29.09.2014, 13:51 Uhr

Riesenbärenklau ist ernstes Risiko

Der Riesenbärenklau kann bis zu vier Meter hoch werden. Die Pflanze ist brandgefährlich. (Foto: KK)

Pflanze wurde in Oberdorf entdeckt. Verbrennungen sind Folge von Kontakt.

Der Riesenbärenklau zählt zu den gefährlichsten Neophyten (Anm.: aus anderen Kontinenten eingeschleppte Pflanzen) in Österreich. In der Steiermark ist er vor allem in bergigen Gebieten weit verbreitet. Johann Pfeiler, zuständiger Naturschutzbeauftragter der Bezirkshauptmannschaft Südoststeiermark, schlägt nun auch in unserem Bezirk Alarm. Nachdem man die Lage in der Gemeinde Mühldorf bei Beständen in den Griff bekommen hat, wurde man nun auch in Oberdorf auf die Pflanzen aufmerksam – und zwar entlang des Oberdorferbaches.

Gefahr von Verbrennungen

Der Kontakt mit der Pflanze kann böse enden. Alle Pflanzenteile enthalten im Saft phototoxische Stoffe. Das bedeutet im Detail, dass der Hautkontakt in späterer Verbindung mit Sonnenlicht schwere Verbrennungen zur Folge haben kann. Der Kontakt mit den Augen kann laut Pfeiler sogar zum Erblinden führen.

Bestände sofort melden

Gemeinsam mit den Gemeinden und der Berg- und Naturwacht zeigen sich die Vertreter der Bezirkshauptmannschaft optimistisch, dass man die Lage rasch in den Griff bekommt. Bürger, die auf den Riesenbärenklau stoßen, sollen sich sofort bei der Gemeinde oder Chris-tian Semmler (0676/86643216) von der Baubezirksleitung melden.
Wer die Bekämpfung selbst in die Hand nehmen will, sollte unbedingt Kleidung tragen, die den ganzen Körper bedeckt, und auch eine Schutzbrille. Als wirksamste Methode der Bekämpfung nennt Pfeiler das Durchstechen der Wurzel bei den Jungpflanzen. Blüht der Riesenbärenklau bereits, gilt es das Aussamen zu verhindern. Die Blütendolden sollten im Frühjahr vor der Reife abgeschnitten werden. Die Blüten- und Samendolden verbrennt man am besten oder lässt sie austrocknen. Abzuraten ist davon, dass man schlicht und einfach über die Fläche mäht. Die Pflanzen werden dadurch nämlich nicht eliminiert, sondern nur geschwächt.

Pflanzenherkunft- und beschreibung
Herkunft: Der Riesenbärenklau wurde ursprünglich zu Beginn des 19. Jahrhunderts aus dem Kaukasus als Zierpflanze importiert.
Verbreitung: Die Pflanze verbreitet sich über Samen, die schwimmfähig sind und sich deshalb über Fließgewässer leicht verbreiten können – die Flugfähigkeit der Samen ist gering. Jede der Pflanzen kann bis zu 10.000 neue Samen produzieren. Nach der Samenreife stirbt die Pflanze nach ca. zwei bis drei Jahren ab. Die Samen sind bis zu 15 Jahre keimfähig. Darum müssen die vom Riesenbärenklau betroffenen Gebiete langfristig beobachtet werden.
Kostenbeispiel: In Deutschland kostete die Bekämpfung der Pflanze im öffentlichen Bereich rund 10 Millionen Euro. In Österreich wurden noch keine Zahlen erhoben.
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