Offensive
Grazer ÖVP will 2023 Gehaltserhöhung für Elementarpädagogen
- Was so nett aussieht, ist immer wieder ein fordernder Job: ÖVP will dafür 200 Euro mehr Gehalt auszahlen.
- Foto: Robert Kneschke/Fotolia
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Weiterhin viel Aufregung rund um die (fehlende) Kinderbetreuung in Graz. Bildungsstadtrat Kurt Hohensinner fordert von der rot-rot-grünen Koalition dringend weitere Maßnahmen ein.
GRAZ. Noch ist das heurige Betreuungsjahr nicht in "trockenen Tüchern", der größte Ärger dürfte aber abgewendet sein. Zum einen gibt es Restplätze, zum anderen wird der Gemeinderat am Donnerstag ein neues Fördermodell beschließen: „Halbtag Plus“ erlaubt es den privaten Trägern, bei Führung einer Halbtagsgruppe am Nachmittag eine Kleingruppe mit bis zehn Kindern zu betreuen. Dieses System soll vor allem dort Entspannung schaffen, wo der Ganztagsbetrieb reduziert wurde. "Mit diesen Maßnahmen gehen wir davon aus, dass es für alle derzeit noch betroffenen Eltern eine Lösung geben wird", hält der zuständige Stadtrat Kurt Hohensinner fest.
ÖVP fordert weitere Pakete für Kinderbetreuung
Für ihn ist aber klar: „Mit der Lösung der aktuellen Herausforderung ist es nicht getan. Es braucht dringend weitere Maßnahmen." Er verweist dabei auf sein Maßnahmenpaket aus dem März, das bei Weitem noch nicht umgesetzt wurde: Ausbildungsoffensive, Bürokratieabbau und bessere Entlohnung für Pädagoginnen und Betreuerinnen stehen da an oberster Stelle. "Ich appelliere an die Stadtkoalition, die dafür notwendigen finanziellen Mittel freizumachen.“
Zusätzliche Millionen aus der Landesförderung
Die Budgetknappheit lässt Hohensinner dabei nicht gelten: "Die Mittel werden dank des Maßnahmenpakets des Landes vorhanden sein." Er führt zwei Punkte an: Zum einen die Übernahme der Überschneidungszeit von einer Stunde im Mittagsdienst. Diese wurde in den städtischen Einrichtungen eingeführt, Ressourcen im Dienstpostenplan vorgesehen. "Nachdem diese Überschneidungszeit nun steiermarkweit gefördert wird, werden Mittel frei."
Den weitaus größeren Part macht die Sozialstaffel der Elternbeiträge aus, die mit Herbst 2023 für den Kinderkrippen steiermarkweit gelten soll. Graz hatte ja schon in den letzten Jahren eine solche Staffel, der Fehlbetrag bei den einzelnen Tarifen wurde dabei durch die Stadt ausgeglichen. Durch die Einführung einer landesweiten Sozialstaffel, wird nun das Land diesen Fehlbetrag übernehmen. "Insgesamt gehen wir von zusätzlichen Mitteln von 5 bis 7 Millionen Euro pro Jahr aus", so Hohensinner.
Diese Mittel müssen, so der Stadtrat weiter, zu 100 Prozent dem Bildungsbereich erhalten bleiben. "Sie dürfen nicht dazu dienen, dass Budgetlöcher gestopft werden. Hohensinner beharrt dabei auf seiner Forderung 200 Euro pro Monat mehr für alle Pädagoginnnen und Pädagogen –sowohl für die städtischen Einrichtungen, als auch über das Tarifmodell für die privaten Träger. „Ich finde wir müssen hier ein klares Bekenntnis abgeben. Pädagogische Arbeit mit unseren Kindern muss uns etwas wert sein“, so Hohensinner.
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