13.09.2016, 15:10 Uhr

99ers-Boss Jochen Pildner-Steinburg: "Alles andere als die Play-offs wäre traurig"

Wichtig für die 99ers: Sponsor Christian Purrer (Energie Steiermark), Headcoach Ivo Jan und Präsident Jochen Pildner-Steinburg (v. l.) (Foto: GEPA)

Am Freitag starten die 99ers in Dornbirng in die neue Eishockey-Saison – davor sprach Boss Jochen Pildner-Steinburg Klartext.

"Winter is coming" – frei nach der Kultserie "Game of Thrones" steht uns die kalte Jahreszeit ins Haus. Am Freitag (19.15 Uhr) starten die Graz 99ers in die neue Eishockey-Saison. Vorm EBEL-Aufakt in Dornbirn nahm sich Klub-Boss Jochen Pildner-Steinburg Zeit für ein ausführliches Interview und sprach mit der WOCHE über die neue Halle, seine Erwartungen für die neue Spielzeit und die Zukunft des österreichischen Eishockeys.

WOCHE: Herr Präsident, das "Baustellenspiel" gegen den KAC ist Geschichte – wie gefällt Ihnen die neue Halle?

Jochen Pildner-Steinburg: Die Halle als solches ist zweifellos top. Man hat sicher das Beste aus den Möglichkeiten gemacht – von den technischen Einrichtungen her, von den neu gestalteten Publikumsbereichen und so weiter. Ein Problem bleibt natürlich die Verkehrssituation rund um die Halle. Eltern können ihre Kinder ja nicht einmal zum Training bringen, ohne dass sie ein Strafmandat riskieren.

Was muss unterm Strich rausschauen, damit Sie auch nach der Saison zufrieden sind?

Ziel ist der direkte Einzug ins Play-off, alles andere wäre traurig. Ob wir dieses Ziel erreichen, liegt einzig an Mannschaft und Trainer. Ausreden gibt es heuer keine mehr. Matt Pelech haben wir schon verpflichtet, ein weiterer Verteidiger wird noch kommen. Und auch sonst haben wir den Kader sorgfältig verstärkt, sodass wir nun eine sehr schlagkräftige Mannschaft aufs Eis schicken.

Für Aufregung beim Anhang hat die Tatsache gesorgt, dass Neuzugang Atte Pentikäinen noch vor Saisonbeginn in die DEL gewechselt ist …

Das kann ich auch verstehen. Aber solche Ausstiegsklauseln gibt’s halt hin und wieder bei einem Angebot aus einer Liga, die über die EBEL zu stellen ist. Goalie Sebastian Dahm hat etwa auch so eine Klausel gehabt. Sie können aber sicher sein, dass wir einen Spieler nicht die Freigabe erteilen, wenn er für uns unersetzbar wäre.

Das österreichische Nationalteam hat sich gerade bei der Olympia-Quali in Lettland blamiert – trägt an dieser Negativ-Entwicklung nicht auch die EBEL eine Mitschuld?


Es wäre zweifellos auch für die EBEL wichtig, wenn das Nationalteam in der A-Gruppe reüssieren würde und auch bei Olympia dabei ist – das würde auch die Qualität der Liga widerspiegeln. Das größte Problem ist, dass es keine vernünftige Struktur im Verband gibt. Dass es der ÖEHV nicht schafft, eine leistungsstarke zweite Liga zu etablieren, zeigt doch die Unfähigkeit der bisherigen Verbandsführung. Natürlich ist’s auch nicht förderlich, dass überall so viele Legionäre spielen – wir versuchen, mit weniger Ausländern zu spielen und unsere Jungen einzubauen. Leider tun da halt nicht alle Klubs mit.

Eine Möglichkeit, dafür einen Anreiz zu schaffen, wäre eine Art "Österreicher-Topf" nach Vorbild der Fußball-Bundesliga.

Richtig. Je mehr Österreicher ich einsetze, umso mehr Geld bekomme ich von der Liga – das wäre für uns der richtige Weg. Nur müsste man das halt durchziehen und da bin ich skeptisch.

Wer wird heuer Meister?


Salzburg ist der Top-Favorit. Ich sehe aber auch Wien gut aufgestellt, ebenso Linz und den KAC.

Letzte Frage: Warum macht Ihr Verein über die Höhe des Budgets so ein Geheimnis?

Ehrlich gesagt weiß ich das nicht. Das Budget bewegt sich bei drei Millionen Euro. Natürlich auch abhängig vom Fan-Zuspruch.

Hier geht’s zum Spielplan der 99ers.
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