Meckerecke
Florianiplatz: Gedränge
- hochgeladen von martin krusche
Ich bin ein Bewohner der Innenstadt. Genauer: ein Florianplatz-Anrainer. Wir sind ja nicht mehr gar so viele.
Die meisten Liegenschaften bergen hier Geschäftsflächen, darunter einige Leerstände. Seit Jahren ist permanent etwas an Lärm und Unruhe vor dem Rathaus oder hinter dem Rathaus, manchmal sogar in beiden Bereichen.
Das ist klar, denn die Stadt ändert sich immer und das Zentrum besonders. Manche werden gar nicht wissen, daß der Florianiplatz amtlich bis hinter das Rathaus reicht. Ja, da wird grade noch gebaut. Und im Zentralbereich schützen uns markante gelbe Barrieren davor in die Baugruben zu stürzen.
Da hat der autofahrende Teil des Volkes grade schwere Momente, weil die Baustellen den Verkehrsfluß erheblich bremsen. Ich denke mir ja auch oft: Verflixt, jetzt fehlen mir wieder drei Minuten vom Rest meines Lebens. Wenn das so weitergeht…
Naja, es ist ziemlich viel Ideologie im Umstand, daß die Baustellen so gerne als Zumutung empfunden werden. Auch ich möchte ein gutes Leben haben, aber es oll mich niemand stören. Aber woher soll die nötige Infrastruktur kommen, um den Komfort zu erhalten, den wir gewöhnt sind? Na, vom Himmel fallen. Was sonst?
Wäre doch supa, wenn all diese Arbeiten bloß einmal im Jahr zu erledigen wären, und zwar in genau den drei Wochen, die ich in der Karibik am Strand liege. Aber okay, jetzt sollte ich noch über Benzinpreise klagen. Oder die Getränkesteuer? Nein, über zu niedrige Pensionen. Oder doch besser über die Unfähigkeit der Politik? Ja, das mach ich. Das paßt immer.
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