Leutschach/Gamlitz auf Servus TV
Der „Dschungelbus“ ist bald Geschichte

Ein wichtiger Lückenschluss könnte bald der Vergangenheit angehören.
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Die Buslinie 652 führt vom Bahnhof in Ehrenhausen über Gamlitz bis nach Kranach am Fuße des Karnerbergs, aber nicht bis nach Leutschach. Seit Jahrzehnten fehlt dieser wichtige Lückenschluss für die Pendler und Schüler aus dem Großraum Leutschach direkt zur S-Bahn nach Graz. Auf diese kuriose Geschichte ist mittlerweile auch Servus TV gestoßen, jetzt kommt die Sache endlich in Bewegung.

Es ist schon kurios. Seit Jahren, eigentlich Jahrzehnten, fährt die Bus-Linie 652 von Ehrenhausen über Gamlitz bis zur Endstation „Karnerwirt“. Hier endet die Linie am Fuße des Karnerbergs im sprichwörtkichen „Nichts“. Der Bus dreht in einem gefährlichen Manöver mitten auf der Bundesstraße 69 um und fährt wieder retour. Der längst fällige Lückenschluss über den Karnerberg nach Leutschach und damit eine schnelle Anbindung der rund 3700 Einwohner direkt an die S-Bahn in Ehrenhausen schien jahrelang unmöglich. Der Leutschacher TV-Reporter Gregor F. Waltl hat sich nun der Sache angenommen und nach einiger Recherchearbeit scheint es womöglich nach Jahren doch noch zu einem glücklichen Ende zu kommen. Der Bus endet also am „Kopfbahnhof Karnerwirt“, nach Leutschach wären es nur mehr vier Kilometer.

Der Leutschacher TV Reporter Gregor F. Waltl brachte mit seinem Bericht einen großen Stein ins Rollen.
  • Der Leutschacher TV Reporter Gregor F. Waltl brachte mit seinem Bericht einen großen Stein ins Rollen.
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Lokalaugenschein

Bei einem Lokalaugenschein sind außer einigen wenigen Schülern keine weiteren Fahrgäste zu finden, wie auch: Es gibt keinen Parkmöglichkeiten, um hier quasi „Park & Ride“ zu machen und die Endstation ist mitten im Freiland. Einheimische wissen zu erzählen, dass die Endstation beim ehemaligen „Karnerwirt“ nur deswegen so gewählt wurde, weil ein ehemaliger Buschauffeur in unmittelbarer Nähe gewohnt habe und er damit mit seinem Arbeitsgerät bis nach Hause fahren konnte - aber eben nicht weiter nach Leutschach. Ein Testbetrieb, so der ehemalige Elternvereinsobmann Kurt Hemmer aus Leutschach, sei vor etlichen Jahren ohne Vorankündigung an zwei schulfreien Tagen durchgeführt worden und sofort wieder „wegen mangelnder Akzeptanz“ eingestellt. Bürgermeister Erich Plasch aus Leutschach bestätigt das Interesse seiner Gemeindebürger und spricht von rund 8000 Euro, die man jährlich für die Verlängerung der Linie bezahlen müsse.

Offizielles Ansuchen ausständig

Nach Rückfrage beim Geschäftsführer des steirischen Verkehrsverbundes DI Dr. Peter Gspaltl ist der wichtige Lückenschluss wohl finanziell und fahrplantechnisch durchaus möglich, es könne sogar eine Förderung durch das Land Steiermark beantragt werden. Was fehlt, und das seit Jahren, ist ein offizielles Ansuchen der Gemeinde oder mehrerer Gemeinden, um damit den Bedarf an dieser fehlenden öffentlichen Verbindung anzumelden. Viele, wie der ehemalige Leutschacher Gemeinderat und Obmann der Kinderbetreuungseinrichtung „Lachtraube“ Karl-Heinz Bandur, denken bereits weiter. Er stellt die Idee eines Ringverkehrs von Leibnitz aus über Heimschuh-Großklein-Arnfels-Leutschach-Gamlitz-Ehrenhausen-Leibnitz in beide Richtungen in den Raum und befeuert damit zusätzlich die Diskussion: „Es geht ja auch darum, jungen Leuten bei uns die Möglichkeit zu geben um in Leutschach zu bleiben, die Landflucht bedroht uns alle hier am Land gleichermaßen!“
Das Vorhandensein eines öffentlichen Verkehrs-Anschlusses gehört mittlerweile zu den wichtigsten Kriterien um sich für oder gegen den Verbleib in einer Landgemeinde zu entscheiden. Mittlerweile ist auch Nationalratsabgeordneter Joachim Schnabel auf den Zug, besser den Bus, aufgestiegen und hat schriftlich bestätigt, dass es in den nächsten Tagen im Land Steiermark erste offizielle Gespräche geben solle.

Nur wer Taten setzt, wird ernten
Autor:

Waltraud Fischer aus Leibnitz

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