12.10.2016, 16:20 Uhr

Lehrwerkstätten als Sprungbrett nutzen

50 Prozent finden eine Lehre nach dem ersten Lehrjahr. (Foto: A. Burghardt)

Die Hälfte der Lehrlinge kommen erst nach erstem Lehrjahr in Betrieben unter.

Im Ausbildungsjahr 2014/15 waren österreichweit 13.700 Jugendliche in einer überbetrieblichen Lehrausbildung. Vor zehn Jahren waren es rund 8.000. Nach dem ersten Lehrjahr finden 50 Prozent eine Lehrstelle in einem Betrieb. 60 bis 70 Prozent finden nach Abschluss eine Anstellung.

Matchingproblem
Eine Ursache, warum Jugendliche manchmal keine Lehrstelle finden, sei, dass Lehrbetrieb und Lehrlingsanwärter gar nicht erst zu einander finden, so Alfred Freundlinger von der Wirtschaftskammer. Er wünsche sich daher mehr Geld für die Optimierung der Vermittlung, wie er zu unserer Zeitung sagt. Ein überbetrieblicher Lehrausbildungsplatz kostet im Schnitt 10.537 Euro. Aus volkswirtschaftlicher Sicht sei das ein gutes Rezept, um Jugendliche aufzufangen, die sonst keinen Lehrplatz hätten, heißt es beim AMS. "Die Arbeitslosenrate bei Pflichtschulabgängern mit Lehrabschluss liegt bei nur sieben Prozent", so AMS-Sprecherin Beate Sprenger.

☛ Der positive Trend am regionalen Arbeitsmarkt setzt sich fort.

Schulnoten geben Ausschlag
Noten sind entscheidend, gleichzeitig sei das Bildungsniveau gesunken, wie Markus Martincevic, Lehrwerkstattleiter bei Jugend am Werk sagt. "Gerade die, die gute Handwerker sind, finden meist wegen den Noten keine Lehrstelle", so Martincevic. "Bei uns machen sie Praktika und wecken so das Interesse der Unternehmer. Noten sind dann nur noch zweitrangig", sagt er weiter.


Die Zukunftsaussicht für Lackerzeuger ist krisensicher. (Foto: Fotolia)

Lackerzeuger: Ein neuer Karriereweg

Österreichs Lackindustrie bildet jedes Jahr rund 50 Lehrlinge aus, die bislang nach Deutschland und in die Schweiz geschickt werden mussten, um sich dort das nötige Fachwissen anzueignen. Seit Kurzem gibt es nun auch hierzulande den modularen Lehrberuf „Lack- und Anstrichmitteltechniker“, der auf den Lehrberufen zum Chemielaboranten und Chemieverfahrenstechniker aufbaut. Auch Holz-, Kunststoff- und Metallindustrie haben bereits Bedarf an solchen Fachkräften angemeldet.

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