Neuer Busfahrplan Leoben-Proleb-Niklasdorf
„Von Verbesserung kann keine Rede sein“
- Was die einen freut, davon sind die anderen enttäuscht: Busfahrende aus der Niklasdorfer Sommersiedlung sowie aus Proleb-Köllach ärgern sich über den Wegfall des Halbstundentaktes bis in den späten Nachmittag.
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Für Unmut sorgt der neue Busfahrplan der MVG-Linien 30 und 31 Leoben–Proleb–Niklasdorf bei Bewohnern der Niklasdorfer Sommersiedlung und jenen aus Proleb-Köllach. Sie beklagen, dass der bisherige Halbstunden- auf einen Stundentakt reduziert wurde.
LEOBEN, NIKLASDORF. „Der neue Fahrplan wurde über die Presse falsch und als große Verbesserung für die Proleber und Niklasdorfer Busfahrgäste dargestellt. Während die Leute aus den Hochhaussiedlungen Richtung Proleb davon profitieren, sind wir von den Niklasdorfer Siedlungen auf der ‚Depot‘-Seite – etwa Sommersiedlung, Südtiroler Gasse – jetzt benachteiligt. Wir hatten zuvor jede halbe Stunde – um 15 und 45 Minuten nach der vollen Stunde – einen Bus, nun nur noch einmal stündlich. Von Verbesserung kann keine Rede sein und es ärgert uns, dass das so vermittelt wird“, erzählt Alexandra Wallner. Ins selbe Horn stoßen auch Busfahrgäste aus Proleb-Köllach, die ebenfalls die Streichung des Halbstundentaktes von und nach Köllach kritisieren.
45 Minuten Wartezeit
Was Alexandra Wallner und andere berufstätige Niklasdorferinnen und Niklasdorfer besonders trifft: Nach Dienstschluss in Leoben müssen sie nun 45 anstatt nur wenige Minuten auf die nächste Verbindung warten. „Es ging bisher der 31er um Viertel nach direkt nach Niklasdorf und über Proleb retour nach Leoben. Um Dreiviertel fuhr der 30er die entgegengesetzte Schleife über Proleb nach Niklasdorf. Mit dem Bus um 15 Minuten nach, den wir Berufstätige immer genommen haben, waren wir also auf direktem Kurs in rund 13 Minuten in der Sommersiedlung. Diese Verbindung gibt es nun nicht mehr, wir müssen auf den Bus um Dreiviertel warten. Erst ab etwa 16 Uhr gilt wieder der herkömmliche Fahrplan mit dem Halbstundentakt“, ärgert sich die 46-Jährige.
- Enttäuschung und Verärgerung herrschen bei Niklasdorfer-Buspassagieren aus der Sommersiedlung sowie bei jenen aus Proleb-Köllach. Bis 16 Uhr fährt der Bus nicht mehr im herkömmlichen Halbstundentakt, sondern nur mehr einmal stündlich.
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Ungleichgewicht wurde ausgeglichen
Der 30er fährt indes nun alle halben Stunden – um zehn nach und um 42 – auf direktem Weg nach Proleb. „Es profitieren also nur jene Fahrgäste aus dem Gebiet um Proleb“, so Wallner. Sie und weitere Betroffene wünschen sich die frühere Verbindung zurück oder zumindest eine nachvollziehbare Begründung für die Änderungen. Diese liefert MVG-Geschäftsführer Gerhard Deutsch. Wie er erklärt, werde der Regionalverkehr mit MVG-Bussen im Auftrag der Gemeinden Leoben, Proleb und Niklasdorf betrieben. Ziel der Fahrplananpassung sei gewesen, ein bisheriges Ungleichgewicht auszugleichen. Während Niklasdorf im Vergleich gut an das Busnetz angebunden gewesen sei, habe es zwischen Leoben und Proleb – insbesondere für die Hochhaussiedlungen in der Proleber Straße – Nachholbedarf gegeben.
- Gerhard Deutsch, Geschäftsführer der MVG, versteht den aktuellen Unmut der Buspassagiere, hofft aber, dass sich mit Verdichtung des Bustaktes zu Schulbeginn dann wieder alles zur Zufriedenheit einpendeln wird.
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Analyse der Auslastung
Gemeinsam mit den Stadtwerken Leoben, Land Steiermark, den Gemeinden Proleb und Niklasdorf sowie der 4takt Verkehrs GmbH sei daher der neue Fahrplan gestaltet worden. Vor der Umstellung habe man auch die Auslastung der Verbindungen analysiert. Dabei habe sich gezeigt, dass rund 95 Prozent der Niklasdorfer Fahrgäste den direkten Bus in ihren Ort nutzten. Nur etwa fünf Prozent seien mit jener Verbindung gefahren, die über Proleb-Köllach führte und nun bis in den Nachmittag entfällt. „Wir verstehen aber den Unmut der betroffenen Fahrgäste“, sagt Deutsch. Er betont aber auch, dass ein Fahrplan „ein lebendes Produkt“ sei und laufend angepasst werden müsse.
Finanzierungsmodalitäten
Hintergrund seien aber auch die Finanzierungsmodalitäten des Busangebots: Den größten Teil der Kosten trägt in diesem Fall das Land Steiermark, während sich die Gemeinden Leoben, Proleb und Niklasdorf bislang zu gleichen Teilen an der Finanzierung beteiligten. Aus Sicht Leobens entsprach dieses Kostenverhältnis jedoch nicht dem Angebot für die eigenen Siedlungsgebiete. Mit dem neuen Fahrplan werden die Wohngebiete Richtung Proleb nun im Halbstundentakt bedient. Die dadurch entstehenden Mehrkosten werden von der Stadt Leoben mitgetragen, die damit zugleich die Gemeinde Proleb bei der Finanzierung des verbesserten Angebots unterstützt.
Derzeit Ferienfahrplan
Deutsch und der Geschäftsführer der 4takt Verkehrs GmbH Stephan Stibor weisen abschließend darauf hin, dass der ausgedünnte Fahrplan derzeit auch dem Ferienfahrplan geschuldet sei. Mit Beginn des Schulbetriebs werde das Angebot vor allem zur Mittagszeit wieder verdichtet, kündigen Stibor und Deutsch an. Die Verantwortlichen wollen die Auswirkungen des neuen Fahrplans jedenfalls genau beobachten. Man werde verstärkt auf Rückmeldungen der Fahrgäste achten und bei Bedarf „nachjustieren“, betont Stibor.
Künftiges "Foirachpaket"
Zudem soll das Angebot Richtung Niklasdorf bereits in rund drei Monaten erneut ausgeweitet werden. Dann soll nach Fertigstellung des Brückenbaus mit dem sogenannten „Foirachpaket“ auch die Mercedessiedlung besser in das Busnetz eingebunden werden.
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