Fürstenfeld
Schalkmühle, im Fluss des technischen Fortschritts

Die Fischer-Mühle um 1920 ehe sie 1926 in den Besitz von Maria und Franz Schalk kam. | Foto: Museumsverein Fürstenfeld
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  • Die Fischer-Mühle um 1920 ehe sie 1926 in den Besitz von Maria und Franz Schalk kam.
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Die Schalk-Mühle, auch unter der Bezeichnung Fischermühle bekannt, zählte zu den prägenden historischen Bau- und Wirtschaftsstandorten der Stadt Fürstenfeld. Ihre Geschichte beginnt im Jahr 1782, da sie ursprünglich als Tabakmühle von der Malteser Ordenskommende unter Joseph Karl Paumeister errichtet wurde. Ein halbes Jahr später ist die Mühle abgebrannt, wurde jedoch sofort wieder aufgebaut und mit einem Seilaufzug mit der Tabakfabrik verbunden.

FÜRSTENFELD. Der Wundarzt Adam Fischer wollte im Bereich der Mühle ein Feistritzbad errichten, da die Grazer medizinische Fakultät am 16. Mai 1788 das Wasser als sehr gesund erachtete. Bereits in ihrer frühen Phase zeigt sich jene Dynamik, die ihre Entwicklung über mehr als zwei Jahrhunderte bestimmen sollte: Aufbau, Zerstörung, Wiedererrichtung und fortlaufende Anpassung an neue wirtschaftliche und technische Anforderungen sowie auf zahlreiche Eigentümerwechsel verweist die Geschichte der Mühle.

Am 23. Juni 1800 kommt die Mühle in den Besitz von Franz Graßl, der drei Jahre später eine Rauchtabakschneidemaschine installierte. Dem Kaufvertrag vom 26. Jänner 1816 ist zu entnehmen, dass Adam Fischer die Mühle zum Preis von 24.500 Gulden erwarb. Adam Fischers Kunst- und Walzenmühle hatte vier Walzenstühle mit dazugehörigen Säuberungs- und Sortiermaschinen und fünf Mahlgänge, eine Stampfe und eine Ölpresse, sowie eine Brettersäge. Sie erzeugte alle für den menschlichen Genuss dienende Mahlprodukte, die der Eigentümer in der Oststeiermark und im benachbarten Burgenlande absetzte. Als Antrieb dienten Wasserräder mit einer Gesamtleistung von etwa 40 PS.

Von der Getreidemühle zur Energiegewinnung

Nach dem Tod von Adam Fischer kommt die Mühle 1832 in den Besitz seiner Gattin der Postmeisters- und Chirurgenwitwe Josefa Fischer. Bis 1921 hießen die Besitzer vorwiegend Fischer. In diesem Jahr heiratet Maria Fischer den bekannten Maler Karl Mader aus Fürstenfeld, ehe die Mühle 1926 im Tauschweg von Maria Mader an Franz und Maria Schalk aus Kalsdorf bei Ilz ging. 1938 erfolgte der Einbau der Francis-Turbine mit 118 PS und 1944 übernahmen die Söhne Herbert und Erwin Schalk die Mühle.

In den letzten Kriegstagen 1945 wurde durch Beschuss und Granateneinschläge neben der Mühle, die Wehranlage, deren Nebengebäude und die zweite Voith-Francis-Turbine am linken Flussufer zerstört. Gleichzeitig erfolgte eine Plünderung durch die Russen und wurde die Liegenschaft deren Hauptverbandsplatz. Später während der britischen Besatzung war einige Jahre das Parterre des Wohnhauses von den Briten beschlagnahmt. 1955 erfolgte die Automatisierung der Mühle, 1970 ein Umbau auf ein Kurz-Hochmahlverfahren und in weiterer Folge am 31. Juni 1975 die Stilllegung der Mühle. Damit endete eine knapp 200-jährige Mühlengeschichte.

Die ständigen und mächtigen Hochwässer 1987 und 1989 verursachten immer wieder schwere Schäden an der Wehranlage, die Umbauten und eine Modernisierung der Kraftwerksanlage notwendig machten. Einer konsequenten Technisierung auf dem neuesten Stand der Technik wurde stets Rechnung getragen, sodass die Schalk-Mühle heute als nachhaltiger Betrieb im Sinne ressourcenschonender Energiegewinnung angesehen werden kann.

Die Fischer-Mühle um 1920 ehe sie 1926 in den Besitz von Maria und Franz Schalk kam. | Foto: Museumsverein Fürstenfeld
Die Schalkmühle ist heute ein modernes Kraftwerk die den gewonnenen Strom in das Netzt der Stadtgemeinde Fürstenfeld speist. | Foto: Josi Thaller
Zum Nutzen der heimischen Fischfauna wurde eine großzügige Fischaufstiegshilfe errichtet. | Foto: Josi Thaller
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