Neue Infrastruktur
SPÖ fordert eigenen Zukunftsplan und Gipfel für die Obersteiermark
- Jörg Leichtfried, Helga Ahrer, Wolfgang Moitzi (v. l.)
- Foto: M. Kaser
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Koralmbahn, Semmering-Basistunnel und der Ausbau der Pyhrn-Schober-Achse verändern die Erreichbarkeit der Obersteiermark. Die SPÖ Obersteiermark fordert nun einen verbindlichen Gesamtplan und einen gemeinsamen Gipfel, damit die Region nicht zum bloßen Durchzugsraum wird.
LEOBEN. Die Obersteiermark steht durch große Infrastrukturprojekte wie die Koralmbahn, den Semmering-Basistunnel und die Weiterentwicklung der Pyhrn-Schober-Achse vor neuen Entwicklungsmöglichkeiten für Industrie, Wirtschaft, Forschung, Arbeit und Wohnen. Aus Sicht der SPÖ Obersteiermark garantiert die neue Infrastruktur allein jedoch noch keine erfolgreiche Regionalentwicklung. Die Partei fordert deshalb einen verbindlichen Obersteiermark-Plan und die Einberufung eines Obersteiermark-Gipfels.
Entscheidend sei, dass neue Wertschöpfung in der Region entsteht, bestehende Industriearbeitsplätze abgesichert werden, neue Betriebe investieren und auch kleinere Gemeinden sowie Seitentäler von der Dynamik profitieren.
„Die Obersteiermark darf nicht zum bloßen Durchzugsraum werden. Sie muss selbst zu einem starken Arbeits-, Wirtschafts- und Lebensraum werden. Die entscheidende Frage ist daher nicht, ob sich unsere Region verändert, sondern ob wir diese Veränderung gemeinsam und im Interesse der Menschen gestalten“, erklärt 3. Landtagspräsidentin Helga Ahrer.
- Die Obersteiermark steht durch große Infrastrukturprojekte wie die Koralmbahn, den Semmering-Basistunnel und die Weiterentwicklung der Pyhrn-Schober-Achse vor neuen Entwicklungsmöglichkeiten. (Symbolbild)
- Foto: <a href="https://www.pexels.com" onclick="window.open(this.href); return false;" rel="nofollow">pexels</a> / Valentin Ivantsov
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Kritik an Landesregierung
Während die Bundesregierung durch Investitionen in die ÖBB-Infrastruktur, Bahnhofsmodernisierungen und den Ausbau der gesundheitlichen Primärversorgung wichtige Impulse setze, fehle von der steirischen Landesregierung bislang ein vergleichender Gesamtplan. Die obersteirischen Städte und Gemeinden stünden finanziell unter großem Druck, während eine aktive Standortinitiative fehle.
Neben funktionierenden Hauptachsen brauche es verlässliche regionale Anschlüsse bis in die Seitentäler. Zu den zentralen verkehrspolitischen Aufgaben zählen für die SPÖ Obersteiermark die Weiterentwicklung der S36 und der Pyhrn-Schober-Achse sowie der viergleisige Ausbau der Bahnverbindung zwischen Bruck und Graz. Zudem müsse die Entwicklung als Wohnregion vorausschauend durch leistbares Wohnen, Leerstandsnutzung, Ortskernbelebung und den Ausbau der Kinderbetreuung gestaltet werden.
„Die neuen Bahnverbindungen und die bessere Erreichbarkeit sind eine große Chance für die Obersteiermark. Aber sie werden nur dann zu einer Erfolgsgeschichte, wenn die Menschen in allen Bezirken und Gemeinden konkret davon profitieren. Es reicht nicht, wenn man schneller durch die Region fahren kann. Wir müssen dafür sorgen, dass die Obersteiermark auch als Wohn- und Lebensraum attraktiver wird“, erklärt SPÖ Verkehrssprecher Wolfgang Moitzi.
- Die Menschen müssen dort, wo sie leben, arbeiten und ihre Familien gründen, beste Rahmenbedingungen vorfinden, so SPÖ Verkehrssprecher Wolfgang Moitzi. (Symbolbild)
- Foto: Pixabay/Pexels
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Industrie, Gesundheit und Sicherheit stärken
Als Industrie- und Arbeitsregion stehe die Obersteiermark vor Herausforderungen wie der Transformation, hohen Energiepreisen, internationalem Wettbewerb und Fachkräftebedarf. Ziel dürfe nicht nur das schnellere Ein- und Auspendeln sein. Forschung, Ausbildung und Produktion müssten enger verbunden werden. Mit der Montanuniversität Leoben, der FH Kapfenberg und bestehenden Industriebetrieben seien gute Voraussetzungen vorhanden. Die SPÖ fordert hierfür unter anderem einen Steiermark-Fonds für Innovation und Industrie.
Darüber hinaus fordert die Partei den Erhalt aller Krankenhausstandorte, mehr Kassenärztinnen und Kassenärzte, den Ausbau der wohnortnahen Primärversorgung und Community Nurses in allen Bezirken. Auch Einsatzorganisationen sowie Frauen- und Opferschutzeinrichtungen müssten gestärkt werden.
„Angesichts aktueller Entwicklungen müssen wir die Themen unserer Zeit umfassender denken. Durch die großen Verkehrs- und Infrastrukturprojekte rückt die Obersteiermark näher an neue Wirtschaftsräume heran. Diese Chance gilt es zu nutzen: der Fortschritt muss auch bei den Menschen ankommen, direkt und unmittelbar“, betont Staatssekretär Jörg Leichtfried.
- Die SPÖ fordert unter anderem einen Steiermark-Fonds für Innovation und Industrie. (Symbolbild)
- Foto: Pixabay/jwvein
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Obersteiermark-Gipfel als konkreter Schritt
Als nächsten Schritt treibt die SPÖ die Einberufung eines Obersteiermark-Gipfels voran. Bund, Land, Gemeinden, Sozialpartner, Industrie, Wirtschaft, Wissenschaft und regionale Organisationen sollen gemeinsam einen Zukunftsplan erarbeiten. Dieser soll prioritäre Projekte, Zuständigkeiten, Finanzierungen und Umsetzungsschritte in den Bereichen Industrie, Verkehr, Gesundheit, Daseinsvorsorge, Bildung und Wohnen festlegen.
„Infrastruktur allein ist noch keine Regionalentwicklung. Jetzt müssen alle politischen Ebenen und regionalen Kräfte an einen Tisch. Die Jahrhundertchance braucht einen verbindlichen Obersteiermark-Plan, damit aus neuen Verkehrswegen sichere Arbeitsplätze, starke Gemeinden und konkrete Zukunftsperspektiven entstehen“, halten Ahrer, Leichtfried und Moitzi abschließend fest.
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