14.09.2016, 15:17 Uhr

Raiffeisen-General Martin Schaller: "Wir brauchen eine positive Stimmung!"

Positiv denken: Raiffeisen-General Martin Schaller fordert eine optimistische Grundstimmung ein. (Foto: geopho.com)

Regional, digital, überall: Wie sich die Nummer 1 am steirischen Bankensektor für die Zukunft aufstellt.

750.000 Kundenbeziehungen. Eine imposante Zahl, die eine hohe Verantwortung mit sich bringt – dessen ist sich Martin Schaller, seins Zeichens Generaldirektor der Raiffeisen Steiermark bewusst. Auch deshalb, weil eine regionale Bank vor Ort ist. Und im Gegensatz zur reinen Online-Konkurrenz hautnah am Kunden dran ist, sich mit dessen Plänen, Ideen, Sorgen und Nöten auseinandersetzt.
"Regionalität hat daher für uns höchste hohe Bedeutung", ist Schaller stolz auf Herkunft und Struktur: "Wir sind zu 100 Prozent in steirischem Eigentum. Und mit 74 selbstständigen Banken direkt am Kunden." Mit einem besonderen Vorteil, wie Schaller ausführt: "Unsere Betreuer vor Ort kennen ihre Kunden persönlich, kennen deren Situation und können auch selbst entscheiden."

Digitale Bevölkerungswanderung

Das dichte Netz mit rund 200 Bankstellen müsse man natürlich immer wieder überdenken, weil es zwei große Herausforderungen gebe: "Einerseits die echte Bevölkerungswanderung, der Zustrom der Menschen in die Ballungsräume. Anderseits natürlich die digitale Bevölkerungswanderung: Immer mehr wird digital, die Kunden folgen diesem Trend." Was wird das für die Kunden bedeuten? "Die Standardgeschäfte werden stärker digital werden. Dafür werden wir die Beratung intensivieren, wo diese notwendig ist." All das geschieht in einem durchaus schwierigen Umfeld: "Die Zinspolitik der EZB halte ich nicht für sinnvoll. Gut gemeint ist in diesem Fall nicht gut gemacht. Außerdem kämpfen wir mit einer immer stärkeren Regulierung." Nachsatz: "Die Regionalbanken löffeln aus, was uns andere 2008 eingebrockt haben." Dazu kommt, das Österreich aus seiner Sicht Musterschüler in Sachen Regulierung sei, von ihm gibt es "ein glattes Sehr Gut in Verwalten und Bürokratie". Der falsche Weg, denn, so Schaller: "Aufgabe des Staates ist es, die Unternehmer zu unterstützen, nicht Regeln zu machen. Sonst wird das Regulieren zum Strangulieren."
Vom Unternehmer zum Privatkunden: Was empfiehlt man dem in einer solchen Phase? Zahlt sich Sparen überhaupt noch aus? "Sparen ist immer gut", schmunzelt Schaller. Um ernsthaft nachzusetzen: "Der Notgroschen verliert nicht an Bedeutung. Alles, was darüber hinaus geht, sollte man mit seinem Berater besprechen – wie zum Beispiel langfristigere Varianten wie Fonds oder Lebensversicherungen. Da ist Beratung noch wichtiger, weil sie individuell auf Bedürfnisse abgestimmt ist. Das kann das Internet nicht leisten."

"Packen wir's gemeinsam an"
Und wie schätzt der oberste steirische Banker generell die Wirtschaftslage ein? "Wir stellen uns sportlich den Herausforderungen", kommt es da im Brustton der Überzeugung. Und es folgt ein fast flammender Appell: "Das Glas ist nicht halb leer. Wir brauchen dringend eine positive Stimmung, wir brauchen Innovation und Optimismus. Packen wir es doch gemeinsam an!"
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