Gewalt erkennen
Dieses internationale Hilfezeichen kann Leben verändern
- Gewalt hat viele Formen: mit einem einfachen Hilfezeichen können Betroffene Außenstehende auf ihre Situation aufmerksam machen. (Symbolbild)
- Foto: <a href="https://pixabay.com" onclick="window.open(this.href); return false;" rel="nofollow">pixabay</a> / Tumisu
- hochgeladen von Thomas Geineder
Mit einem stillen Handzeichen können Betroffene unauffällig um Hilfe bitten. Das Land Tirol informiert über Gewaltschutz und Unterstützungsangebote.
TIROL. Gewalt hat viele Gesichter. Sie reicht von Beschimpfungen und Demütigungen über körperliche Übergriffe bis hin zu sexueller Belästigung oder Missbrauch. Oft bleibt sie für Außenstehende verborgen. Umso wichtiger sind Information, Aufmerksamkeit und Zivilcourage. Das Land Tirol macht deshalb auf Hilfsangebote und Möglichkeiten aufmerksam, wie Betroffene Unterstützung erhalten können. Eine zentrale Rolle spielt dabei auch ein internationales Hilfezeichen, mit dem Menschen in Gefahr unauffällig auf ihre Situation aufmerksam machen können.
„Doch eines ist klar: Gewalt ist keine Privatsache, sondern geht uns alle an – zu jeder Jahreszeit, an jedem einzelnen Tag“, betont Soziallandesrätin Eva Pawlata.
Ein Handzeichen als stiller Hilferuf
Das internationale Hilfezeichen besteht aus drei einfachen Bewegungen:
- Hand heben
- Daumen einklappen
- Finger über den Daumen schließen
Mit diesem Zeichen können Betroffene unauffällig signalisieren, dass sie Hilfe benötigen. Das funktioniert sowohl bei persönlichen Begegnungen als auch bei Videoanrufen. Wer das Zeichen erkennt, sollte aufmerksam reagieren. Bei akuter Gefahr ist umgehend die Polizei unter der Notrufnummer 133 zu verständigen. Je nach Situation kann auch vorsichtig Kontakt zur betroffenen Person aufgenommen oder Unterstützung angeboten werden. Das Land Tirol verweist darauf, dass sich auch Personen, die unsicher sind, wie sie helfen sollen, an Beratungs- und Hilfseinrichtungen wenden können.
Kampagne für mehr Aufmerksamkeit
Um das Hilfezeichen bekannter zu machen, startete das Land Tirol bereits im Vorjahr im Rahmen der Aktion „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ eine Sensibilisierungskampagne. Dabei wurden tirolweit 1.400 orange Jutetaschen mit Informationen zum Hilfezeichen verteilt. Ergänzt wurde die Aktion durch Informationsmaterialien und einen Videoclip in den sozialen Medien.
Broschüre mit Sicherheitstipps für Frauen und Mädchen
Neben dem Hilfezeichen informiert das Land Tirol auch über Möglichkeiten zum Schutz vor sexualisierter Gewalt. Die Broschüre „Sicherheitstipps für Frauen und Mädchen zum Schutz vor sexualisierter Gewalt“ wurde gemeinsam mit Expertinnen und Experten des Vereins Frauen gegen VerGEWALTigung sowie der Landespolizeidirektion Tirol erstellt.
Darin werden praktische Fragen behandelt, etwa:
- Wie verhalte ich mich, wenn ich nachts alleine unterwegs bin?
- Was kann ich tun, wenn mich jemand verfolgt?
- Wo erhalte ich Unterstützung bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz?
- Welche Anlaufstellen gibt es im Ernstfall?
Hilfsangebote auf einen Blick
Eine zentrale Informationsplattform bietet die Website www.gewaltfrei-tirol.at. Dort können Unterstützungsangebote nach Region, Zielgruppe und Thema gefiltert werden. Neben Betroffenen finden auch Angehörige und Menschen, die Gewalt beobachten oder vermuten, Informationen darüber, wie sie helfen können. Zusätzlich werden rechtliche Fragen erklärt, etwa zu:
- Betretungs- und Annäherungsverboten
- Prozessbegleitung
- Opferrechten
- Anzeigen und Strafverfahren
- Hilfe holen und hinschauen
Für Landesrätin Pawlata ist die Botschaft klar:
„Wer Gewalt erlebt, soll wissen: Es gibt Hilfe und Unterstützung. Holen Sie sich Hilfe. Und wer Gewalt beobachtet oder vermutet, kann etwas tun: Schauen Sie hin, bieten Sie Unterstützung an und holen Sie sich Rat, wenn Sie unsicher sind, wie Sie helfen können.“
Mit Aufklärung, niedrigschwelligen Hilfsangeboten und mehr Aufmerksamkeit soll Gewalt frühzeitig erkannt und Betroffenen rasch geholfen werden.
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