28.09.2017, 16:30 Uhr

Bei Arbeit und Studium verleiht die EU Flügel

Ein Auslandsaufenthalt weitet nicht nur den eigenen Horizont, sondern kann auch Türen in der Arbeitswelt öffnen. (Foto: Fotolia/ Dirima)

„Ich bin dann mal weg.“ Wie durch die Europäische Union bei Job und Studium die Grenzen gefallen sind.

Als EU-Bürger genießt man das Recht, jederzeit in einem anderen EU-Land zu arbeiten, ohne dass eine Arbeitserlaubnis erforderlich ist. Das hat dazu geführt, dass in den vergangenen Jahren der grenzüberschreitende Arbeitsmarkt massiv in Bewegung gekommen ist. Zu verdanken ist diese Entwicklung unter anderem den Instrumenten wie der Dienstleistungsrichtlinie sowie der EURES-Grenzpartnerschaft oder den Förderinstrumentarien wie dem EFRE- und ESF-Fonds (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung, Europäischer Sozialfonds). Die Intensität des grenzüberschreitenden Dienstleistungsverkehrs lässt sich auch mit eindrucksvollen Zahlen untermauern: Haben im Jahr 2013 „nur“ 30.145 Unternehmen aus dem Ausland „Entsendungen von Mitarbeitern“ nach Österreich gemeldet, so waren es 2015 bereits 56.629 und 2016 schon 81.412 Unternehmen mit rund 196.000 nach Österreich entsendeten Mitarbeitern. Endgültig „explodiert“ ist die Zahl aber heuer durch die neu hinzugekommenen Meldungen aus der Transportbranche: Über 250.000 stehen hier allein fürs erste Jahresdrittel 2017 zu Buche.
Dadurch ist die Gesamtzahl der Meldungen bis Ende April auf 310.000 mit 390.000 nach Österreich entsendeten ausländischen Dienstnehmern gestiegen. Das Webportal EURES bietet übrigens Stellenangebote im EU-Raum und unterstützt mit Tipps für Umzug und Wohnungssuche.

Studieren im EU-Ausland

Andere Länder, andere Sitten, andere Kulturen. All dies im Rahmen eines Auslandsstudiums kennenzulernen, zählt wohl zu den aufregendsten und unvergesslichsten Erlebnissen von Studierenden. Bereits seit 1987 haben Studierende der EU-Mitgliedstaaten die Möglichkeit, im Rahmen von Erasmus einen Teil ihres Studiums an einer EU-Partnerhochschule zu absolvieren. „Die Steiermark hat sich in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich am internationalen Erfolgsprogramm der EU beteiligt.“
Seit 2014 gibt es das Programm Erasmus+, über 16,5 Millionen Euro an Fördermitteln wurden seither für Bildungsprogramme abgeholt. 8.467 Steirer nutzten die Gelegenheit, am internationalen Länderaustausch teilzunehmen“, berichtet Rita Michlits vom Österreichischen Austauschdienst. Was viele nicht wissen: „Alle Studierenden einer teilnahmeberechtigten Hochschule in Österreich können das Programm Erasmus+ nutzen“, berichtet Karin Schwach, Erasmus+-Koordinatorin der Karl-Franzens-Universität Graz. „Die Heimathochschule muss dazu nur mit der Gasthochschule ein gültiges Abkommen im Rahmen der Erasmus+ Hochschulcharta geschlossen haben.“
Viele ehemalige steirische Programmteilnehmer können ihre internationalen Erfahrungen auch in ihren Berufen nutzen, wie beispielsweise der Schauspieler Michael Ostrowski oder der österreichische Botschafter in Kasachstan und Erasmus-Pionier Gerhard Sailler.

Fakten zur EFRE:
Von der EU fließen auch jährlich Euro-Millionen in die Steiermark. So stellt die Europäische Kommission finanzielle Mittel aus dem EFRE (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) zur Förderung von Wachstum und Beschäftigung zur Verfügung.
Weitere Informationen dazu:
- www.efre.gv.at
- Wirtschaftsreferat Land Steiermark
- EU-Förderung leicht gemacht
- www.sfg.at

Mehr zum Thema Arbeitsplatzmobilität in der EU lesen Sie im Interview mit Ewald Verhounig, Leiter des Instituts für Wirtschafts- und Standortentwicklung der Wirtschaftskammer Steiermark. 
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