Ferienzeit in der Steiermark
Kinderbetreuung im Sommer bleibt lückenhaft

Mit dem Beginn der Sommerferien stellt sich für viele steirische Familien erneut die Frage: Wer betreut die Kinder in den kommenden neun Wochen?  | Foto: Unsplash/ Rashid Sadykov
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  • Mit dem Beginn der Sommerferien stellt sich für viele steirische Familien erneut die Frage: Wer betreut die Kinder in den kommenden neun Wochen?
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Trotz engagierter Gemeinden fehlt es in der Steiermark vielerorts an durchgängiger Kinderbetreuung über die Sommermonate – lange Schließzeiten von Krippen und Kindergärten, hohe Kosten für Ferienprogramme und viel Eigenorganisation belasten Eltern. Diese spontanen Möglichkeiten und langfristigen Lösungen gibt es. 

STEIERMARK. Mit dem Beginn der Sommerferien übernächste Woche stellt sich für viele steirische Familien erneut eine alljährliche Frage: Wer betreut die Kinder in den kommenden neun Wochen? Vor allem für Familien mit Kleinkindern ist die Ferienzeit oft eine organisatorische und finanzielle Herausforderung. Der aktuelle Kinderbetreuungsatlas der Arbeiterkammer (AK) Steiermark zeigt: Nur 95 von insgesamt 286 steirischen Gemeinden (rund 33 Prozent) bieten durchgängig geöffnete Kindergärten mit maximal fünf Schließwochen an.

"Es braucht ein einheitliches Gesetz, dass die Schließzeiten der Einrichtungen regelt", appelliert AK-Frauenbeauftragte Bernadette Pöcheim. | Foto: Kanizaj
  • "Es braucht ein einheitliches Gesetz, dass die Schließzeiten der Einrichtungen regelt", appelliert AK-Frauenbeauftragte Bernadette Pöcheim.
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Uneinheitliche Sommeröffnungszeiten

"Es kommen derzeit zahlreiche Anfragen aus der gesamten Steiermark", berichtet Cordula Schlamadinger von der "Kinderdrehscheibe", wo versucht wird, Lösungen für betroffene Familien zu finden. Vor allem für die Betreuung von Kindern, die jünger als fünf Jahre alt sind, sei das besonders herausfordernd. "Viele Eltern planen schon ab Mai, wer wann Urlaub nimmt – häufig springen Großeltern ein, damit die Betreuung irgendwie klappt", weiß auch Bernadette Pöcheim von der Abteilung Frauen und Gleichstellung in der Arbeiterkammer Steiermark aus Beratungsgesprächen. Ferienprogramme seien aus Kostengründen für viele keine mögliche Alternative zu Kindergarten und -krippe: "Zum Teil sind es 250 Euro für eine Woche Tagescamp – das ist für viele Familien kaum leistbar", sagt Pöcheim.

Ein zentrales Problem aus Sicht der Expertinnen: Es gibt keine einheitliche gesetzliche Vorgabe zur Sommeröffnung von Kindergärten. Ob und wie lange Einrichtungen im Sommer offen haben, entscheiden die Einrichtungen selbst. Dafür werden zum Teil Bedarfserhebungen durchgeführt, erklärt Schlamadinger und betont: "Eltern müssen diesen Bedarf unbedingt bekannt geben, damit sichtbar wird, wo es einen 'Mangel' gibt." Denn viele Träger würden davon ausgehen, dass die Kinder im Sommer ohnehin zu Hause betreut werden – "das ist dem traditionellen Familienbild geschuldet", sagt Pöcheim. Personalmangel sei ein weiterer Grund für die langen Schließzeiten im Sommer.

Nur 95 von insgesamt 286 steirischen Gemeinden (rund 33 Prozent) bieten durchgängig geöffnete Kindergärten mit maximal fünf Schließwochen an. | Foto: Unsplash/Sigmund
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Gemeinde-Kooperationen als mögliche Lösungen

Einige steirische Gemeinden begegnen der Problematik vielfach mit kooperativen Ansätzen: Da, wo Einrichtungen im Sommer geschlossen haben, gehen Einrichtungsträger Kooperationen zwischen Einrichtungen ein, die "Gastkinder" betreuen. Ein gelungenes Beispiel langjähriger Kooperation ist etwa das Gemeindeübergreifende Sommerprogramm in den Natur- und Geoparkgemeinden Altenmarkt, Landl, St. Gallen und Wildalpen. Andere Beispiele übergreifender Ferien-Kooperationen finden sich auch zwischen Mettersdorf am Saßbach, Jagerberg und St. Stefan im Rosental oder Pirching mit Heiligenkreuz sowie zwischen Aflenz, Turnau und Thörl.

Ein weiteres "Best-Practice-Beispiel": Alle Bildungseinrichtungen der Gemeinden Wenigzell, St. Jakob im Walde und Mönichwald im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld schließen sich am "Bildungscampus Joglland" zusammen, wodurch es im Sommer zu kürzeren Schließzeiten kommt. "Solche Best-Practise-Beispiele können auch für andere Gemeinden Tipps und Anregungen liefern, um für ihre Region passende Angebote zu setzen", betont Schlamadinger. 

Wer noch spontan Kinderbetreuung für den Sommer braucht, kann sich an die "Kinderdrehscheibe" wenden, sagt Cordula Schlamadinger. | Foto: Kinderdrehscheibe
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Noch keine Betreuung im Sommer: Tipps

Eltern, die kurzfristig noch Betreuung suchen, können sich an die Kinderdrehscheibe wenden. Es gebe immer wieder vereinzelt Möglichkeiten, Betreuungsplätze für den Sommer zu organisieren. Schlamadinger empfiehlt außerdem die Plattform "Ferienbetreuung Steiermark", auf der freie Plätze abgerufen werden können. Weiters können die Eltern den "Babysitter-Pool" der Kinderdrehscheibe nutzen, oder die zugehörige Facebook-Gruppe, wo auch viele Angebote für Sommerbetreuung durch Babysitterinnen und Babysitter gepostet werden.

 
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