Ausblick
So wird das neue Leitspital in Stainach funktionieren
- So soll der, mit viel Holz ausgestattete Eingangsbereich des Leitspitals in Stainach aussehen.
- Foto: ARGE Maurer Franz&Sue
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Das neue Leitspital in Liezen ist heißes Wahlkampfthema. MeinBezirk hat sich ganz sachlich angeschaut, was das neue Krankenhaus in Stainach können wird.
STEIERMARK. Barbara Hohensinn und Thomas Jedinger sind politisch ziemlich unverdächtig. Ihre Profession ist die Architektur, das Spezialgebiet ihrer Unternehmen („Franz&Sue“, Maurer&Partner) ist die Planung von Spitälern. Genau das haben Hohensinn und Jedinger in Stainach gemacht. Herauskommen wird im Endausbau, davon sind sie überzeugt, ein Haus, das nicht nur den modernsten medizinischen Standards entspricht, sondern darüber hinaus die Bedürfnisse von Patientinnen und Patienten und die des Personals gut abdecken wird. „Die Architektur reagiert auf medizinische, technische und gesellschaftliche Entwicklungen“, formuliert Jedinger die Überschrift für die Planungsaufgabe.
- Den Ambulanzbereichen kommt im Leitspital Stainach eine wichtige Rolle zu.
- Foto: ARGE Maurer Franz&Sue
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Neue Wege im Haus
Klingt gut, aber woran macht man das fest? „Wir schaffen die Möglichkeit, flexibel auf die Anforderungen zu reagieren: Welche Arbeitswege sind wichtig, wie arbeitet das Personal miteinander?“ Das zeigt sich etwa in den Ambulanzbereichen, wo die Teamzonen und die Behandlungsbereiche zwar für das Personal, aber nicht für die Patientinnen und Patienten sichtbar sind. Sprich: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bewegen sich in einem inneren Kreis, die Patientin oder der Patient kommt von außen nur dorthin, wo er wirklich hin muss. In die Teamzonen wurden Atriumbereiche eingeschnitten, damit gibt es permanenten „Natur-Zugang“. Das Ergebnis? „Flüssige Prozesse, Wohlbefinden, Nutzen von Synergien“, ist Hohensinn überzeugt.
- Architekt Thomas Jedinger ist vom Konzept der Schwerpunktkrankenhäuser überzeugt.
- Foto: Salon Deluxe
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Spital passt in die Landschaft
Das Haus wird „in einer Selbstverständlichkeit in die Landschaft eingebettet“, der Spitalscharakter reduziert, der Wohlfühlfaktor ausgebaut. „Zusätzlich haben wir darauf geachtet, dass die Orientierung leicht gemacht wird, der Einfall von Tageslicht spielt eine große Rolle“, erläutert Hohensinn. Jedinger ergänzt: „Wir haben das Gebäude in die Zukunft geplant.“ Das bedeutet konkret: Nur die Außenwände sind tragend, im Innenbereich bleibt man flexibel. Damit kann gut auf sich möglicherweise ändernde Anforderungen in den kommenden Jahren reagiert werden. Das sei im Hinblick auf die sich rasant weiter entwickelnde Medizin unumgänglich.
Im Innenausbau hat man auf Standardisierungen Wert gelegt, Pflegestationen und Ambulanzen sind ähnlich aufgebaut, damit sich das Personal auch bei Ortswechseln schnell zurechtfindet. Die Flure sind wie Aufenthaltsräume eingerichtet, auch hier gilt: Die Räume der Patientinnen und Patienten sind nach außen orientiert, die des Personals nach innen. Zwei-Bett-Zimmer sind dabei der Standard.
- Zweitbett-Zimmer, nach außen orientiert, sind der Standard.
- Foto: ARGE Maurer Franz&Sue
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Der ursteirische Baustoff Holz kommt auf mehreren Ebenen zum Einsatz. Neben der Holzfassade setzt man auch im Eingangsbereich damit Akzente; keine einfache Übung, weil dennoch alle Hygienestandards erfüllt werden müssen.
Erdwärme, Photovoltaik und Co.
Die Nachhaltigkeit versteht sich 2024 ohnehin von selbst. Geothermie sorgt im Winter für die Heizung, im Sommer für die Kühlung. Das Haus ist also energieautark, verfügt über Photovoltaik und grüne Dächer. Dazu kommen ein Betriebskindergarten, ein Personalwohnhaus sowie eine Tiefgarage. Vorgesehen ist der Zugang zu allen anderen Mobilitätformen, besonders zum öffentlichen Verkehr. Und natürlich fehlt der Landeplatz für den Rettungshubschrauber nicht – mit direktem Zugang in den Schockraum.
- Spitalsexpertin: Die Architektin Barbara Hohensinn zeichnet mit ihrem Kollegen für das Leitspital verantwortlich.
- Foto: Salon Deluxe
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Insgesamt ist das Architekten-Duo von der Ausrichtung überzeugt, beide Architekturbüros verfügen über langjährige Erfahrung im Bau von Spitälern: „Schwerpunkthäuser sind ein gesellschaftlicher Trend, das ist in Österreich so, das ist international so“, bekräftigt Jedinger. Damit könne man bestmöglich personelle und medizintechnische Entwicklungen koppeln. Hohensinn und Jedinger gehen, je nach Stand der Behördenverfahren, von einem Baustart im März 2025 aus.
Hard Facts:
Leistungsangebot:
- Akutgeriatrie und Remobilisation
- Chirurgie
- Frauenheilkunde und
- Geburtshilfe
- Innere Medizin inklusive Dialyse
- Orthopädie und Traumatologie
- Palliativmedizin und Hospizversorgung
- Radiologie (Röntgen, CT und MRT)
- Intensiv-Medizin für Erwachsene
- Kinderambulanz und Überwachungsbetten
- Ambulante Neurologie
Geplante Errichtungskosten:
334 Mio. Euro (Preisbasis bei Baufertigstellung Sommer 2028)
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