22.06.2017, 10:27 Uhr

Die Liebe erobert den Ernst des Lebens

Stefan Eisner (hinten links) inszeniert die Komödie „Ernst ist das Leben [Bunbury]“ von Oscar Wilde.

Sommertheater in der Schlosstenne Burgstall in Wies

Sommerzeit ist Theaterzeit. An den unterschiedlichsten Plätzen wird nach Herzenslust gespielt. In Wies wird ab dem 30. Juni die Schlosstenne Burgstall zum Aufführungsort. Als Sommertheater 2017 bringt die Kulturinitiative Kürbis in der Regie von Stefan Eisner die Komödie „Ernst ist das Leben [Bunbury]“ von Oscar Wilde auf die Bühne.


(jf). In der stark gekürzten Komödie in drei Akten geht es um Gentlemen, um die Liebe, um Geld, Ansehen und um Ausreden. Verstrickungen tun das ihre, um das Stück, das auch mehrfach verfilmt wurde und auch als Disney Comic erschienen ist, amüsant zu machen.

Von den Kostümen und der Ausstattung her wurde die unterhaltsame Verwechslungsgeschichte in die 70er-Jahre gelegt. Ein Wiedersehen mit wunderbaren Wandtapeten und Glockenhosen. Das Bühnenbild ist bunt. Schön bunt, bunt wie das Leben. Das allerdings für Gentlemen auch recht eintönig sein kann. Jack Worthing (Daniel Schuster) und Algernon „Algy“ Moncrieff (Roland Prattes) können ein Lied davon singen. Beide wenden sich daher regelmäßig vom Alltag ab. Den eine vergnügt sich gerne auf dem Land, den anderen zieht es in die lebhafte Stadt. Jeder erfindet Alibipersonen, um den Ausflügen ungestraft und ohne Gesichtsverlust frönen zu können.

„Die Komödie stammt wahrscheinlich aus dem Jahr 1895, aber sie hat an Aktualität nichts verloren.“
Regisseur Stefan Eisner

Die beiden Gentlemen, der eine wohlhabend, der andere arm aber aus gutem Hause, genießen das Leben. Wenn Jack, der Vermögende, die Tristesse des Landlebens satt hat, muss er seinem missratenen Bruder in der Stadt aus der Patsche helfen. Oder umgekehrt, denn die Person ist nämlich frei erfunden. Auch Algy zaubert sich eine Scheinfigur aus dem Hut, um den unliebsamen Verpflichtungen, die ihm seine Tante auferlegt, zu entfliehen. Er gibt vor, einen kranken Freund namens Bunbury auf dem Land zu besuchen. Alles geht gut, bis auf einmal mit Gwendolen (Cornelia Waltl) und Cecily (Lisa Schmid) zwei reizende junge Damen in das Leben der zwei Männer aus der Oberschicht treten. Bei allen Ausredekünsten sind Verwirrungen unweigerlich vorprogrammiert. Doch am Ende siegt die Liebe über das Materielle. Der erste Akt spielt im Wohnzimmer bei Algy, der zweite im Garten des Landhauses von Jack, der dritte im Landhaus.

Oscar Wilde („Allem kann ich widerstehen, nur der Versuchung nicht.“) zählt zu den bedeutensten Schriftstellern des 19. Jahrhunderts. Er hat mit Vorliebe gesellschaftskritische Komödien geschrieben. Das Stück „Ernst ist das Leben [Bunbury]“ dürfte 1895 entstanden sein, wenige Jahre vor seinem Tod. Sein individueller Lebensstil kostete ihn letztendlich Karriere und Gesundheit. Wilde starb 1900 verarmt in Paris und wurde nur 46 Jahre alt. „Er hat sich und die anderen nicht geschont“, so Regisseur Stefan Eisner.

Die Komödie in der deutschen Fassung von Elfriede Jelinek nach einer Übersetzung von Karin Rausch hat am 30. Juni um 20 Uhr in der Schlosstenne Burgstall Premiere. Weitere Spieltermine: 5., 7., 8., 12., 14., 15. und 19. Juli mit Beginn um jeweils 20 Uhr.

Karten und Info: 03465/7038, 0664/1615554, kuerbis@kuerbis.at, www.kuerbis.at, facebook.com/kuerbiswies

Fotos: Josef Fürbass
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