Vom Leiharbeiter zum Stammpersonal

Roland Vidovic wurde am zweiten Bildungsweg Papiertechniker und rückte vom Leiharbeiter zum Stammpersonal bei Sappi auf.
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Berufe in der Messtechnik, Zerspanungstechnik oder Papiertechnik sind weniger gefragt oder bei der Jugend nicht bekannt. Gerade hier aber gibt es große Karrierechancen.

Sappi Gratkorn sucht Papiertechniker

Bei Sappi in Gratkorn gehen in den nächsten Jahren rund 250 Mitarbeiter in Pension. Bei der Nachbesetzung droht vor allem ein Engpass bei Papiertechnikern. Die Lehrzeit für diesen hochtechnischen Beruf dauert 3 1/2 Jahre. Diese Facharbeiter – Männer und Frauen - bedienen und überwachen die Prozessleitstationen an Hightech-Papiermaschinen. „Es wird immer schwieriger, Lehrlinge zu bekommen, um diese Pensionswelle auszugleichen“, sagt Sappi-Personalchef Manfred Hartinger. Das Unternehmen geht jetzt einen neuen Weg und gibt Zeitarbeitskräften die Chance, am zweiten Bildungsweg zum Papiertechniker ausgebildet zu werden.

Lehrabschluss über zweiten Bildungsweg
Möglich macht das der Sozial- und Weiterbildungsfonds (SWF), der eine Aus- und Weiterbildung für Leiharbeiter finanziert. Gespeist wird dieser Fonds von den über 1.600 österreichischen Zeitarbeitsfirmen. „Dieses Geld wird dafür genützt, Zeitarbeitskräfte auf höher qualifizierte Berufe auszubilden“, sagt Hans Russ vom APS Austria Personalservice. Diese Fachkräfteausbildung erfolgt für Unternehmen, die Leihpersonal beschäftigen. Gibt es dort einen Mangelberuf und qualifizierte Zeitarbeiter/Zeitarbeiterinnen, die diesen Schritt gehen wollen, dann gibt’s voraussichtlich nach 1 ½ Jahren die Lehrabschlussprüfung und eine Zugehörigkeit zum Stammpersonal.

Bei Sappi absolvierten diese Ausbildung neben dem Beruf fünf Facharbeiter, fünf weitere sind in Ausbildung. Diesen erfolgreichen Weg ging Roland Vidovic. Der Judendorfer hatte eine abgeschlossene Lehre, arbeitete in seinem erlernten Beruf bis zum Konkurs des damaligen Unternehmens, später als Leiharbeiter bei verschiedenen Betrieben und kam schließlich über die APS-Group zu Sappi. „Ich habe mich im Kollegenkreis bei Sappi immer als dazugehörig gefühlt, trotzdem ist man ein Leiharbeiter“, sagt Vidovic. In einem Mitarbeitergespräch äußerte er den Wunsch nach höherer Qualifikation. „Mit über 40 war es am Anfang schwer, wieder ins Lernen hineinzukommen, die Schulzeit liegt ja schon lange zurück“, blickt der Papiertechniker auf die Anfänge zurück. Den Fernlehrgang absolvierte er neben der Schichtarbeit und schloss die LAP erfolgreich ab.

„Wenn ich etwas Fachspezifisches nicht verstanden habe, dann bin ich zu den Kollegen gegangen, die haben mir weitergeholfen. Ich habe auch gefragt, ob ich bei den planmäßigen Maschinenrevisionen dabei sein darf, da kriegt man gleich einen anderen Zugang“, sagt Vidovic. Mit der Lehrabschlussprüfung bekam er auch seinen Arbeitsvertrag bei Sappi und neue Perspektiven in der internen Karriereleiter. „Ich wollte immer richtig dazugehören, jetzt habe ich das geschafft“. www.apsgroup.at. www.sappi.com/gratkorn-mill-apprentices.

Weitere Infos

Der Förderantrag für eine Ausbildung über den SWF können Leiharbeitskräfte oder der gewerbliche Arbeitskräfteüberlasser stellen. Gefördert wird die Fachkräfteausbildung mit dem Schwerpunkt auf den Berufsfeldern Metall- und Elektrotechnik. Der SWF übernimmt die Ausbildungs- und Prüfungskosten zur Gänze. Ziel ist, Zeitarbeitnehmern eine bessere berufliche Qualifikation und eine Übernahme ins Stammpersonal zu ermöglichen. www.swf-akue.at/index.php

Autor:

Edith Ertl aus Graz-Umgebung

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