Die heimischen Obstbauern kämpfen gegen die Preisspirale

An der L 409 in Lebing haben die heimischen Obstbauern eine Kampagne mit Transparenten gestartet.
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  • hochgeladen von Magdalena Posch

Die Obstbauern der Region wenden sich derzeit mit einem Anliegen an die Öffentlichkeit. Obwohl der Ernteertrag 2018 in Bezug auf Wetter und Ertrag gut war, ist die wirtschaftliche Lage der Bauern prekär. Mit verschiedenen Aktionen machen sie vor allem darauf aufmerksam, dass die Bauern zum aktuellen Apfelpreis die Hälfte selber draufzahlen müssen.

Die heimischen Obstbauern treffen sich, um mit Großkisten und Transparenten auf ihre Lage hinzuweisen. "Stop den unfairen Preisen für unsere Bauern" ist auf den Plakaten zu lesen. Wirtschaftlich betrachtet sehen die Bauern schwarz, wenn die Branche und der Verbraucher nicht aufgerüttelt werden können. "Die Obstbauern machen ihre Hausaufgaben seit vielen Jahren, halten Qualitätskontrollen ein, sorgen für Transparenz und bemühen sich um Wirtschaftlichkeit – die Erlössituation reicht allerdings bei Weitem nicht aus, um den Betrieb aufrecht zu erhalten", erklärt Wolfgang Mazelle, Geschäftsführer des Verbands der steirischen Erwerbsobstbauern. Er unterstützt die versammelten Bauern in ihrer Bitte um Fairness und Umdenken. 

Zusammenspiel vieler Faktoren
Rupert Gsöls, Obmann des Verbandes, betont, dass hier viele Akteure an einem Strang ziehen müssen: "Der Konsument kann natürlich heimische Produkte kaufen, der Produzent muss diese aber auch deutlich kennzeichnen. Oft erkennt man nur im Kleingedruckten, dass der Apfel eigentlich aus Polen stammt und in Österreich nur verpackt wurde. Darüber hinaus erschweren die Eigenmarken und Rabattaktionen des Handels den Obstbauern die Marktsituation. Vor allem der Handel muss also in die Pflicht genommen werden." 
Pressobst, also zum Beispiel Äpfel, die zu Säften verarbeitet oder für die Herstellung von Konzentraten verwendet werden, kommen für weniger als 4 Cent pro Kilogramm aus dem Ausland. Tafelobst ist für 18 bis 23 Cent erhältlich, während die heimischen Bauern zumindest 10 beziehungsweise 35 Cent erhalten müssten, um kostendeckend wirtschaften zu können.

Im Einsatz für die Obstbauern
Der Verband steirischer Erwerbsobstbauern hat die Aufgaben, die Informationsweitergabe zu sichern und die Interessen der Obstbauern in der Öffentlichkeit zu vertreten. Die Kampagne gegen das Preisdumping beinhaltet unter anderem das Anbringen von Transparenten, das Schalten von Inseraten und weiterführende Gespräche mit Landesrat Johann Seitinger. "Drastischere Maßnahmen müssen wir hoffentlich nicht ergreifen, es gäbe aber Pläne dazu", ergänzt Obstbauer Johann Wilhelm.

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