Stabwechsel in Leoben
Barbara Pollinger ist die neue Stimme der Bäuerinnen
- Barbara Pollinger aus Mautern wurde zur neuen Bezirksbäuerin gewählt.
- Foto: Dominiks Pferdebilderei
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Frischer Wind in der bäuerlichen Vertretung: Barbara Pollinger (32) übernimmt das Amt der Bezirksbäuerin von Johanna Hafellner. Die leidenschaftliche Landwirtin aus Mautern setzt auf Zusammenhalt, Kommunikation und die soziale Absicherung der Frauen am Land. Warum sie für ihre neue Aufgabe gerne die „Komfortzone“ verlässt, erzählt sie im Interview.
BEZIRK LEOBEN/MAUTERN. Für den Bezirk Leoben beginnt eine neue Ära in der bäuerlichen Vertretung. Die 32-jährige Mauternerin Barbara Pollinger übernimmt das Amt der Bezirksbäuerin von Johanna Hafellner. Ihr Weg in die Landwirtschaft war dabei kein geradliniger, sondern einer, der von Leidenschaft bestimmt wurde.
Die gelernte Friseurin fand über die Liebe nicht nur ihren Ehemann, sondern auch ihre Berufung auf dem Milchviehbetrieb in Mautern. „Der Beruf der Bäuerin passt optimal zu mir. Die Abwechslung zwischen Stall, Büro und der Natur ist einzigartig“, so die Mutter eines siebenjährigen Sohnes. Aktuell werden am Hof 70 Rinder (davon 37 davon Milchkühe und der Rest eigene Nachzucht) gehalten. Darüber hinaus betreibt die Familie auch einen Forstbetrieb und ein Wasserkraftwerk. Kraft tankt sie bei ihren Pferden – das Reiten ist für sie seit ihrem zehnten Lebensjahr der perfekte Ausgleich.
- Die Familie führt einen Milchviehbetrieb in Mautern und hält aktuell 70 Rinder.
- Foto: Barbara Pollinger
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Raus aus der Komfortzone
Dass sie nun die Verantwortung für den gesamten Bezirk übernimmt, war eine bewusste Entscheidung. „Nur wenn man aus der Komfortzone heraustritt, kann man wachsen“, ist ihr Motto. Nach der Wahl zur Ortsbäuerin Mautern zu Jahresbeginnn folgt nun der Schritt auf die größere Bühne. Zu Beginn ihrer Amtszeit möchte sie vorrangig eines: hinhören. Eine Bestandsaufnahme in den Gemeinden soll zeigen, wo der Schuh drückt und wie der Zusammenhalt im Bezirk weiter gestärkt werden kann.
- MeinBezirk: Was hat Sie dazu bewogen, gerade jetzt dieses verantwortungsvolle Amt zu übernehmen?
BARBARA POLLINGER: Ich bin ein sehr kommunikativer Mensch und gerne unter Leuten. Als die Frage kam, habe ich zwei Tage nachgedacht und mich dann bewusst dafür entschieden. Wir befinden uns im Internationalen Jahr der Bäuerin 2026 – das ist eine riesige Chance. Ich möchte die Gelegenheit ergreifen, um über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und mit der Aufgabe zu wachsen.
- Sie führen einen Milchviehbetrieb, sind Mutter und nun Bezirksbäuerin. Wie meistern Sie diesen Spagat?
Wenn man zu viel darüber nachdenkt, sagt man vielleicht gar nicht erst ja. Ich denke sehr lösungsorientiert. Wenn man will, lässt sich das schaukeln. Aber klar ist: Ohne ein starkes Netzwerk im Hintergrund – mein Mann, meine Eltern und meine Schwiegereltern unterstützen mich voll – wäre das nicht machbar.
- Barbara Pollinger ist gelernte Friseurin und kam durch ihren Mann Johann zur Landwirtschaft.
- Foto: Barbara Pollinger
- hochgeladen von Astrid Moder
- Ein großes Thema im Jahr 2026 ist die rechtliche und finanzielle Absicherung von Frauen in der Landwirtschaft. Wo setzen Sie hier an?
Mein Leitspruch dazu ist: „Wer nichts weiß, muss alles glauben.“ Wissen schafft Abhilfe. Wir haben tolle Angebote wie den ZAM-Lehrgang oder Webinar-Reihen über die Rechte der Frauen. Ich sehe meine Aufgabe darin, diese Infos über unsere Kanäle und WhatsApp-Gruppen direkt zu den Frauen zu bringen und sie zu ermutigen, ihre Absicherung selbst in die Hand zu nehmen.
- Die „Bäuerinnen-Challenge“ sorgt derzeit für viel Wirbel in den sozialen Medien. Wie gefällt Ihnen diese Form der Sichtbarkeit?
Die Challenge ist eine großartige Idee! Durch die Videos wird einem oft erst selbst wieder bewusst, was man tagtäglich leistet. Dieser Anstoß von außen ist wichtig. Ich freue mich darauf, diesen Schwung zu nutzen und in meiner Amtszeit viele Menschen zusammenzubringen. Man profitiert von jedem Austausch persönlich enorm.
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