CBD-Verkaufsstopp lässt Handel zittern

Einbußen: In der CBD-Factory geht der Umsatz zurück.
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Ein neuer Erlass schränkt den Verkauf von CBD-Produkten ein. Die Grazer
Händler schreien auf.

Seit kurzem ist ein Erlass des Gesundheitsministeriums in Kraft, der den Verkauf von Lebensmitteln und Kosmetika verbietet, die CBD enthalten. CBD ist als Produkt der Cannabispflanze der "harmlose" Bruder von THC und – eigentlich – legal erhältlich. In Graz boomte das Geschäft mit CBD-Produkten in den letzten Jahren, jetzt toben die Geschäftsbetreiber und fürchten weitere Verluste.

Umsatzeinbrüche garantiert

"Eine Katastrophe! Wir verzeichnen schon jetzt Kunden- und Umsatzrückgänge. Wir mussten alle Kosmetika sowie Lebensmittel wie Kekse oder Bonbons komplett aus dem Sortiment streichen", berichtet Edis Hamidovic, Inhaber der CBD-Factory in der Jakoministraße. Laut dem Gesundheitsministerium fallen CBD-Extrakte unter die EU-Verordnung zu neuartigen Lebensmitteln, die als Nahrungs- und Nahrungsergänzungsmittel verkauft werden. Hamidovic vermutet andere Hintergründe: "Die Österreichische Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) will nicht auch noch CBD-Produkte kontrollieren. In Wien gibt es aber bereits Proteste von CBD-Start-ups, ich hoffe, der Erlass wird wieder aufgehoben."

Schwierige Beratung

Auch in der Hemptheke in der Sporgasse ist man mit der neuen gesetzlichen Regelung alles andere als glücklich. "Es gibt diese Regelungen ja schon immer, aber man befindet sich hier in einer rechtlichen Grauzone. Gerade bei CBD-Ölen mussten wir uns allerdings anpassen", erklärt Inhaber Bernhard Pirker. Hemptheken-Verkäuferin Pia Moscher fügt an: "Die Beratung hat sich extrem erschwert. Die Öle müssen jetzt als ,nicht zur Einnahme geeignet' gekennzeichnet werden, so müssen wir sie auch erklären – als Rohstoff, nicht als Lebensmittel. Leute, die selbst nicht wissen, wie man CBD-Öle noch anwenden kann, verlassen dann wieder den Laden."

Gemeinsame Lösung angestrebt

Grundsätzlich sei man von Seiten der CBD-Industrie sehr an einer Zusammenarbeit mit dem Gesetzgeber interessiert. "Wir sind hier stets kooperativ und in Gesprächen mit den zuständigen Behörden. CBD-Produkte wirken ja rein palliativ, wenn Menschen mit Krankheiten zu uns kommen, verweisen wir sie selbstverständlich an Ärzte, das ist klar", so Pirker. Auch Hamidovic betont: "Natürlich sind wir an einer gemeinsamen Lösung, die für alle passt und niemandem schadet, interessiert. Die CBD-Industrie ist mittlerweile auch in Graz ein echter Wirtschaftsfaktor, alle unsere Produkte sind geprüft – es gibt keinen Grund, hier keine Lösung zu finden."
Abschließend betont Pirker: "Es muss eine einheitliche Regelung geben. Die Regierung hätte wirtschaftlich gerne die Blütensparte an die Tabakindustrie abgegeben und die CBD-Sparte an die Apotheken. Es sollte aber schon etwas für uns, die den CBD-Markt aufgebaut haben, übrigbleiben ..."

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