Zwischen Grabgebühren und Ehrenamt
Friedhof sorgt in Sigmundsherberg für Wirbel
- Früh am Morgen wurde am Sigmundsherberger Friedhof angepackt. Mit dabei auch Bürgermeister Franz Göd.
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Zwischen Grabgebühren, Unkraut und Ehrenamt gehen in Sigmundsherberg die Wogen hoch. Eine freiwillige Friedhofsaktion sorgt für Kritik – und eine klare Ansage des Bürgermeisters.
SIGMUNDSHERBERG. Zwischen Grabgebühren, Unkraut und Ehrenamt gehen in Sigmundsherberg die Wogen hoch. Eine von der Gemeinde ausgeschriebene freiwillige Friedhofsaktion sorgt für Kritik. Über die Plattform „Cities“ wurden Bürger eingeladen, beim Unkrautjäten und bei einfachen Pflegearbeiten mitzuhelfen. Handschuhe und Arbeitsgeräte sollten nach Möglichkeit selbst mitgebracht werden.
- "Jeder sollte sich um die Fläche rund um sein Grab kümmern und dort für Ordnung sorgen.", fordert Bürgermeister Franz Göd.
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Eine Sigmundsherberger Bürgerin, deren Name der Redaktion bekannt ist, sieht die Sache kritisch. Ihre Familie besitzt seit Generationen mehrere Gräber im Ort. „Wir bezahlen Gebühren für die Grabstellen und die Friedhofspflege war bis vor zwei Jahren immer in Ordnung“, schreibt sie. Die Einladung zur freiwilligen Mitarbeit empfindet sie als „Zumutung“. Angehörige seien teilweise über andere Bundesländer verstreut. Sie kritisiert, dass unter dem „Deckmantel der Freiwilligkeit und des Zusammenhalts“ nun Angehörige zu einer solchen Aktion eingeladen würden. Die Gemeinde habe „scheinbar in letzter Zeit erhebliche Probleme mit ihrer Führung“.
- Früh am Morgen wurde am Sigmundsherberger Friedhof angepackt. Mit dabei auch Bürgermeister Franz Göd.
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Bürgermeister Franz Göd kann diese Kritik nicht nachvollziehen und verweist auf den Gedanken des Ehrenamts. „Man kann auch etwas ehrenamtlich und für die Allgemeinheit tun“, betont Göd. Die Aktion sei zudem mit Ressortchefin Michaela Schmôger von der SPÖ abgesprochen worden. Beim Lokalaugenschein von MeinBezirk Horn packte der Bürgermeister selbst mit an. Gemeinsam mit seiner Schwester Bettina Moltan und drei Gemeindemitarbeitern startete er bereits um 8 Uhr mit der Friedhofspflege. Im Laufe des Vormittags kamen weitere Gemeindebürger dazu und unterstützten die Aktion.
- Beim Lokalaugenschein von MeinBezirk Horn packte der Bürgermeister selbst mit an.
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Für Göd steht dabei vor allem die Eigenverantwortung der Angehörigen im Mittelpunkt. „Die Menschen müssen einfach mehr für die Allgemeinheit tun. Jeder kann etwas machen“, sagt der Bürgermeister. Wenn jeder die wenigen Meter rund um das eigene Grab sauber halte, „dann gibt es diese Diskussion gar nicht“. Österreich lebe von Freiwilligen, diese würden aber leider immer weniger. „Wir brauchen wieder die ‚Hier packe ich an‘-Mentalität“, fordert Göd. Jeder sollte sich um die Fläche rund um sein Grab kümmern und dort für Ordnung sorgen.
- "Jeder sollte sich um die Fläche rund um sein Grab kümmern und dort für Ordnung sorgen.", fordert Bürgermeister Franz Göd.
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Auch beim Thema Unkraut setzt Sigmundsherberg auf einen besonderen Weg. Die Gemeinde gehört seit Jahren der Bewegung „Natur im Garten“ an, weshalb chemisch-synthetische Spritzmittel nicht eingesetzt werden. Die Pflege muss daher händisch erfolgen. Die Gemeinschaftsaktion fand heuer zum zweiten Mal statt und wurde bewusst knapp vor Allerheiligen angesetzt. Früher kümmerte sich mit Herrn Winkler ein Sigmundsherberger Urgestein um den Friedhof. Einen Verschönerungsverein gibt es aktuell nicht. Drei Damen pflegen derzeit den Kirchenplatz. Göd betont, dass „die drei Damen das ausgezeichnet machen und die Gemeinde darauf sehr stolz und dankbar ist“. Ob die freiwillige Friedhofsaktion auch im kommenden Jahr wieder stattfindet, steht derzeit noch nicht fest.
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