Murau/Murtal
"Wir müssen unser Verhalten ändern"

Rupert Liebfahrt, Obmann des Waldverbandes Murtal.
  • Rupert Liebfahrt, Obmann des Waldverbandes Murtal.
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Der Waldverband Murtal schlägt Alarm: Dem Wald geht es schlechter als vor 40 Jahren.

MURAU/MURTAL. Vor etwa 40 Jahren wurde Alarm geschlagen, weil unsere Wälder zu sterben drohten. Grund dafür war der sogenannte „saure Regen“. Besonders betroffen waren Tannen, doch zum Glück treffen angekündigte Katastrophen selten ein, und trotz aller Befürchtungen sind weiter Tannen gewachsen. Der Grund für die Verbesserung war die verbesserte Luft, weil Kraftwerken bessere Filter vorgeschrieben wurden, Autos Katalysatoren einbauen mussten und Luftreinhaltepläne entwickelt wurden.

Herausforderungen

Die Luft wurde daraufhin besser und weil „nur“ Bäume, also nicht ganze Wälder, gestorben sind, will gerade jetzt, wo es dem Wald schlechter geht als damals, niemand mehr etwas vom Waldsterben hören. Klimaerwärmung, immer häufiger werdende trockene Phasen ohne Niederschläge, Sturzregen und Stürme setzen den Wäldern kräftig zu.

Kahlschläge

„In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg wurden vor allem Fichten und Kiefern gepflanzt. Das sind Nadelbäume, die gut zu verarbeiten sind“, sagt Rupert Liebfahrt, Obmann des Waldverbandes Murtal. In den Monokulturen stehen alle gleich alten Bäume stramm und sind auch gleich anfällig für Stürme und Schädlinge. Liebfahrt sieht Abhilfe darin, dass Kahlschläge vermieden und beim Aufforsten auf Mischwald mit Nadel- und Laubgehölze „gesetzt“ werden soll. Für eine stabile Mischung und im Sinne der Nachhaltigkeit pflanzt Liebfahrt je nach Höhenlage beispielsweise Bergahorn, Lärchen und Zirben, aber auch Birken und Tannen. Im Bezirk Leoben gibt es bereits Flächen, auf welchen Bäume aus südlicheren Ländern gepflanzt werden. „Eine Douglasie wächst schneller als unsere Fichte, ihr Holz kann aber in der Qualität nicht mit der Fichte mithalten“, erklärt Liebfahrt.

Viel verlangt

Zu dem, was der Wald bereits jetzt leistet, soll er künftig auch neuartige Rohstoffe produzieren. Die Rede ist von Textilfasern, fossilen Roh- oder Baustoffen aus Holz. Der Wald soll immer mehr C0₂ speichern. Zu den vielen Gründen, warum der Wald nicht sterben darf, zählt die Tatsache, dass er Lebensgrundlage nicht nur für Waldeigentümer und –arbeiter ist, sondern für uns alle. Liebfahrt sagt, dass Amerika derzeit europäisches Holz „abziehe" und in Österreich weniger Holz importiert werde. Dadurch erhalten die Forstwirte und Waldbauern für ihr Holz einen historisch hohen Preis, wie etwa vor 30 Jahren.

Funktionen

"Damit der Wald alle seine Funktionen wie Nutz-, Schutz-, Wohlfahrts- und Erholungsfunktion weiterhin erfüllen kann, müssen wir alle unser Verhalten im Denken und Konsum ändern und wirklich Klimaschutz betreiben, denn Wald ist Leben", so der Aufruf von Liebfahrt und seinen Waldbauern.


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