06.01.2016, 00:00 Uhr

Mit einer Idee und der Kraft des Wassers

Frisch, saftig, Steirerpfandl: Stefan Strein und WOCHE-Redakteurin Verena Schaupp (r.) genossen im „Krebsenkeller“ neben gutem Essen ein sehr freundliches Service von Elena Peffekoven (l.). (Foto: prontolux)

Stefan Strein will mit seiner „Doro-Turbine“ die Kleinwasserkraft revolutionieren.

Ein traditionelles Prinzip neu interpretiert, ist das Motto von Stefan Streins Doro-Turbine. Beim Business Lunch mit der WOCHE erklärt der Jungunternehmer, wie er vom Basteln in der väterlichen Werkstatt auf die Idee kam, die Wasserkraft zu erneuern.

WOCHE: Wofür steht die Doro-Turbine?
Stefan Strein: Die Doro-Turbine ist eine Kleinwasserkraftturbine und für mich das neue Herz der Wasserkraft. Sie ermöglicht es, ohne große Staudämme zu bauen, auch in flachen Gewässern Energie zu erzeugen. Große Staudämme sind ein großer Eingriff ins Öko-System und nicht rentabel für kleinere Gefälle-Stufen.

Wieso gerade Wasserkraft?
Ich habe schon neben meinem Studium in der Kleinwasserkraft gearbeitet und am Wochenende in der Werkstatt meines Vaters gebastelt und ausprobiert und so entstand die Idee.

Und jetzt sind Sie beim „Science-Park Graz“ unter Vertrag.
Genau. Ich war 2014 beim „Ideentriebwerk“. Das fördert die Grazer Start-up-Szene. Da kommen Investoren vorbei, die sich die Start-ups recht früh fischen wollen und teilen Visitenkarten aus.

Und Sie haben die vom Science-Park genommen?
Die haben mein Projekt angeschaut und gemeint, sie nehmen Kontakt auf und schauen, ob es Sinn macht.

Tut es das?
Ja, weil so ein Funktionsprinzip wie dieses hat es noch nie gegeben. Die Doro-Turbine ist ja nur die Turbine, ich bau ja nicht das Kraftwerk, aber um die Turbine beurteilen zu können muss das ganze Kraftwerk gebaut werden. Also brauch ich Investoren und Partner.

Wie viel Zeit investieren Sie in Ihre Unternehmensgründung?
Sagen wir so, Freitag- abend um 21 Uhr sitzen nicht nur die Kollegen im „Science-Park“-Büro. Eigentlich ist das auch am Wochenende Usus.

Klingt anstrengend.
Wenn man, wie ich, von seiner Idee begeistert ist, dann nimmt man den Schlafmangel in Kauf. Und ich mach genügend Sport zum Ausgleich.

Was machen Sie, wenn Sie mit Ihrem Projekt scheitern sollten?
Das Ziel sollte natürlich sein, das Ziel zu erreichen. Aber wenn man am Ende nur 75 Prozent schafft, ist das noch immer mehr als wenn man das Ziel nie vor Augen gehabt hätte. Es gibt Investoren, die sich zwischen zwei Projekten sogar für das entscheiden, das schon mal gegen die Wand gefahren wurde.

Was wollen Sie mit der Doro-Turbine in fünf Jahren erreicht haben?
Ich will einige Kraftwerke gebaut haben, die Technologie sollte soweit laufen, beobachtet sein und sich bestätigt haben, dass sie lang lebt, umweltfreundlich ist, und den Gewässern keinen Schaden zufügt und dann kann sie in die Internationalisierung gehen.

War die Umwelt immer schon ein wichtiges Thema für Sie?
Ich wollte nicht konkret ein Produkt für die Umwelttechnik entwickeln, aber die Wasserkraft ist eine sehr gute Möglichkeit, grünen Strom zu produzieren und dabei auf die Natur zu achten.

Tragen Sie privat auch etwas zum Klimaschutz bei?
Ich bin kein Aktivist, aber durch meine Arbeit habe ich sicher ein größeres Umweltbewusstsein. Trotzdem wird man mich schon mal mit einem Plastiksackerl im Supermarkt sehen.

Letzte Frage: Energiewende – wird sie Ihrer Meinung nach klappen?
Es wird gewisse Leute brauchen, die ein verstärktes Bewusstsein erzeugen, aber ausrichten kann nur die Summe der Individuen etwas.

DORO-TURBINE:
Stefan Strein ist mit der „Doro-Turbine“ in Vorbereitung einer GmbH-Gründung.
Der Name „Doro“ steht für „Doppel-Rotation“.
Web: doro-turbine.com
Der „Science-Park Graz“ ist ein akademisches Gründerzentrum und unterstützt Jungunternehmer wie Stefan Strein dabei, ihre Idee erfolgreich umzusetzen.
„Science-Park“ - Ideenwettbewerb: Bis 31. Jänner 2016 sind Einreichungen hier möglich.

STEFAN STREIN
Geboren am 1. September 1989 in Deutschlandsberg.
Ist für sein Studium nach Graz gezogen und wohnt hier seit mittlerweile sieben Jahren.
Studiert an der TU Graz BWL und Maschinenbau.
Müsste er sich einen Neujahrsvorsatz nehmen, würde Strein versuchen, nicht nur bei Geschäftsterminen, sondern auch privat pünktlicher zu sein.
Zeit für Familie und Freunde ist ihm trotz intensiver Unternehmensgründungsphase sehr wichtig.
Zum Stressabbau geht der Jungunternehmer je nach Wetterlage gerne Beachvolleyball spielen oder zum Fitnesstraining.
Mag Städtereisen und hätte er etwas mehr Zeit, würde es ihn ein zweites Mal für einen Urlaub nach Bali ziehen.

Gast und Wirtschaft

Restaurant Krebsenkeller
Sackstraße 12, 8010 Graz
Telefon: 0316/83 94 13
Öffnungszeiten: Montag bis Samstag von 11 bis 24 Uhr, sonntags und feiertags geschlossen.
Beschreibung: Der Krebsenkeller, der von Sonja und Andreas Trenk 2013 neu eröffnet wurde, hat durchgehend warme Küche. Das Restaurant wurde 1538 erbaut und bietet als ältestes Gasthaus der Landeshauptstadt viele steirische Schmankerln auf der Speisekarte an.

Das Essen
Im Krebsenkeller ist steirische Traditionsküche in uriger Atmosphäre zuhause. Die Wahl beim Mittagessen fiel auf das klassische "Steirer Pfandl". Das traditionsreiche Lokal hat sowohl Stefan Strein als auch die WOCHE mit nettem Ambiente und hoher Qualität überzeugt.
Die WOCHE meint: In der gemütlichen Stube des Krebsenkellers schmeckte das zarte Fleisch der Schweinsmedaillons, mit Spätzle und reichlich Gemüseallerlei, gleich doppelt gut.
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