaft“-Obfrau Claudia Dunst-Mösenlechner an alle Konsumenten, Geduld zu haben und in Stainz und nicht Online zu kaufen. Zudem sollte bereits jetzt Aktionen für das Danach angedacht werden.
Auch die Politik agiert derzeit auf Sparflamme. „Der bestehende Gemeinderat ist voll funktionsfähig“, bestätigt Bgm Walter Eichmann, dass die Verschiebung der Wahl kein großes Problem darstellt. Der Wahlkampf werde, so auch SPÖ-Ortsparteiobmann Thomas Stoimaier, zwischenzeitig ausgesetzt: „Aktuell hat die Gesundheit der Menschen Vorrang.“
Es kann nicht oft genug gesagt werden: Disziplin des Einzelnen gilt momentan als das höchste Gut. Um mit dem Roten Kreuz zu sprechen: Es muss eine Ehre sein, im Team Österreich mitzuspielen.

Autor:

Gerhard Langmann aus Deutschlandsberg

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