Plabutschtunnel: Zum Jubiläum wird saniert

Präsentieren das Sanierungsprojekt: LR Anton Lang (m.) und die ASFINAG-Geschäftsführer Rainer Kienreich (l.) und Gernot Brandtner
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  • hochgeladen von Nina Schemmerl

Es ist eine besondere Beziehung, die die GUler und Grazer mit dem Plabutschtunnel haben: Seit drei Jahrzehnten entlastet er den Verkehr und sorgt bei Pendlern und Einheimischen mit Arbeiten und Sperren für heftige Diskussionen. Um den Plabutsch auf moderne Sicherheitsstandards zu bringen, investiert die ASFINAG 64 Millionen Euro in technische Modernisierung.

Jeden Tag neu

Der intensive Baubeginn startet im Herbst. Trotz Baustelle wird der Tunnel tagsüber für den Verkehr frei bleiben. Eine Totalsperre des Plabutschtunnels, den rund 40.000 Fahrzeuge täglich nutzen, hätte nicht nur für die Stadt Graz, sondern vor allem für die zahlreichen Pendler immense Auswirkungen. Weil der Betrieb nur einer Tunnelröhre mit Gegenverkehr besonders in der Früh und am Abend das Verkehrsaufkommen nicht bewältigen könnte, setzt die ASFINAG auf ein österreichweit bislang einzigartiges Konzept.
Geplant ist, dass beide Röhren tagsüber zweispurig befahrbar sind. Unter der Woche werden die Bauarbeiten nur nachts stattfinden, an verkehrsarmen Wochenenden von Samstagabend bis Montagfrüh – eine enorme logistische Herausforderung für die ASFINAG und die Baufirmen, denn in den rund zwei Jahren Sanierung muss die Verkehrsführung zweimal täglich, also insgesamt rund 1.400 Mal neu eingerichtet werden. Zudem müssen die Baufirmen die Baustelle kurz vor Einsetzen des Berufsverkehrs geräumt und gesäubert haben.

Mehr Sicherheit

Verkehrslandesrat Anton Lang zeigt sich dankbar über das aufwendige Konzept: „Dass die Tunnelröhren nicht gesperrt werden und hauptsächlich in der Nacht gebaut wird, ist aus wirtschaftlicher Sicht nicht einfach, aber sehr wichtig für die Sicherheit und Umwelt. Das Konzept für die Bauabwicklung und die Verkehrsführung verdient meines Erachtens besondere Aufmerksamkeit.“
Unter anderem soll ein akustisches Tunnelmonitoring installiert werden. „Mit rund 280 Mikrofonen werden wir dann sozusagen in den Tunnel hineinhören können“, erklärt ASFINAG-Geschäftsführer Rainer Kienreich: „Diese Mikrofone erkennen merkwürdige Geräusche, beispielsweise quietschende Reifen, Bremsen, knallende Türen oder Schreie, und schlagen automatisch Alarm." Des Weiteren werde die Videoanlage mit rund 400 neuen Kameras ausgestattet, die Gefahren wie langsam fahrende Fahrzeuge oder Geisterfahrer selbst erkennen und Alarm auslösen. „Wir haben schon einiges gesehen, sogar Menschen, die in der Pannenbucht picknicken oder ihre Notdurft verrichten – Achtung, wir sehen alles!“, so Kienreich.
Die Fluchtmöglichkeiten werden verdoppelt, denn zu den 20 bereits vorhandenen Querschlägen werden weitere 17 begehbare und drei befahrbare errichtet. Außerdem wird der Brandschutz bei den Ein- und Ausfahrten, die Tunnelbeschichtung sowie die Löschwasseranlage erneuert, 170 Abluftklappen werden saniert.

Auf Topniveau

Ziel der Sanierung ist eine verbesserte Tunnelsicherheit. Warum das bereits dreizehn Jahre nach der Sanierung im November 2004 wieder notwendig ist, verdeutlicht ASFINAG-Baumanagement-Geschäftsführer Gernot Brandtner: „Genau wie ein 13 Jahre alter Computer heutzutage nicht mehr voll funktionsfähig ist, gibt es auch im Bereich der Tunneltechnik rasante Entwicklungen.“ Brandtner bestätigt, dass die Bauarbeiten Einschränkungen darstellen, dass diese aber so gering wie möglich gehalten werden, und fährt fort: „Der Plabutschtunnel wird nach Fertigstellung in Sachen Sicherheit europaweit auf absolutem Topniveau sein.“

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