Koralmbahn-Anbindung
Grazer VP kritisiert späte Straßenbahn-Lieferungen
- Koralmbahn ante portas: VP-Obmann Kurt Hohensinner ortet mangelhafte Vorbereitung seitens der Grazer Rathauskoalition.
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Mit Ende des Jahres soll die Koralmbahn die Zug-Fahrzeit zwischen den Landeshauptstädten Kärntens und der Steiermark auf 45 Minuten verkürzen. ÖVP-Stadtrat Kurt Hohensinner sieht Graz nicht ausreichend auf das "Jahrhundertprojekt" vorbereitet und schießt verbal gegen KPÖ und Grüne.
GRAZ. Hält der Zeitplan, kommt es im Dezember zur Eröffnung der Koralmbahnstrecke zwischen Klagenfurt und Graz. Ursprünglich wurde seitens der Stadt dazu kommuniziert, dass ab diesem Zeitpunkt unter anderem 15 neue Flexity-Straßenbahnen der Marke Alstom dafür sorgen werden, den möglichen Ansturm auf den Grazer Hauptbahnhof rasch zu entschärfen.
- Begutachteten in Wien unlängst die neuen Grazer Straßenbahnen (v.l.): Lilian Meyer, Managing Director von Alstom Österreich, Vizebürgermeisterin Judith Schwentner, Finanzstadtrat Manfred Eber und Mark Perz, Vorstandsdirektor der Holding Graz.
- Foto: Alstom
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Weil vergangene Woche nach einem Besuch von Vizebürgermeisterin Judith Schwentner (Grüne) und Finanzstadtrat Manfred Eber (KPÖ) seitens der Holding Graz mitgeteilt wurde, dass die angekauften Straßenbahnen erst 2026 ihren Linienbetrieb aufnehmen, zeigt sich der Grazer ÖVP-Chef Kurt Hohensinner alarmiert: "Es ist ein Detail, das man bewusst verschweigen wollte, aber eines mit enormer Tragweite."
"Die verspätete Lieferung der Straßenbahnen ist sinnbildlich für das Versagen dieser Koalition im Verkehrsbereich. Es fehlt an Verantwortung, Tempo und Mut."
ÖVP-Stadtrat Kurt Hohensinner
Insgesamt sieht er die "Jahrhundertchance" der Koralmbahn von der Rathauskoalition schlecht genutzt und vermisst eine Aufwertung der Annenstraße im Hinblick auf die zu erwartende Frequenzsteigerung in der Gegend. Hohensinner: "Leider fehlen seitens der Kahr-Schwentner-Koalition jegliche Initiativen. Für große Würfe ist es sowieso zu spät – aber selbst das Notwendigste wird nicht erledigt."
Unzufriedenheit über Öffi-Fahrplan
So zeigt sich der ÖVP-Stadtrat mitunter über den künftigen Öffifahrplan in der Nacht unzufrieden. Grund ist dafür die Stellungnahme der städtischen Abteilung für Verkehrsplanung auf eine Anfrage im Gemeinderat, in der es unter anderem heißt: "Der letzte Zug von der Koralmbahn erreicht Graz kurz vor Mitternacht. In diesem Fall wird es noch Fahrtmöglichkeiten geben, alle Linien sind zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht mehr in Betrieb."
- SR Hohensinner ortet im angedachten Öffi-Fahrplan Fehlplanung.
- Foto: Philips
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Überzeugt ist Hohensinner von dem großen Interpretationsspielraum dieser Antwort nicht: "Das ist schlicht unzumutbar. Die Menschen werden mitten in der Nacht am Hauptbahnhof stehen gelassen und kommen nicht weiter, und das bei einem Projekt, das als Meilenstein der Mobilität gefeiert wird. Hier wird die Realität der Menschen ignoriert. Und das ist kein Zufall, sondern Folge mangelnder Planung. Es fehlt an Verantwortung, Tempo und Mut."
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