23.08.2016, 11:49 Uhr

Renaturierung eines der letzten Hochmoore

Befreiten Moorflächen vom Gehölz: Bergwacht, Landjugend und Bundesforste. (Foto: Wolfgang Simlinger)

Das Hochmoor Schwarzriegelmoos hat einen enormen naturschutzfachlichen Wert, der zu bewahren ist.

Die Renaturierung des Schwarzriegelmooses ist eine von zahlreichen Maßnahmen, die die Bundesforste im Zuge der Errichtung des Windparks Pretul zur ökologischen und touristischen Aufwertung der Region setzen. Aufgrund der Ergebnisse der Umweltverträglichkeitsprüfung machten sich kürzlich 30 Personen von der Bergwacht, des Landjugend-Bezirks Mürzzuschlag und der Bundesforste zum Schwarzriegelmoos auf der Pretul auf, um das Naturjuwel in den Fischbacher Alpen zu renaturieren.
Das 5,8 ha große Schwarzriegelmoos ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Moore zählen weltweit zu den am meisten bedrohten Lebensräumen. Auch das Schwarzriegelmoos auf der Pretul wurde in den letzten Jahren durch Wanderer und Mountainbiker in Mitleidenschaft gezogen. Durch das Weidevieh finden sich Vertrittschäden und Nährstoffeinträge im gesamten Gebiet. Außerdem führt das vermehrte Aufkommen von Latschen und Fichten zu einer Entwässerung des Moores.

Gegenmaßnahmen

Um all dem entgegenzuwirken wurden von den Teilnehmern Fichten entfernt und stellenweise auch Latschen und Zwergsträucher zurückgeschnitten, wodurch der Feuchtigkeitshaushalt des Moores besser reguliert wird. Mit den Arbeiten wurde ein wichtiger Schritt zum Erhalt und zur Verbesserung des Schwarzriegelmooses gesetzt. 2017 werden die Bundesforste mit einem neuen Holzsteg für Wanderer und Mountainbiker sowie mit der Auszäunung des Moores weitere Maßnahmen zum Schutz des letzten Hochmoores der Ostalpen setzen. Die Gesamtkosten für die Renaturierung betragen rund 120.000 Euro, die zur Gänze von den Bundesforsten als Grundeigentümer und Projektverantwortlicher getragen werden.

Windpark

Der Windpark Pretul mit 14 Windkraftanlagen entsteht in unmittelbarer Nähe zu den bereits bestehenden Windparks Steinriegel und Moschkogel. Er wird auf der Pretulalpe auf rund 1.600 Metern Seehöhe errichtet und reicht von der Amundsenhöhe über die Rettenegger Alm bis zum Schwarzriegelmoos, erstreckt sich somit über die Gemeindegebiete Mürzzuschlag, Langenwang, Ratten und Rettenegg. Der Windpark soll Anfang 2017 in Betrieb gehen und Strom für mehr als 22.000 Haushalte erzeugen. Für die Errichtung des Windparks investieren die Österreichischen Bundesforste rund 49 Mio. Euro. Auch einige begleitende Maßnahmen im touristischen sowie im ökologischen Bereich werden gesetzt. Eines der ersten Projekte war die Renaturierung des Schwarzriegelmooses.
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