Bedingungslose Liebe - warum Kinder das brauchen

Was ein gestörtes Essverhalten mit an Bedingungen geknüpfte Liebe zu tun hat ist vielen nicht klar, was oft fatale Folgen haben kann. Die Ärztin Verena Radlingmayr aus Wilfersdorf bei Gleisdorf beschäftigt sich daher zunehmend damit, Betroffenen zu helfen und den Ursachen auf den Grund zu gehen.

Bedingungslose Liebe

Oft liege das Problem vor, das Kinder das Gefühl haben, die Liebe ihrer Eltern bzw. die Liebe und Wertschätzung anderer müsse man sich erst verdienen.  Dies setze sie einem enormen inneren Druck aus. Mögliche Folge ist die Entstehung einer Essstörung. Damit wird versucht zu korrigieren was falsch erscheint und das zu bekommen, was fehlt, nämlich Liebe, ohne jegliche Bedingung. Manche Bedingungen seien offensichtlich, viele werden den Kindern jedoch unterschwellig und oft unbewusst vermittelt. "Bedingungslose Liebe bedeutet, dass ein Kind geliebt wird, wie es ist. Mit all seinen Schatten und all seinen Sonnenseiten. Es darf so sein, wie es ist, und muss sich nicht zu etwas zwingen, nur um geliebt zu werden", erklärt Radlingmayr. Bei einer Essstörung zeige sich häufig, dass ein Kind das absolute Vertrauen darin verloren hat, der bedingungslosen Liebe würdig zu sein. Für Eltern kann dies zur Herausforderung werden. Auch ihnen wurde häufig beigebracht, dass Liebe ein Deal ist, etwas, das man sich verdienen muss. 
Während vor Jahren die bedingungslose Liebe ein Luxus war, ist sie heute eine Grundvoraussetzung. "Die Gehirnforschung zeigt, dass sich bei Kindern, die um 2000 und später geboren wurden, neue Hirnareale entwickelt haben, die die Art und Weise beeinflussen, wie wir uns selbst und unsere Umwelt wahrnehmen. Während wir, die Erwachsenen, mit bedingter Liebe umzugehen vermochten, verbietet die neue Gehirnstrukturen den Kinder diese Unehrlichkeit. Unsere Kinder können nicht mit den gleichen Bedingungen umgehen und gesund bleiben", so Radlingmayr. 

Sprachsensibilität

Auch in der Pädagogik ist man bereits darauf aufmerksam geworden, das man vor allem in seiner Ausdrucksweise sehr sensibel vorgehen soll. Beispielsweise wird es empfohlen, dem Kind bei Fehlverhalten nicht das Gefühl zu geben, das Kind sei partout schlecht an sich, viel eher sollte man dem Kind beispielsweise sagen: Das was du da gerade machst bzw. dein momentanes Verhalten ist nicht gut. Sprachsensibilität wird immer wichtiger, nicht nur in der Pädagogik, sondern überall, daher sollte man immer darauf achten, bei Aussagen nie den Wert einer Person zu dezimieren. Bei störendem Verhalten sollte man darauf achten, dass man der betroffenen Person vermittelt, nicht sie an sich ist beispielsweise nicht erwünscht, sondern nur das an den Tag gelegte Verhalten. Liebe und der Wert einer Person sind unantastbar und sollen nie an Bedingungen geknüpft sein.

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