„Tschechen weit voraus“
S 10 soll in sieben Jahren an die D 3 anschließen
- Peter Handlos (r.), Bezirksparteichef und Verkehrssprecher der FPÖ Oberösterreich, im Interview mit Mühlviertel TV.
- Foto: MeinBezirk/Justin Pröll
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Der Ausbau der tschechischen Autobahn Dálnice D 3 schreitet voran. Diese soll 2026 größtenteils fertig sein. Die S 10 soll 2032 vollständig an sie anschließen.
RAINBACH, TSCHECHIEN. Im Jahr 2024 wurden drei Abschnitte der D 3 von Budweis bis Kaplice eröffnet – mit einer Länge von rund 30 Kilometern. Nun fehlen auf tschechischer Seite nur noch wenige hundert Meter bis zum Grenzposten Wullowitz.
„Bei diesem Projekt sind die Tschechen uns Österreichern weit voraus“, bedauert Peter Handlos, Bezirksparteichef und Verkehrssprecher der FPÖ Oberösterreich. „Nächstes Jahr im Herbst ist im Nachbarland alles fertig – wir Österreicher brauchen hingegen bis 2032.“
Umfahrung Rainbach
Währenddessen läuft in Oberösterreich seit Ende 2023 der Ausbau der Mühlviertler Schnellstraße S 10 nach Norden. Von der Anschlussstelle Freistadt Nord bis Wullowitz sind es rund 16 Straßenkilometer. Derzeit wird das erste, rund sieben Kilometer lange Teilstück errichtet: die Umfahrung Rainbach.
- Vladimira Hruskova (l.), Projektleiterin der südböhmischen D 3.
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Baustart für 2028 geplant
Für den letzten, etwa neun Kilometer langen Abschnitt, der an die D 3 anschließen soll, laufen die Planungen. Die Projektwerber streben einen Baustart im Jahr 2028 an. 2032 soll das abschließende Teilstück, das zwischen Rainbach und Wullowitz liegt, fertiggestellt werden. Die Einreichung zur Umweltverträglichkeitsprüfung und der Start für die Grundeinlösen durch die Asfinag ist im Oktober erfolgt.
- Bis zum Grenzposten Wullowitz fehlen nur noch einige 100 Meter.
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Großer Teil schon fertig
Zeitlich sind die tschechischen Projektpartner Österreich voraus: Im Nachbarland ist schon ein großer Teil der D 3 fertiggestellt – besonders im südlichen Bereich. 2027 soll Budweis mit der Grenze zu Österreich verbunden sein. „In erster Linie geht’s natürlich darum, die Straßen vom Schwerverkehr zu entlasten“, sagt Peter Handlos, Bezirksparteichef und Verkehrssprecher der FPÖ Oberösterreich. „Davon wird auch Rainbach profitieren. Ich kenn’s ja selbst: Wenn man dort den Zebrastreifen vor dem Gemeindeamt überqueren will, muss man zuerst ein paar Lkw vorbeilassen.“
Vom Nachbarland überholt
„Bei diesem Projekt sind die Tschechen uns Österreichern weit voraus“, bedauert Handlos. „Nächstes Jahr im Herbst ist im Nachbarland alles fertig – wir Österreicher brauchen hingegen bis 2032. Es kam zu einigen Verzögerungen. Und es hilft natürlich auch nicht, wenn sich bei jeder Kleinigkeit irgendein Frosch beschwert.“
Entlastung vom Durchzugsverkehr
So beurteilt Günter Lorenz, Bürgermeister von Rainbach, den Fortschritt des Projekts: „Beim Weiterbau der S 10 sind wir in der Zeitschiene. Wir hoffen auf eine positive Umweltverträglichkeitsprüfung, um auch für Kerschbaum die Entlastung vom steigenden Durchzugsverkehr zu erreichen.“
Steinkellner: „Ostumfahrung Linz ist entscheidend“
„Mit dem raschen Baufortschritt in Tschechien wächst der Druck auf Österreich, die Anschlussinfrastruktur konsequent weiterzuentwickeln“, sagt Günther Steinkellner, Landesrat für Verkehr und Infrastruktur (FPÖ). „Die Ostumfahrung Linz ist das entscheidende Bindeglied. Ohne diese leistungsfähige Verbindung wird der Verkehr der D 3 in die bestehenden Engstellen rund um Linz geleitet – mit massiven Folgen für Pendler, Wirtschaft und Umwelt.“
Hinweis: Hier geht’s zum Kommentar „Es braucht Straßen, aber Schienen auch“ von Justin Pröll.
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