BOKU Student forscht
So wurde ein historisches Gebäude in Vorau auf 1581 datiert

Drei Männer
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  • v.l.: Obmann Wolfgang Romirer, Daniel Klemisch und Stv. Kassier Herbert Kern vor dem historischen Feldkasten im Freilichtmuseum Vorau.
  • Foto: Nicole Silbermann/Freilichtmuseum Vorau
  • hochgeladen von Alexander Schmaranzer

Wissenschaftliche Dendrochronologische Forschung im Freilichtmuseum Vorau enthüllt das Alter historischer Holzblockbauten aus der Oststeiermark.

VORAU. Im Freilichtmuseum Vorau laufen derzeit spannende wissenschaftliche Untersuchungen zur Geschichte der historischen Gebäude. Der Student Daniel Klemisch, der an der BOKU Wien ein Doktoratsstudium mit dem Schwerpunkt historische Holzblockbauten begonnen hat, untersucht aktuell mehrere Objekte im Museum mithilfe der Jahrringanalyse.

Foto: Eduard Führer

Was ist Dendrochronologie?

Die Dendrochronologie ermöglicht anhand der Jahresringe von Holz eine genaue zeitliche Einordnung, wann das verwendete Material geschlägert wurde. Beim sogenannten Feldkasten Elstner im Freilichtmuseum Vorau konnte bereits mit einer Wahrscheinlichkeit von 99 Prozent nachgewiesen werden, dass das verbaute Holz im Jahr 1581 gefällt wurde. Ein bemerkenswertes Ergebnis für die regionale Baugeschichte der Steiermark.

Holz
  • Die Jahresringe eines Baumstammes machen das Alter des Holzes sichtbar
  • Foto: Davis Vidal
  • hochgeladen von Alexander Schmaranzer

Holz aus einer anderen Zeit

Diese Datierung macht das Alter des Gebäudes besonders eindrucksvoll sichtbar. Das Holz stammt aus einer Zeit lange vor Maria Theresia, rund 200 Jahre vor der Französischen Revolution und nur etwa 90 Jahre nach der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus. Während in der Oststeiermark bereits solche Holzblockbauten errichtet wurden, regierte in Österreich noch Kaiser Rudolf II. aus dem Haus Habsburg.

Regionale Besonderheit

Besonders interessant sind laut Klemisch die traditionellen Eckverbindungen der historischen Holzblockbauten. Die sogenannten "Wundnosen" beziehungsweise "Windnasen" gelten als charakteristische Bauweise der Oststeiermark und kommen in dieser Form nahezu ausschließlich in der Region vor. Sie zeigen eindrucksvoll die hohe handwerkliche Qualität und die regionalen Besonderheiten des historischen Holzbaus in der Steiermark.

Foto: G.F.

Theorie trifft Praxis

Daniel Klemisch arbeitet aktuell selbst als Zimmerer und sammelte in den vergangenen Jahren praktische Erfahrungen in Tschechien und Norwegen. Dort beschäftigte er sich intensiv mit traditionellen Techniken des historischen Holzhandwerks. Dieses praktische Wissen fließt nun direkt in seine wissenschaftlichen Forschungen ein.  Das Freilichtmuseum Vorau sieht in diesen Untersuchungen einen wichtigen Beitrag zur Erforschung und Erhaltung regionaler Baukultur in der Steiermark. Die Verbindung von traditionellem Handwerk, regionaler Geschichte und moderner Forschung macht deutlich, welchen kulturellen Wert die historischen Gebäude des Museums besitzen. Weitere Ergebnisse der Untersuchungen werden in den kommenden Monaten erwartet.

Holzgebäude
  • Das Freiluftmuseum Vorau bewahrt historische Holzblockbauten der Oststeiermark und macht regionale Baukultur für Besucher erlebbar.
  • Foto: Heidemarie Rottermanner
  • hochgeladen von Alexander Schmaranzer

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