Neues vom Hartberger Pfarrer Josef Reisenhofer
Sonntagspredigt: "Herz mit Händen"
- Stadtpfarrer Josef Reisehofer nahm in seiner Predigt Stellung zur aktuellen Diskussion um die TV-Übertagungen der Gottesdienste aus der Pfarre Hartberg.
- Foto: Alfred Mayer
- hochgeladen von Alfred Mayer
In seiner Predigt am Sonntag, 31. Oktober, in der Wallfahrtskirche Maria Lebing nahm der Hartberger Stadtpfarrer Josef Reisenhofer – wie angekündigt – zur derzeitigen Diskussion rund um die Übertragung der TV-Gottesdienste aus der Pfarre Hartberg Stellung.
Die Woche hat exklusiv Auszüge aus dieser Predigt, die von den Messbesuchern mit großem Applaus quittiert wurde:
„In den vergangen Wochen wurde in den Medien genauso wie in privaten Kreisen viel über die Kirche diskutiert, über Normen und Vorgaben im Gottesdienst. Passend dazu wird heute im Evangelium - das ist heute tatsächlich vorgesehen ist, so wie es der Liturgieordnung für heute entspricht- die Frage gestellt: Was ist das wichtigste Gebot im Christentum?
Dabei holt uns Jesus zurück auf den Boden der Realität oder besser auf den Boden des Himmels: Was ist wichtig? worauf kommt es an: auf die Liebe - die Liebe zu Gott, zu Mitmenschen und zu sich selbst.
Sowohl in der Lesung als auch im Evangelium kommt dabei ein Symbol vor, das Herz – mit Herzen lieben - darum habe ich dieses Herz hier mitgebracht- ein Herz mit zwei Händen.
...
Es braucht, wenn wir das Gebot Jesu ernst nehmen, dieses Herz auch in diesen Tagen spannend diskutierten Frage der Gottesdienste. Grundsätzlich ist ja es gut, wenn überhaupt noch diskutiert wird über die Kirche: Wie schon Altbischof Weber formulierte: Solange die Kirche kritisiert wird, lebt sie. Schlimm wär es, wenn alle sagen: Kirche ist mir wurscht.
...
Manchmal ist es einfacher Hände zu erheben: Du, du, du. Du darfst nicht mehr fernsehen, du bekommst Fernsehverbot. Übrigens können Hände, denen etwas nicht im TV gefällt auch abschalten und ein anderes Programm suchen, es gibt auch schöne Gottesdienstübertragungen im Radio.
Liturgie mit HERZ feiern - was meint das? Die Menschen beten mit Herz - ob Hände gefaltet oder ausgebreitet….es kommt auf das Herz an. Ob Mozartmesse oder Rocklieder es kommt auf das Herz an. Ob Bibeltexte oder von begnadeten Schriftstellern, Poeten. Literaten müssen das Herz berühren. Ob Gottesdienst mit Gummiboot oder Bischofsstab, Zeichen, herzhaft eingesetzt, können Hinweis auf das Reich Gottes sein.
...
Und das hat Folgen: Da wird eine Messe bei Kinder- und Familienmessen anders aussehen dürfen als im Altenheim. Da wird eine Messe am Petersplatz anders gefeiert als im Dschungel des Amazonas. Da darf eine Messe am See anders sein als in der Kathedrale. Ein Gottesdienst im Karmeliterkloster darf anders sein als am Kreuzfahrtschiff. Aber - wenn unsere Feier nur von Herzen kommt.
...
Es soll in der Kirche keine Herzkranzverengung geben, keine Durchblutungsstörung. Aber soweit sie auseinander sind, sie treffen sich dort wo das Herz ist. Herzhaft Gottesdienst feiern – falten wir die Hände und öffnen wir unser Herz und Gott umarmt uns herzhaft besonders in Ängsten und Tränen - das wollen wir dankbar feiern, auch in Zukunft. Amen.
MeinBezirk auf
MeinBezirk als
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.