19.10.2014, 08:58 Uhr

„Försterstammtisch“ in Sommereben

Bei der unteren Glaserwiese

Hobbyforscher Karl Dudek brachte die Geschichte der Glaserzeugung im Reinischkogelgebiet näher.

Seit exakt dreißig Jahren besteht der „Försterstammtisch“ der Region Koralm, ein freundschaftliches Treffen aktiver und ehemaliger Förster aus den Bezirken Deutschlandsberg und Voitsberg. Koordinator für die insgesamt 28 Mitglieder ist Gerald Ottinger, der ehemalige Bedienstete der Forstverwaltung Liechtenstein. „Die Geselligkeit soll im Vordergrund stehen“, lud Ottinger diesmal zu einer Führung mit Hobbyforscher Karl Dudek.
„Nicht umsonst befinden wir uns im Pottachwald“, erklärte Dudek den Standort der Glaserzeugung mit der Verfügbarkeit von Holz. Denn der Werkstoff sorgte für ausreichend viel „Pottach“ (Pottasche) und war auch der Grundstoff für die notwendige Energie. Das Areal auf der unteren Glaserwiese wurde zwar nicht bearbeitet, die Konturen von Öfen, Teichanlage, Schutthalde und Siedlungshäusern waren aber klar zu erkennen. Prunkstück der Glaserwiese ist die freigelegte Anlage oberhalb des Gasthofes Klugbauer, die nun zum Schutz der Fundstätte mit einer Waldglashütte im Ausmaß der seinerzeitigen Gebäude umbaut wurde. „Wir stehen hier im Schürbereich“, informierte Dudek, dass der Ofen Tag und Nacht befeuert wurde. Eine Kreuzbelüftung sorgte für die Sauerstoffzufuhr, um im Schmelzbereich die erforderliche Temperatur von zirka 1.800 Grad zu halten. Nach dem Schmelzvorgang kamen die Werkstücke, um ein Bersten zu vermeiden, in den Kühlofen. „Wir haben auch Werkzeuge gefunden“, gab sich Dudek stolz, den besterhaltenen Glasofen Europas auf dem Reinischkogel zu haben.
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