Tag der Elementarpädagogik
Kinderbetreuung am Limit: Appell der Großen für die Kleinen

Quer durch die Steiermark machen die Elementarpädagogen heute unter dem Motto "2 + 25 = zu viel!" auf den akuten Personalmangel aufmerksam. | Foto: Panthermedia (Symbolbild)
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  • Quer durch die Steiermark machen die Elementarpädagogen heute unter dem Motto "2 + 25 = zu viel!" auf den akuten Personalmangel aufmerksam.
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Die steirischen Elementarpädagoginnen und -pädagogen haben heute anläßlich eine Aktionstags einmal mehr auf die längst überfälligen Änderungen im Betreuungsschlüssel sowie den akuten Personalmangel aufmerksam gemacht. Quer durch die Steiermark waren die Großen im Interesse der Kleinen – und auch in ihrem Interesse – laut.

STEIERMARK. Das Thema ist nicht neu und die Problematik schwelt schon lange, schon lange vor der Pandemie: zu viele Kinder für zu wenig Betreuerinnen, Betreuer, Pädagoginnen und Pädagogen, zu geringe Entlohnung, was zu einem unattraktiven Berufsbild und weiterer Personalknappheit führt. Vor diesem Hintergrund hat in der Steiermark die Initiative für elementare Bildung (IfeB), der Steirische Berufsverband für Elementarpädagogik und #kinderbrauchenprofis wieder zu einer gemeinsamen Aktion auf gerufen.

Ausgehend von einer kurzen Kundgebung am Grazer Hauptplatz haben zwischen 15 und 17 Uhr verschiedene Aktionen in der Grazer Innenstadt stattgefunden. Und auch in anderen Bezirksstädten gab es Kundgebungen. Als Bild nach außen wurde dabei folgende Botschaft transportiert: Je zwei Erwachsene, dazwischen auf eine Schnur gespannt 25 Kinder aus Karton. Denn das ist immer noch die Realität in der Steiermark: In Kindergärten sind nur 2 Erwachsene (1 Pädagog:in, 1 Betreuer:in) für 25 Kinder verantwortlich.

"2 + 25 = zu viel!"

So lautet das Motto unserer Aktion“, sagt Judith Ernst von IfeB. „Nach unserer Petition im Juni und der Demonstration im November 2021 ist es nach wie vor notwendig, auf die Wichtigkeit unserer Forderungen hinzuweisen, unter anderem um dem akuten Personalmangel entgegenzuwirken.“ Max Werschitz von #kinderbrauchenprofis ergänzt: „Die politisch Verantwortlichen machen nun – sehr verspätet – erste Versprechungen. Aber Papier ist bekanntlich geduldig, wir sind es nicht mehr." Auch Alexandra Obendrauf, Obfrau des Steirischen Berufsverbandes für Elementarpädagogik, schlägt in dieselbe Kerbe: „Wir wollen endlich Taten sehen! Und zwar mehr als akute Schadensbegrenzung, wir brauchen verbindliche Pläne für langfristige Reformen. Das Personal ist an der Leistungsgrenze!“

Kinder brauchen Profis – und davon möglichst bald mehr: So einer der Forderungen der Elementarpädagoginnen und -pädagogen. | Foto: Unsplash
  • Kinder brauchen Profis – und davon möglichst bald mehr: So einer der Forderungen der Elementarpädagoginnen und -pädagogen.
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Eine Erfahrung, die Kerstin Krogger, die Leiterin des Kindergartens Piccolino in Graz täglich macht. Sie erlebt ihre Arbeit als "Berufung" und sie liebt es, "ihre" Kinder mit auf die "Reise ins Abenteuerland Bilderbuch zu nehmen." Doch leider bliebe dafür oft viel zu wenig Zeit das alles ausgiebig mit den Kindern zu zelebrieren. Immer mehr steigen die Anforderungen an administrativen Erledigungen. "Zusätzlich zum Kampf um Personal, der mittlerweile tatsächlich ausartet in ein Ringen um jede Schülerin, die sich nach ihrer Ausbildung doch entscheidet in den Beruf einzusteigen. Krankenstände bringen das Fass oft zum Überlaufen und so werden die eigenen Ressourcen ausgeschöpft bis zum Umfallen", schildert Krogger.

"Wenn’s darum geht, eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu schaffen, sieht man Landtagssitzungen, in denen diese simple Forderung kollektiv und ohne weitere Anhörung einfach abgeblockt wird." (Elementarpädagogin Kerstin Krogger)

"So gehts nicht weiter!"

Das Lohnniveau ist so gering, dass viele sich gegen diese wundervolle Arbeit entscheiden, vor allem Männer, die "wir so dringend in unserem Umfeld brauchen könnten", wie die engagiert Pädagogin meint und kritisiert die Ignoranz aus der Politik: "Wenn’s darum geht, eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu schaffen, sieht man Landtagssitzungen, in denen diese simple Forderung kollektiv und ohne weitere Anhörung einfach abgeblockt wird. So geht’s nicht weiter! Wir brauchen die Anerkennung, die auch Schulen erhalten und wir brauchen endlich einen Weg, der zukunftsweisend ist! Für unsere Kinder und alle, die sich dazu entscheiden diese zu begleiten", so Kroggers Appell.

Würde sich mehr Zeit für die Arbeit und den Spaß mit den Kindern wünschen: Kindergartenleiterin Kerstin Krogger | Foto: Jorj Konstantinov
  • Würde sich mehr Zeit für die Arbeit und den Spaß mit den Kindern wünschen: Kindergartenleiterin Kerstin Krogger
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Zurück zum heutigen Aktionstag: Neben diesem steirischen Schulterschluss sind die Initiative für elementare Bildung (IfeB), der Steirische Berufsverband für Elementarpädagogik und #kinderbrauchenprofis an einem langfristigen bundesländerübergreifenden Projekt beteiligt, das ebenfalls rund um den Tag der Elementarbildung 2022 veröffentlicht wird: "Elementar! Die beste Bildung aller Zeiten" präsentiert wissenschaftlich fundiert die 7 wichtigsten notwendigen Verbesserungen für die elementare Bildung in Österreich. Auf www.elementarbildung.at finden sich dazu unter anderem ein Folder und eine begleitende Broschüre.

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Kinder brauchen Profis – und davon möglichst bald mehr: So einer der Forderungen der Elementarpädagoginnen und -pädagogen. | Foto: Unsplash
Würde sich mehr Zeit für die Arbeit und den Spaß mit den Kindern wünschen: Kindergartenleiterin Kerstin Krogger | Foto: Jorj Konstantinov
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