Begegnung am Friedhof
Wie „Endlich.leben.“ neue Perspektiven in Leoben schafft
- Ein Vernetzungstreffen am Zentralfriedhof Leoben widmete sich der Frage, wie ein Friedhof als Ort der Begegnung und des Auflebens dienen kann. Die Erfahrungswerte des Projekts „Endlich.leben. Im Bild: Michael Rogner, Monika Brottrager-Jury, Otto Feldbaumer, Sandra Maxa, GF Mario Stranimaier, Kevin Derler, Sarah Wack, Elisabeth Sommerauer (v. l.)Leoben, Mag. Otto Feldbaumer, Sandra Maxa, Mag. MSc Michael Rogner
- Foto: Diözese Graz-Seckau
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Ein Vernetzungstreffen am Zentralfriedhof Leoben widmete sich der Frage, wie ein Friedhof als Ort der Begegnung und des Auflebens dienen kann. Die Erfahrungswerte des Projekts „Endlich.leben. – Lebenskunst am Lebensende“ wurden präsentiert und boten Einblicke in die Beratungs-, Begleitungs- und Kulturangebote vor Ort.
LEOBEN. Kann ein Friedhof ein Ort der Begegnung, des Austauschs und sogar des Auflebens sein? Dieser Frage widmete sich kürzlich ein Vernetzungstreffen rund um das Projekt „Endlich.leben. – Lebenskunst am Lebensende“ am Zentralfriedhof in Leoben. Ein Projekt, das zeigt, wie ungewöhnlich und gleichzeitig naheliegend ein solcher Begegnungsraum sein kann. Unter einem Zelt mitten am Friedhof entstehen Gespräche, Begegnungen und unerwartete Verbindungen. Seit September 2025 hat die Initiative bereits rund 1.600 Kontakte und 400 Gespräche ermöglicht. Dabei geht es längst nicht nur um Trauer.
Die Angebote sind kostenlos. Besucherinnen und Besucher teilen mit Gleichgesinnten ihre Erfahrungen, erkennen verbindende Lebensthemen, entdecken Anlaufstellen für Hilfe und Unterstützung in Leoben, erhalten Beratung und Begleitung oder erleben Solidarität und Verständnis durch Menschen, deren Lebenswege sie ebenfalls auf den Friedhof geführt haben.
- Bei einem gemeinsamen Rundgang über den Friedhof lernten die Anwesenden die „Richtig.Wichtig.Gesprächstafeln“ kennen. Im Bild: Elisabeth Sommerauer, Sarah Wack, Kevin Derler Bestattung Kapfenberg, Patrick Haider Stadt-Leoben, Otto Feldbaumer, Sandra Maxa, Michael Rogner (v. l.)
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Austausch unter Gleichgesinnten
Projektleiterin Monika Brottrager-Jury schildert diese Dynamik: „Besucherinnen und Besucher teilen mit Gleichgesinnten ihre Erfahrungen, erkennen verbindende Lebensthemen, entdecken, wo sie in Leoben Hilfe und Unterstützung erhalten, bekommen vor Ort Beratung und Begleitung oder erleben Solidarität und Verständnis durch Menschen, deren Lebenswege sie ebenfalls auf den Friedhof geführt hat“.
Wie vielfältig das Programm ist, zeigte sich auch in den vergangenen Tagen. Die Besucherinnen und Besucher konnten unter anderem Sandra Maxa und ihren Shiatsu-Stuhl kennenlernen, der im Rahmen von „Endlich.leben“ immer wieder für Friedhofsbesuchende angeboten wird. Dies bietet ebenso wie Friedhofskonzerte mit der Gruppe Past Tense oder Susi Steinkellner einen unkonventionellen Zugang und einen natürlichen Einstieg, um miteinander ins Gespräch zu kommen.
- Ein unkonventioneller Zugang und oft auch einen ganz natürlichen Einstieg in ein mit- und untereinander geführtes Gespräch zu kommen, wie auch die Friedhofskonzerte mit der Gruppe Past Tense bzw. Susi Steinkellner es ermöglicht haben.
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Impulse für persönliche Gespräche
Bei einem gemeinsamen Rundgang über den Friedhof wurde deutlich, wie vielfältig die Begegnungsmöglichkeiten sein können. Dabei lernten die Anwesenden die „Richtig.Wichtig.Gesprächstafeln“ kennen. Die Tafeln laden dazu ein, kurz innezuhalten, über die eigenen Wünsche und Vorstellungen nachzudenken und miteinander über Themen zu sprechen, die im Alltag oft wenig Raum bekommen. Ein Beispiel dafür ist die Frage, wie wichtig es einem selbst ist, jemanden zu haben, der die eigenen Wünsche und Werte vertritt, wenn man es selbst nicht mehr kann.
Zum Abschluss wurden die Chancen und Möglichkeiten des Friedhofs als Begegnungsraum aus unterschiedlichen beruflichen Blickwinkeln diskutiert. Mit dabei waren Vertreterinnen und Vertreter aus der Pflegeheimseelsorge, dem Ehrenamt, der Bestattung sowie dem Pflege- und Gesundheitswesen. Diese unterschiedlichen Perspektiven sorgten für neue Einblicke und Ideen, wie etwa den Einsatz von Ehrenamtlichen in der Friedhofsbegleitung oder intergenerative Begegnungsmöglichkeiten.
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