Moderner Heimatfilmer im Rauschzustand

Beim Dreh: Filmemacher Alfred Ninaus mit Tochter Stephanie
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  • hochgeladen von Elisabeth Kranabetter

Herr Ninaus, Sie sind Produzent und Regisseur und für Ihre Dokumentarfilme bekannt. Wie sind Sie hinter die Kamera gelangt?
Es war ein Jugendwunsch, irgendwann einmal Kameramann zu werden. Mit 15 Jahren habe ich einen Brief an Helmut Zilk geschrieben und gefragt, wie ich denn Kameramann werde. Zur großen Überraschung hat er 14 Tage später zurückgeschrieben: Bevor du Kameramann werden kannst, musst du Fotograf lernen oder die graphische Lehranstalt oder Filmakademie besuchen. Ich habe die erste Variante genommen und in Hartberg Fotograf gelernt. Im ersten Lehrjahr habe ich den Kurzfilm „Christina“ gedreht.
Helmut Zilk, damals ORF-Fernsehdirektor, hat Sie dann ja noch einmal unterstützt.
Der Film musste geschnitten werden und ich hatte kein Geld. Da bin ich in die Programmredaktion des ORF gefahren und habe auf Zilk gewartet. Dann kam er rein und ich hab ihn am Rockzipfel angezupft und mich vorgestellt, als den Burschen aus Hartberg und habe den Originalbrief von damals mitgebracht, damit er’s mir glaubt. Er hat mir dann einen Schneideraum zur Verfügung gestellt.
Also muss man auch ein bisschen frech sein?
Ja. Frechheit siegt, sonst kommt ja keiner drauf, dass es in Waltersdorf in der tiefsten Provinz einen Buben gibt, der Kameramann werden will.
Woran arbeiten Sie gerade?
Ich bin in einem Rauschzustand. Mein letzter Film „Mythos Ausseerland“ ist im ORF für das Universum im Dezember ausgestrahlt worden, das war ein Megaerfolg. Das hat gewissen Hype in mir ausgelöst. Es ist eine innere Freude und Genugtuung, weil ich weiß, dass das, was ich mache, Sinn hat. Ich bin ein moderner Heimatfilmer und das mache ich gerne. Zurzeit schneiden wir gerade das Filmmaterial für die TV-Dokumentation „Schützen durch Nützen – 30 Jahre Naturparke Steiermark, die am 2.2. um 16.35 Uhr auf ORF 2 im Rahmen von Erlebnis Österreich ausgestrahlt wird.
Filmen Sie auch privat?
Ab und zu. Aber ich fotografiere mehr, das ist einfacher zum Anschauen.
Was raten Sie jemandem, der in Ihre Fußstapfen treten will?
Auf meine Tochter und meinen Sohn hat der Filmvirus jedenfalls übergegriffen, sie wollen in meine Fußstapfen treten. Die jungen Menschen gehen auf jeden Fall alle ihren Weg, aber es ist ein steiniger. Das ist keine g’mahte Wiesen. Wenn jemand bereit ist, das auf sich zu nehmen, rate ich mach es. Aber um berühmt zu werden und in der Zeitung zu stehen, da muss man dringend abraten, da sind sie fehl am Platz. Der Drang, Filme zu machen, muss aus dem tiefsten Herzen kommen.

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