Straßenverkehr
Verkehrspsychologin über Raser auf Salzburgs Straßen

Wenn man Raser auf der Straße hinter sich bemerkt, sollte man laut der Expertin selbst defensiv fahren, die Raser vorbeilassen, keine Erziehungsmaßnahmen setzten, nicht provozieren, sich das Kennzeichen merken und die Polizei verständigen.
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  • Wenn man Raser auf der Straße hinter sich bemerkt, sollte man laut der Expertin selbst defensiv fahren, die Raser vorbeilassen, keine Erziehungsmaßnahmen setzten, nicht provozieren, sich das Kennzeichen merken und die Polizei verständigen.
  • Foto: Neumayr/MMV
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Wer Raser hinter sich bemerkt, sollte keine Erziehungsmaßnahmen setzen. Wer selbst zum Rasen neigt, sollte nicht mit Navi fahren und wer möchte, dass sein Kind nicht zum Raser wird, muss selbst ein verantwortungsvoller Autofahrer sein. Tipps wie diese gibt Verkehrspsychologin Marion Seidenberger.

SALZBURG (jb). 6.129 Verletzte und 59 Tote gab es im Salzburger Straßenverkehr in den Jahren 2019 und 2020. Das seien unter anderem die Folgen von Unfällen mit überhöhter Geschwindigkeit. Mehr Kontrollen, höhere Strafen und Bewusstseinsbildung sollen die Maßnahmen gegen weitere Opfer sein. >>HIER<< erfährst du mehr darüber.
Wir haben mit Marion Seidenberger, ÖAMTC-Verkehrspsychologin, über die Sinnhaftigkeit dieser Maßnahmen gesprochen.

6.129 Verletzte und 59 Tote gab es im Salzburger Straßenverkehr in den Jahren 2019 und 2020.
  • 6.129 Verletzte und 59 Tote gab es im Salzburger Straßenverkehr in den Jahren 2019 und 2020.
  • Foto: Symbolfoto: Franz Neumayr
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Auto als Möglichkeit sich zu beweisen

Verkehrspsychologin Marion Seidenberger kennt die Kriterien für extremes Rasen: "Eines davon ist das Alter. Junge Menschen rasen eher. Meist wird es mit dem Erwachsenwerden besser", so die Expertin. Vor allem im ländlichen Raum, wo wenig Alternativangebot besteht, sei das Auto ein wichtiger Indikator und auch eine Möglichkeit, sich zu beweisen. Betroffen sind eher Männer als Frauen. "Das zeigt sich auch in der Unfallstatistik", so Seidenberger.

Marion Seidenberger, ÖAMTC Verkehrspsychologin
  • Marion Seidenberger, ÖAMTC Verkehrspsychologin
  • Foto: ÖAMTC
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Polizeipräsenz wirkt abschreckend

Eine hohe Polizeipräsenz hält sie für positiv: "Sich im direkten Gespräch mit der Polizei auseinandersetzen zu müssen, wirkt abschreckender als ein Strafzettel in der Post." Es sei wichtig, dass die Polizei Anwesenheit zeigt. "Die Autofahrer dürfen nicht wissen, wann und wo sie kontrolliert werden, aber die Anwesenheit der Polizei sollte sichtbar sein." Auch hohe Strafen hält sie für wirksam: "Diese müssen von der Polizei aber auch angewendet werden", sagt Seidenberger. 

Wenn man Raser bemerkt:

Wenn man Raser auf der Straße hinter sich bemerkt, sollte man laut der Expertin selbst defensiv fahren, die Raser vorbeilassen, keine Erziehungsmaßnahmen setzen, nicht provozieren (hupen, ausbremsen usw.), sich das Kennzeichen merken und die Polizei verständigen. "Bringen Sie sich zu allererst selbst aus der Einzugsschneise der Raser", rät die Verkehrspsychologin.

Wenn man selbst zum Rasen neigt:

Wenn man selbst zum Rasen neigt, sollte man kein Navigationsgerät nutzen – "das animiert zum Fahren gegen die Uhr", sagt die Expertin. "Planen Sie Etappenziele und Pausen von vornherein ein, dann stressen die Verzögerungen nicht." Die Verkehrspsychologin rät außerdem: "Vereinbaren Sie keine Zeitpunkttermine, sondern geben Sie an: 'Ich komme zwischen 12 und 13 Uhr'." Ziel sei es, den innerlichen Stress zu vermeiden. 

Wenn man mit einem Raser mitfahren muss:

Jeder Autofahrer hält sich selbst für einen guten Fahrer. Das sei natürlich auch bei den Rasern der Fall. "Sie empfinden sich selbst als die besten Fahrer – Unfälle haben die anderen und Schuld an Verkehrsprobleme sind auch die anderen", sagt Seidenberger. "Wenn Sie mit einem Raser mitfahren müssen sagen Sie ganz direkt: 'Ich fühle mich bei dir nicht sicher'; und steigen Sie nicht ein." 

Wenn Ihr Kind den Führerschein macht:

Auch präventiv kann man auf Führerscheinneulinge einwirken. "Wenn ich will, dass mein Kind kein Raser wird, muss ich selbst ein verantwortungsvoller Autofahrer sein", plädiert Seidenberger an die Vorbildwirkung. "Mit dem Kind sollte jener Elternteil das Fahrtraining machen, der am Steuer ruhig ist und angepasst fährt. Wenn ich das selbst nicht kann, würde ich die Verkehrsschulung meines Kindes jemand anders überlassen." 

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