Oktober-Gedenkmonat
Im Oktober stehen die Sternenkinder im Fokus
- Der Oktober soll an die Sternenkinder erinnern - so wie dieses Grab in Judenburg.
- Foto: Oblak
Der Oktober steht im Zeichen des Gedenkens an Sternenkinder. Zum weltweiten Gedenktag rückt die Sichtbarkeit von totgeborenen oder kurz nach der Geburt verstorbenen Kindern in den Fokus.
MURTAL/MURAU. Für Eltern, die ihr Kind vor, während oder kurz nach der Geburt verlieren, bringt der Oktober ein besonderes Innehalten. Rund um den weltweiten Gedenktag am 15. Oktober rückt das Schicksal von Sternenkindern in die Öffentlichkeit. Im Bezirk Murtal bietet der Judenburger Friedhof seit zwanzig Jahren einen zentralen Ort für Trauer und Trost.
Für betroffene Eltern ist das dortige Sternengrab ein besonderer Ort des Abschieds und der Erinnerung zu dem sie immer wieder zurückkehren können. „Mittlerweille sind rund 400 Sternenkinder hier begraben“, erklärt Silvia Arlt, Leiterin der Bestattungsanstalt der Stadtwerke Judenburg.
Liebevolle Zeichen und berührende Worte
Eltern besuchen diesen Ort regelmäßig, um Blumengrüße, kleine Figuren, Engel oder Spielzeug abzulegen. Ein emotionales Zeugnis der Trauer bildet das aufliegende Sternenbuch, in dem Mütter und Väter ihre Gefühle ausdrücken: „Marie, du wirst immer das Schönste in unserem Herzen bleiben“, oder „wir haben uns so auf dich gefreut und sind unendlich traurig“ und „wir werden dich immer lieben.“
Wie wichtig ein würdevoller Umgang mit dem verstorbenen Kind ist und ein offener Umgang mit trauernden Eltern, können Vera und Rainer Juriatti, Gründer des Vereins "Mein Sternenkind" in Graz, durch ihre ganz persönliche Erfahrung nachvollziehen. „Wir haben fünf Sternenkinder und waren damals mit dem Verlust und der Trauer komplett auf uns allein gestellt“, erzählt Vera Juriatti. Obwohl sich in den letzten Jahren viel getan habe, handle es sich immer noch um ein gesellschaftliches Tabuthema. „Viele Eltern fühlen sich nicht gesehen. Ein offener Umgang mit ihren Kindern ist dabei für viele besonders wichtig."
- In Knittelfeld gibt es einen Sternenkinderbaum.
- Foto: Nico Harrer
- hochgeladen von Julia Gerold
Neuer Sternenkindbaum als Ort der Zuversicht
Mittlerweile entstehen in der Region immer mehr Sternenkindergräber und geben damit den Familien mehr Orte zum Trauern. "Es werden von Mal zu Mal immer weniger bei uns, weil auch andere Friedhöfe Sternengräber eingerichtet haben“, bestätigt Silvia Arlt. Neben den klassischen Friedhöfen entstehen in der Natur ebenfalls neue Gedenkorte - so wurde beispielsweise erst vor einigen Monaten mit einem Sternenkinderbaum am Friedhof Knittelfeld ein neuer Ort des Gedenkens für Familien geschaffen.
Weitere Infos zu den unterstützenden Unternehmen:
Bestattung Diernberger
Notar Klaus Maier
Bestattung Judenburg



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