Dort anpacken, wo es einfach zu helfen gilt

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GRATKORN. Wenn Karl Wieland davon spricht, wie Menschen geholfen werden kann, die durch eine schwere Krankheit oder Behinderung finanziell benachteiligt sind, dann spricht er in einer ruhigen, angenehmen Tonlage. Man merkt, dass er dort anpackt, wo er gebraucht wird. "Es war mir in meinem ganzen Leben immer schon ein Anliegen, Menschen, denen es nicht gut geht, zu helfen. Ich kann das leider nicht mit Worten formulieren, es ist einfach das Gefühl, die Freude, die man fühlt, wenn man jemandem helfen kann", sagt der pensionierte Gratkorner und ehemalige Unternehmer.

Helfende Vierbeiner

Aus diesem Gefühl heraus gründete Wieland 2013 ÖBAHO, die Österreichische Blindenführhunde- und Assistenzhunde-Organisation. Von hier aus begleitet er Projekte in ganz Österreich und unterstützt die Finanzierung der Ausbildung und Haltung von Begleithunden. "Wichtig beim Spenden war für mich immer, dass jene Menschen, die Spenden- und Förderbeiträge an uns entrichten, genau informiert werden über unsere Tätigkeiten, unsere Projekte und was mit dem Geld passiert", sagt er. Ein Fall bleibt ihm besonders in Erinnerung: Manfred Mager war seit einem Unfall an den Rolllstuhl gefesselt und stets auf Hilfe angewiesen. Als sein damaliger Assistenzhund verstarb, verlor er endgültig den Lebensmut. Mit Unterstützung von Karlheinz Ferstl, Hundeausbilder aus dem Burgerland, wurde Mager Seppi zur Seite gestellt. "Er lachte und weinte zugleich, die Tränen liefen ihm die Wangen entlang, wobei auch bei uns keine Auge trocken blieb. So viel wahre Freude haben wir schon lange nicht mehr gesehen. Auch Assistenzhund Seppi fühlte sich bei Mager sofort wohl und blieb den ganzen Besuch über an seiner Seite sitzen oder liegen. Als wir nach einiger Zeit anriefen, um mal nachzufragen, wie es ihm ginge, war seine Mutter am Telefon und meinte, dass ihr Sohn nicht zuhause sei, da er mit Seppi jetzt wieder sehr viel unterwegs ist", sagt Wieland. Mager kann durch diesen Assistenzhund Seppi wieder ein kontaktreiches Leben führen. Er hat auch seine Lebensfreude komplett zurückgewonnen, trifft sich mit Freunden und ist mit Seppi unterwegs.

Hilfe für ein Sterbehospiz

Neben dem Projekt für die Assistenz- und Blindenhunde betreut Wieland ein Projekt in Thailand: das Aids-Kloster und Sterbehospiz in Lopburi, das er jährlich besucht.
"Als ich über das deutsche Fernsehen einen Bericht über das Aidskloster und Sterbehospiz in Lopburi sah, konnte ich nicht glauben, dass es heutzutage noch Menschen gibt, welche die an HIV-Infizierte Menschen, darunter auch sehr viele Kinder, wie Aussätzige behandeln und diese von der Gesellschaft wie auch von der eigenen Familie verstoßen und ausgeschlossen werden", meint Wieland mit fester Stimme. Im Zuge eines persönlichen Besuches in diesem Kloster beim Abt Dr. Alongkot Dikkapanyo überzeugte er sich persönlich davon, wo Hilfe notwendig war.
Obwohl die Hilfeleistungen des Vereins vorrangig in Österreich bleiben, konnte der Pensionist nicht umhin, sein restliches, zur Verfügung stehendes Bargeld als Soforthilfe dem Abt zu übergeben. "Wir haben eine Vereinsbesprechung vereinbart, dass wir einmal im Jahr eine Spende auch an dieses Aidskloster bzw. Sterbehospiz machen."

Zur Person und zu Öbaho

Karl Wieland wurde am 10. Dezember 1953 in Knittelfeld geboren.
Als ältestes von sieben Kindern übernahm er früh Verantwortung für die Familie.
Nach der Hauptschule begann er eine kaufmännische Lehre. Sieben Jahre verbrachte er im Handelswesen in Deutschland.
Mit seiner Rückkehr übernahm er diverse Geschäftsstellen.
1996 kündigte er aufgrund persönlicher Schicksale seine Position.
Heute lebt der Pensionist mit seiner Lebensgefährtin in Gratkorn.

2013 gründet Karl Wieland die Öbaho in Gratkorn. Anreiz dafür war, wie andere Organisatoren mit Spenden umgehen. "Ich will die Spenden transparent machen", sagt er.
Mit ihm arbeiten fünf Mitarbeiter ehrenamtlich.
Spenden für Assistenz- und Blindenhunde gingen bereits in alle Bundesländer.
Infos: www.oebaho.at

Karl Wieland ist ein stiller Helfer: "Ich helfe denen, die durch den sozialen 'Rost' fallen."


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