Ein Traditionsbetrieb, ein Grundrezept

Ein Familienbetrieb seit Generationen: Das 'Gasthaus Thomahan' gibt es im heurigen Juni bereits 61 Jahre.
  • Ein Familienbetrieb seit Generationen: Das 'Gasthaus Thomahan' gibt es im heurigen Juni bereits 61 Jahre.
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  • hochgeladen von Nina Schemmerl

Wer seit über sechs Jahrzehnten für das Wohl von Gästen sorgt, der darf sich mit Recht und Stolz Traditions- und Familienbetrieb nennen. Wir haben Günther Leben und seine Tochter Elisabeth Hassler vom 'Gasthaus Thomahan', Peggau, zum Gespräch gebeten.

Seit über 60 Jahren gibt es den 'Thomahan' schon. Wie hält man sich denn so lange?
Günther Leben:
Mali und Max Leben haben den Betrieb 1955 gegründet, seit knapp 45 Jahren bin ich im Betrieb tätig. Beide Töchter und ein Schwiegersohn arbeiten seit Jahren im Betrieb mit.
Elisabeth Hassler: Das Grundrezept passt bei uns. Vom Auf- bis zum Zusperren ist immer jemand aus der Familie für die Gäste da. Außerdem haben wir eine sehr gute Zusammenarbeit mit dem Personal. Ob Küche, Büro oder Service – wir sind im Haus gut aufgeteilt.

Ist es noch wichtig, für die Gäste Gastgeber und Zuhörer zugleich zu sein?
Leben: Die Gäste fühlen sich wohl, wenn sie erkannt werden, man begrüßt sich schon anders und ist größtenteils per Du. Und wir haben einige Stammtische, die sich in den letzten Jahren erweitert haben. Das ist eine besondere Beziehung, die mit der Zeit kommt und gepflegt wird.
Hassler: Es gibt Gäste, die kommen schon so lange, länger als ich hier bin. Uns fällt auf, wenn jemand nicht erscheint. Und den Gästen fällt auf, wenn von uns jemand fehlt. Man nimmt gegenseitig Teil am Leben.

Wird hier bodenständige Küche serviert?
Das ist ein schwieriger Begriff. Ich würde eher sagen, wir haben eine gut bürgerliche, traditionelle bis internationale Küche. Es gibt auf der Karte Gerichte, so, wie sie die Oma schon gemacht hat. Wir sind unserer Linie immer treu geblieben. Deshalb gibt es selten einen Speisekartenwechsel. Warum auch? Selbst, wenn es Veränderungen gibt, bestellen einige Gäste das, was sie am liebsten essen. Ob es in der Karte noch steht oder nicht. Da kann man doch nicht nein sagen. Aber dafür haben wir die Stammgästekarte entwickelt; da steht drauf, was immer gefragt wird.

Der Standort ist günstig. Wie sehr profitieren Sie vom Tourismus?
Wir legen viel Wert auf unsere Stammkundschaft. Dieser Anteil überwiegt auch. Während des Mittagsgeschäftes wäre es kaum möglich, zum Beispiel Busreisende entsprechend zu bedienen. Zu Mittag sind wir voll, es kommen neben den Gästen und Stammkunden sehr viele Arbeiter und Firmenangestellte. Aber wir leben schon aufgrund des Gästehauses und der 17 Zimmer stark von Touristen und Durchreisenden. Ein Grund ist die gute Lage. Zur Lurgrotte, nach Rein oder Stübing – das kann man quasi zu Fuß von hier aus erkunden.

Die Lehre in der Gastronomie ist kein Spaziergang. Lassen sich noch genug Lehrlinge finden?
Wir haben großes Glück mit unseren Lehrlingen. Sie sind verlässlich und weisen eine hohe Servicequalität vor. Ich bin zum Beispiel auch davon überzeugt, dass sie im Notfall auch Tätigkeiten übernehmen würden, die nicht direkt in ihr Aufgabengebiet fallen. Das funktioniert nur, weil wir alle zusammenhalten.
Leben: Ich alleine bin nichts – bei uns geht es um das Team.

Zum Unternehmen
Am 15. Juni 1955 wurde das Gasthaus Thomahan von Mali und Max Leben gegründet. Seit 45 Jahren ist auch Sohn Günther Leben Teil des Teams, 1980 übernahm er den Betrieb. In der dritten Generation arbeiten die Töchter Elisabeth und Carolin sowie ein Schwiegersohn mit. Mitarbeiteranzahl: 18.
Portfolio: Traditionell geführter Familienbetrieb mit kleinen gemütlichen Stuben und Gastgarten im Innenhof, Gasthaus und Gästehaus. Regionale gutbürgerliche Küche mit nationalen und internationalen Spezialitätenwochen.
Kontakt: Gasthaus Thomahan, Grazer Bundesstraße 15, 8114 Friesach bei Peggau, 03127/415550

Zum Unternehmer
Günther Leben wurde am 21. Oktober 1957 in Graz geboren. Er arbeitet seit 45 Jahren im Gasthof und führt den Betrieb mit seiner Gattin Grita. Er hat zwei Töchter und drei Enkelkinder.
Wenn der Gastwirt nicht gerade arbeitet, dann verbringt er mit seiner Frau Zeit im Großarltal in Salzburg.
Elisabeth Hassler wurde am 13. August 1983 in Graz geboren. Seit 2010 ist sie im Betrieb für Büro und Service tätig. Ihre Lehre absolvierte sie im Landhauskeller Graz. Sie lebt mit Ehemann Dominic, Tochter Mona (1,5 Jahre) und Hund Primo im Gasthof. Wenn Hassler nicht gerade arbeitet, dann ist sie mit dem Rest der Familie, den Kindern und Hunden unterwegs.
Lebensphilosophie: "Arbeiten gehört für unsere Familie zum Leben dazu. Ebenso natürlich das Genießen. Wir sind gerne Gastgeber und lieben unsere Berufung."

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