14.10.2014, 11:23 Uhr

Wenn der Sperrmüllsammler läutet ...

Jeder kennt die Sperrmüllsammler, die bei uns ihre Runden drehen. Was kaum jemand weiß: Das Mitgeben von Dingen ist strafbar. (Foto: TransWaste)

Die "Kleinmaschinen-Brigaden", wie sie im Polizei-Jargon heißen, sind wieder in der
Region unterwegs.

"Hauptsächlich greifen wir im Bezirk Graz-Umgebung ungarische Lenker auf, die Sperrmüll sammeln", erläutert Gruppeninspektor Martin Muik von der Polizeiinspektion in Gratwein, der für Umweltvergehen aller Art zuständig ist. "Wir haben auch immer ein 'Informationsblatt für ausländische Müllsammler' in acht unterschiedlichen Sprachen mit dabei – am öftesten brauchen wir hier in der Region eben das auf Ungarisch."
Bevor man diese Blätter hatte, gestaltete sich die Kommunikation mit den angehaltenen Personen schwierig, erinnert sich Muik.


Sachgemäße Entsorgung

Einmal angehalten, haben die illegalen Sperrmüllsammler die Möglichkeit, die Wagenladung ordnungsgemäß zu entsorgen – dazu nehme man seitens der Polizei Kontakt zur jeweiligen Gemeinde auf. Dann werde die Entsorgung sachgemäß über die Abfallwirtschaftszentren abgewickelt. "Das ist das Standard-Prozedere", so Muik. "Wenn dem nicht zugestimmt wird, kommt es zu einer Beförderungsunterbrechung und die Bezirkshauptmannschaft muss per Bescheid eine schadlose Behandlung der Abfälle anordnen." Das bedeute jedenfalls, dass das Fahrzeug längere Zeit in Österreich stehen bleibe, äußert sich Muik zum gängigen Prozedere.


Mitgeben ist strafbar

"Viele Leute wissen das nicht, aber sowohl das Sammeln als auch das Mitgeben von Sperrmüll ist strafbar", ist die Polizei um Aufklärung bemüht. Laut steirischem Abfallwirtschaftsgesetz darf Sperrmüll nur an befugte Sammler – jede Gemeinde hat dafür eigene Sperrmüll-Sammelzeiten – abgegeben werden.

Umweltproblem

Der Hintergrund: "Die Kleinmaschinenbrigaden nehmen alles mit, oft wird dann vor der Grenze einfach Unbrauchbares aussortiert und in Waldstücken oder anderswo unsachgemäß entsorgt", erklärt Muik die daraus entstehende Umweltverschmutzung. "Viele Leute – auch in Graz-Umgebung – geben Sperrmüll her, da sie glauben, die Sammler machen das für den Eigengebrauch, in Wirklichkeit machen sie das Altmetall zu Geld", klärt Muik auf.
"Es ist also keine Geste von Menschlichkeit, wenn ich dem vermeintlich armen Sperrmüllsammler meinen alten Kühlschrank oder Fernseher mitgebe. Es handelt sich dabei sehr oft um gefährlichen Abfall, der speziell entsorgt werden müsste, was so nicht geschieht", warnt der Polizeibeamte.


Weitere Delikte

"Aber solange die Kleinmaschinenbrigaden etwas bekommen, wenn sie bei Privathaushalten anläuten, werden sie weiter ihre Kreise in unserer Region ziehen."
Selten, aber doch, würde auch ein ganzer "Rattenschwanz" an Delikten an den "Hausbesuchen" dranhängen, fährt der Beamte fort: "Das Dümmste, das man machen kann, ist, den Brigaden Zugang zu seinem Haus zu gewähren – beispielsweise Dinge aus dem Keller holen lassen. Da kann man schon einiges über den Haushalt in Erfahrung bringen, das man dann vielleicht auch bei einem Einbruch nützen kann".
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