26.07.2017, 00:00 Uhr

Nach den Hochzeiten spielt die Musi

Werndorfs Amtsleiter und Standesbeamter Hans Färber geht mit 1. August in Pension
Über zwei Jahrzehnte hat Hans Färber auf seine Fragen laute, zittrige, aufgeregte, leise, gedämpfte, flüsternde und deutliche Ja-Antworten bekommen. Mit Ende des Monats geht der Werndorfer Amtsleiter und Standesbeamte in Pension. Langweilig wird ihm nicht. Er freut sich auf mehr Zeit für die Familie und für die Musik.

„Meine erste Trauung war die Hochzeit der Tochter des damaligen Werndorfer Bürgermeisters“, erinnert sich Färber. „Ich war mindestens so aufgeregt wie das Brautpaar. Durch das Rednerpult hat man zum Glück mein Knieschlottern nicht gesehen“. Mehr Erfahrung hatte er schon, als er den damaligen Vizebürgermeister (heute Werndorfs Bürgermeister) Willi Rohrer und seine Gerlinde traute. Standard-Ansprachen bei Trauungen gibt’s bei Färber nicht, die Worte, die er Hochzeitern mitgibt, sind individuell auf die Brautleute abgestimmt. Färber vermählte ein Paar, das erst mit 66 Jahren den Schritt wagte, eine werdende Mama sechs Tage vor der Entbindung und einen Auslands-Werndorfer, der von Gran Canaria mit seiner deutschen Braut anreiste, um in der Heimat den Bund fürs Leben zu schließen.

„Ich habe mir immer überlegt, was sage ich den Leuten“, sinniert Färber. „Meine Grundlage war von Anfang an das, was ich selber in meiner Ehe praktiziere, was man versteht und was wirklich von Herzen kommt“, sagt der scheidende Standesbeamte, der seit 38 Jahren mit Gattin Friederike glücklich verheiratet ist. Gegenseitiges Vertrauen und Wertschätzung, sich alles ausreden und Kompromisse schließen, sind für ihn die Voraussetzungen dazu, sofern der Partner ebenfalls so denkt. Die kürzlich erfolgte 125. Trauung war auch Färbers letzte. Auf Wunsch der Braut – eine Kollegin aus dem Gemeindeamt – trauten er und seine Nachfolgerin als Standesbeamtin Birgit Ulrich das Paar.

Mit der Pensionierung geht’s vermehrt zehn Schritte weiter ins Musikerheim. Seit 1970 gehört Färber der Jugendkapelle Werndorf an. „Ich habe zuerst Akkordeon gelernt, dann wollte ich in einer Kapelle mitspielen und sattelte auf Trompete und Flügelhorn um“. Heute spielt Färber die B-Tuba, die der Blasmusik den typisch molligen Klang verleiht. Viele Jahre engagierte er sich in unterschiedlichen Vorstandsfunktionen in der eigenen Kapelle und im Blasmusikbezirk. „Das Schöne an der Musik ist, dass man in einer Gemeinschaft spielt, der Zusammenhalt und die Kollegialität“. Seine absolute Lieblingsmusik ist die der Oberkrainer, „aber ich freue mich, dass wir in unserer Kapelle für jeden Geschmack etwas im Repertoire haben“. Auf seine Arbeit im Gemeindeamt schaut Färber mit Freude zurück, „ich habe viele Ideen einbringen und Werndorf mitgestalten dürfen, dafür bin ich dankbar“.
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