Mangel an Schulleitern am Land
"Schulleiter sind heute oft Manager"

Für Schulen lassen sich in Kärnten kaum noch Direktoren finden. Im Bezirk Spittal wird eine seit zwei Jahren provisorisch geleitet, während fünf andere von einer einzigen Direktorin gleichzeitig geleitet werden. | Foto: stock.adobe.com/at/gpointstudio
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  • Für Schulen lassen sich in Kärnten kaum noch Direktoren finden. Im Bezirk Spittal wird eine seit zwei Jahren provisorisch geleitet, während fünf andere von einer einzigen Direktorin gleichzeitig geleitet werden.
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Die Suche nach Schulleitern gestaltet sich in Kärnten, insbesondere im ländlichen Raum, immer schwieriger. Was dahintersteckt, zeigt MeinBezirk Spittal auf.

BEZIRK SPITTAL. Gab es früher noch eine Vielzahl an Bewerbern für den Chefsessel an Schulen, ist das Interesse heute eher überschaubar. MeinBezirk Spittal hat bei den Direktionen vor Ort nachgefragt, woran das liegt.

Provisorische Leitung

In Kärnten werden derzeit fünf Schulen provisorisch geleitet. Eine davon ist das Fritz-Strobl-Schulzentrum in Spittal. Hans-Jörg Unterkofler ist mit der Aufgabe vor knapp zwei Jahren betraut worden. "Die Betrauung gilt so lange, bis die Bildungsdirektion eine neue Schulleitung bestellt", erklärt er. Unterkofler hat eine Vermutung, warum sich die Suche nach Schulleitern in Kärnten als schwierig erweist: "Ich denke, dass die Anforderungen immer komplexer werden. Von der Schulleiter-Ausbildung bis zur täglichen Arbeit in der Schule ist zunehmend mehr Management gefragt." Zu den alltäglichen Abläufen vom Vertretungsplan bis zur Kommunikation mit allen am Schulprozess beteiligten Personen komme immer mehr Qualitätsmanagement, etwa in Form von Schulentwicklungsplänen, hinzu. "Schulleiter sind heute oft 'Manager' ihrer Schule", bringt es Unterkofler auf den Punkt. Dennoch sei die Administration wichtig, da sie das Grundgerüst darstelle. "Wir haben das Glück, eine sehr wertvolle Verwaltungsassistentin mit 20 Wochenstunden an unserer Schule zu haben", so Unterkofler. Der Zeitaufwand sei dennoch nicht zu unterschätzen. Vor allem für nicht freigestellte Leiterinnen und Leiter stellen Unterrichtsstunden zusätzlich zur Führung der Schule eine enorme Belastung dar. Auf die Frage, ob der Aufgabenbereich von Direktoren in den letzten Jahren größer geworden sei, gibt Unterkofler ein deutliches "Ja" von sich. Grund seien die rasanten gesellschaftlichen Veränderungen, die auch ständig neue schulische Antworten erfordern. "Das, was sich nicht verändert hat, ist die Begeisterung, Leidenschaft und Liebe zur Arbeit", so Unterkofler.

"Die Rolle der Schulleitung hat sich von einer primär pädagogischen hin zu einer Management- und Führungsposition entwickelt."

Hans-Jörg Unterkofler ist provisorischer Schuldirektor. | Foto: Fritz-Strobl-Schulzentrum
  • Hans-Jörg Unterkofler ist provisorischer Schuldirektor.
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Direktorin von fünf Schulen

Jasmin Possegger ist seit sechs Jahren die Direktorin des Pflichtschulclusters Mittleres Mölltal, das erste in ganz Kärnten. Das bedeutet, dass sie neben der Mittelschule Obervellach noch weitere vier Volksschulen leitet, nämlich die VS Obervellach, VS Reißeck, VS Flattach und VS Mallnitz. Damit hat Possegger rund 450 Schülerinnen und Schüler sowie 75 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter ihrer Aufsicht. Possegger erklärt: "Fällt eine Schule unter eine bestimmte Schülerzahlgrenze, schließt sie. Innerhalb eines Clusters dürfen solche Schulen hingegen bestehen bleiben." Darin sieht Possegger den ausschlaggebenden Punkt, von dem nicht nur die Schulen selbst, sondern auch die Gemeinden profitieren. "Ein weiterer Vorteil ist, dass uns wesentlich mehr Ressourcen zur Verfügung stehen", so Possegger. Man könne gemeinsame Synergien nutzen, wodurch ein institutionenübergreifendes Angebot unter einem Dach entstehe, aus dem Schüler letztendlich frei nach ihren Interessen wählen können. "So ist es uns gelungen, dass fast 95 Prozent der Schülerinnen und Schüler im Tal bleiben und nicht abwandern. Darauf sind wir sehr stolz", schildert Possegger. Seit der Gründung des Clusters seien die Schülerzahlen an der Mittelschule gestiegen. Der Job als Schulleiterin sei eine große Herausforderung, der aber dank seiner Vielfalt wahnsinnig Spaß mache. Er umfasse mittlerweile Organisation, Schul- und Unterrichtsentwicklung sowie tägliches Konfliktmanagement. "Egal ob Schüler-Konflikte, Lehrer-Schüler-Konflikte oder Eltern-Lehrer-Konflikte, als Schulleiter muss man heute mehr denn je eine gute Menschenkenntnis sowie einen wertschätzenden Umgang mitbringen. Man muss Konflikte lösen, Menschen beraten, man ist einfach mehr als nur Schulleiter", weiß Possegger. Besonders an kleineren Schulen sei die Belastung durch fehlende Unterstützung und gleichbleibende Anforderungen hoch. Für Possegger liegt die Lösung auf der Hand: Cluster bilden, um Ressourcen zu bündeln und ein besseres Bildungsangebot zu ermöglichen.

"In ländlichen Strukturen sinken die Schülerzahlen, weshalb auch das Ministerium verstärkt die Richtung zum Cluster einschlagen will." 

Jasmin Possegger leitet fünf Schulen gleichzeitig. | Foto: MS Obervellach
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Für Schulen lassen sich in Kärnten kaum noch Direktoren finden. Im Bezirk Spittal wird eine seit zwei Jahren provisorisch geleitet, während fünf andere von einer einzigen Direktorin gleichzeitig geleitet werden. | Foto: stock.adobe.com/at/gpointstudio
Jasmin Possegger leitet fünf Schulen gleichzeitig. | Foto: MS Obervellach
Hans-Jörg Unterkofler ist provisorischer Schuldirektor. | Foto: Fritz-Strobl-Schulzentrum
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