24.06.2017, 08:33 Uhr

Brüssel besucht Dirnbach

Auf Einladung des Steirischen Bauernbundes konnte Kammerobmann Günther Rauch dieser Tage die EU-Abgeordnete Elisabeth „Elli“ Köstinger begrüßen. Und der Ort des Treffens war nicht von ungefähr gewählt: Der Gemüse- und Beerenhof der Familie Lenz in Dirnbach, Marktgemeinde Straden, ein Ort wo Kooperation gelebt wird. Da ist einmal die Beerengut Bauerngemeinschaft Straden, die im Jahr 2007 von fünf befreundeten Bauernfamilien gegründet wurde. Ziel der Gruppe ist es, als Gemeinschaft gegenüber den Kunden aufzutreten und sich gegenseitig zu unterstützen. Seit der Gründung wurde viel Erfahrung im Bereich Bio-Beeren gesammelt. Die Betriebe sind allesamt Familienbetriebe in der Region Straden, die schon seit Generationen im Vollerwerb wirtschaften.
Ein weiteres Kooperationsmodell sind die jungen WILDEN Gemüsebauern. Armin Lenz, Sprecher der Gruppe erklärt: „Wir sind 20 junge, innovative, steirische Gemüsebauern, die zusammen den Weg in die Zukunft bestreiten. Mit viel Leidenschaft kultivieren wir unser Gemüse und mit wilden neuen Ideen veredeln wir unser Gemüse zum besten Genuss!“ So ging der diesjährige Sieg beim Innovationspreis des Steirischen Vulkanlandes an die „jungen WILDEN Gemüsebauern“. Mit ihrem Paradeisersaft überzeugten sie nicht nur geschmacklich, sondern auch philosophisch. Allzu oft landen überreife Paradeiser am Kompost. Die Familien Gombotz, Lenz, Puntigam, Weiss und Potzinger wollten das nicht länger akzeptieren und brachten die ausgereifte Frucht als Saft in die 3-Liter-Box.
EU-Abgeordnete Elisabeth Köstinger berichtete von ihren Erfahrungen aus Brüssel, wo sie versucht, beim Thema „Ländliche Entwicklung“ noch stärker anzusetzen. ÖPUL müsse entrümpelt werden, die große Chance „BIO“ noch stärker genützt werden, wobei die Konkurrenz in diesem Bereich immer stärker und der Preis der Bio-Produkte zum Leidwesen der Bäuerinnen und Bauern dadurch geringer werde. Investitionsförderungen müssen erhalten bleiben und die von Armin Lenz angesprochenen Kooperationen haben großes Potential und müssen ausgebaut werden. „Bäuerinnen und Bauern müssen noch stärker ins Zentrum gerückt werden, die Aufgabe ist aber schwierig, weil ich unter Österreichs Vertretern in Brüssel meist eine Einzelkämpferin für die Anliegen des ländlichen Raumes bin“, klagt die junge EU-Abgeordnete, seit Kurzem auch Generalsekretärin der ÖVP, Team Sebastian Kurz. Die anwesenden Bäuerinnen und Bauern lädt sie ein, diesen Weg aktiv mitzugestalten.
Viele weitere Themen werden sehr kompetent von ihr noch angesprochen, ehe es in die Diskussionsrunde dieser Veranstaltung geht. Die Anwesenden sprechen Punkte an, wo sie sich Unterstützung sowohl aus Brüssel aber auch von der NEUEN ÖVP wünschen: Erbschaftssteuer, die wenn auch die Grenze mit einer Million Euro hoch erscheint, viele kleine Landwirtschaften treffen würde; die Beschaffung von Lebensmitteln für öffentliche Einrichtungen müsse in der Region bleiben; die Wasserproblematik – im künftigen Regierungsprogramm muss ein Wassermanagementplan verankert werden; die nicht zufriedenstellenden Herkunftsbezeichnungen, die Herausforderung der Problematik Erntehelfer, und, und, … In persönlichen Gesprächen wird noch vieles erörtert.
„Elisabeth Köstinger steht kompromisslos für den ländlichen Raum“, verspricht die sympathische Bauerntochter aus Kärnten, die die Anliegen der Bauernschaft aus eigener Erfahrung kennt, ehe es zum nächsten Termin nach Jennersdorf weitergeht.
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