Radfahrverkehrskonzept: zwei Gemeinden satteln um

Gemeinderäte aus Gratkorn und Gratwein-Straßengel planen ein nachhaltiges Radverkehrsangebot.
  • Gemeinderäte aus Gratkorn und Gratwein-Straßengel planen ein nachhaltiges Radverkehrsangebot.
  • Foto: H. Preitler
  • hochgeladen von Nina Schemmerl

Wer mit dem Rad seinen Einkauf und den Arztbesuch erledigt, hält sich fit, schont die Umwelt und erspart sich den Stress im Stau. Voraussetzung dafür sind allerdings gut durchdachte Routen – vor allem in größeren Gemeinden. Gratkorn und Gratwein-Straßengel planen deshalb die Umsetzung eines gemeinsamen Radverkehrskonzeptes.

Gerechte Aufteilung

Das Fahrrad wird zu einem immer häufiger genutzten Verkehrsmittel. Ob Arbeitsplätze, Erholungsräume oder öffentliche Einrichtungen: In der Raumentwicklung spielt der Drahtesel unter den zahlreichen Mobilitätsmöglichkeiten eine starke Rolle. In den stetig wachsenden Gemeinden Gratkorn und Gratwein-Straßengel ist ein funktionierendes Radverkehrsnetz daher zukunftsträchtig, eine gerechtere Aufteilung der Straßen sinnvoll. Ab 2018 wird mit Unterstützung von "verkehrplus" ein Plan erstellt, um bereits bestehende Radwege zu optimieren und, wenn notwendig, die Infrastruktur auszubauen.

Fördernde Maßnahmen

"Wir setzen auf radfahrverkehrsfördernde Maßnahmen, weil der Alltagsradverkehr spürbar zunimmt", teilt Josef Harb, Obmann des Straßen- und Verkehrsausschusses Gratwein-Straßengel, mit. Ziel des Konzeptes ist ein nachhaltiges Radverkehrsangebot, das Straßenverkehrsteilnehmer zum Umsteigen auf das Fahrrad motiviert und damit den allgemeinen Verkehr entlastet. Nicht zuletzt, weil rund 17.000 Fahrzeuge täglich zwischen den beiden Gemeinden pendeln.
"Wir werden uns gemeinsam ansehen, was im Rahmen möglich ist, welche Routen primär zu verbessern wären, wo ausgebaut werden sollte, wo vermehrt für Sicherheit gesorgt werden muss", so Harb.

Points of Interest

Im Fokus des geplanten Radverkehrsnetzes stehen die sogenannten Points of Interest – Orte, die von zuhause aus häufiger als andere aufgesucht werden, wie Schulen, Lebensmittelgeschäfte, Öffi-Haltestellen, Apotheken oder Geldautomaten –, um die herum ein fahrradfreundliches Klima geschaffen werden soll, damit der Weg mit dem Rad möglichst reibungslos funktioniert. Für Alltagsradler, aber auch für radelnde Touristen spielen Bodenmarkierungen, Schilder und kurze, hindernisfreie Strecken eine ebenso wichtige Rolle wie eine ausreichende Anzahl an Fahrradständern als Abstellmöglichkeit und entsprechende Ausstattungen.
Um abschätzen zu können, was die Einwohner dazu motiviert, umzusatteln, sollen Gemeindebürger auf zwei Rädern aktiv in den Planungsprozess eingebunden werden, etwa durch Befragungen.

Autor:

Nina Schemmerl aus Graz-Umgebung

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