04.10.2017, 08:00 Uhr

Christian-Petru Ciochirca: Karriere mit Pfiff kommt ins Rollen

Bereits vor 13 Jahren hat seine Karriere in Graz begonnen. (Foto: GEPA)

Mit Christian-Petru Ciochirca stellt Graz ab sofort den jüngsten Schiedsrichter in der Bundesliga.

Falsche oder doch richtige Abseitsentscheidungen, nicht gegebene Elfmeter und eine zu harte rote Karte: Nach jedem Bundesliga-Wochenende geht’s an den Stammtischen in Österreich rund, wenn Spieler- und Schiri-Leistungen von selbst ernannten Fußballexperten analysiert werden.
Einer, der sich dennoch für die Spielleiter-Laufbahn entschieden hat, steht jetzt vor dem großen Wurf: Mit Ende September ist der Grazer Christian-Petru Ciochirca als jüngster Referee ins Konzert der Bundesliga-Schiris befördert worden. "Ich war gerade auf dem Weg zum Cupspiel Bruck/Leitha gegen Red Bull Salzburg, da ist der Anruf gekommen. Obwohl ich als potenzieller Kandidat für die höchste Liga eingestuft war, habe ich nicht damit gerechnet."

Schiri als Fulltime-Job

Umso größer ist die Vorfreude vor seinem ersten Einsatz ganz oben, der in Kürze anstehen wird. "Klar, es gibt mehr Kameras, ein größeres mediales Interesse und viele Zuschauer. Aber als Referee befinde ich mich da in einem Tunnel und versuche, alles andere auszublenden." Keine Spur von Nervosität also? "Viel mehr beschäftigt mich im Nachhinein ein schlecht geleitetes Spiel."
Ganz allgemein nimmt der Pfeif-Beruf sehr viel Zeit in Anspruch. "Ein Beispiel: Vergangenen Freitag habe ich das Spiel in Wattens geleitet. Da fährst du Donnerstagabend weg, kommst Samstag in der Früh heim. Dann folgt noch eine Videoanalyse, ehe die neue Woche mit Trainingseinheiten startet", sagt der 28-jährige zweite Grazer Bundesliga-Beitrag neben Alexander Harkam.

Die Mama als Chauffeur

So wie sich der Fußball verändert hat, so sind eben auch die Anforderungen an die Spielleiter gestiegen. "Man muss sich ja nur ein Match aus den 90er-Jahren ansehen, das ist eine andere Welt." Dementsprechend viel wird von Ciochirca und Co. erwartet. "Ein eigenes Schiri-Trainingslager, vier Mal im Jahr Laufüberprüfungen und Laktat-Tests: Es wird alles professioneller."
Das alles mit dem Job zu vereinbaren, sei nicht einfach, "aber entweder bist du mit Leidenschaft dabei, oder eben nicht. Für mich war und ist das Pfeifen die beste Lebensschule", sagt der Grazer, der bereits 2004 erste Spiele geleitet hat. "Da hat mich meine Mutter noch zu den Sportplätzen bringen müssen, weil ich den Führerschein nicht hatte", schmunzelt er. Diese Zeit ist längst vergessen, jetzt warten Rapid, Austria und Co. Ein erster Schritt in Richtung FIFA-Schiri? "Ich würde mich nicht dagegen wehren."
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